Kommentar von
Jörg Schiffeler

Messen Offenheit und Neugier beflügeln das Geschäft

Dienstag, 13. Februar 2018
Es ist fast schon paradox: Wenn am Aschermittwoch die Fastenzeit beginnt und in Bierzelten die politischen Parteien den Schlagabtausch zelebrieren, gehen die verschiedensten Messeformate abwechselnd an den Start. Im Kern bieten die Veranstaltungen im Segment des Außer-Haus-Markts zahlreiche Anregungen und Innovationen rund um den Genuss und Konsum von Lebensmitteln.
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Intergastra Internorga Fachkräftemangel Trends


Das sollten sich die Fleischer im Land nicht entgehen lassen, denn Messen liefern Inspirationen in Hülle und Fülle. Clevere Meister und ihre Teams nutzen das fürs Geschäft und schauen sich etwas ab. Nachdem die Intergastra den Auftakt machte, liefert diese Woche die „Biofach“ in Nürnberg viele Ideen, die „Land und Genuss“ (Frankfurt) und die Messe der bremischen Fleischer-Einkauf AG schließen sich in der kommenden Woche an. Zum Monatswechsel lädt Omega Sorg nach Rednitzhembach ein.

Die Branchenmessen in München und Hamburg mit „IHM“ und „Internorga“ fahren das ganz große Geschütz auf, bevor die Stuttgarter Slow Food Messe dann den Frühherbst mit kulinarischen Spezialitäten unterschiedlicher Qualitäten abrundet. Diese kurze Aufzählung ist mit Sicherheit nicht vollständig, deshalb lohnt es sich in Veranstaltungskalender zu schauen – beispielsweise bei uns.

„Ein straff getakteter Arbeitstag schreckt von zeitintensiven Messebesuchen ab. Aber wer sich aufrafft, wird mit einem Füllhorn von Ideen belohnt. Das persönliche Erlebnis treibt an und lässt Gedanken sprudeln. “
Ein straff getakteter Arbeitstag schreckt viele Leser vom zeitintensiven Besuch einer Hausmesse oder Branchenveranstaltung ab. Wer sich aber aufrafft und die Mühe auf sich nimmt, wird belohnt mit einem Füllhorn an Ideen. Egal ob Biosortiment, Convenience-Artikel, Snacks, Gastrobedarf, Ladenbau und Warenpräsentation, praktischen und umweltschonenden Verpackungen für das „to-go-Geschäft“ oder auch das Kollegengespräch: Das persönliche Erlebnis treibt an und lässt erfahrungsgemäß die Gedanken sprudeln. Freilich kann im Betrieb nicht alles sofort umgesetzt werden. Gleichzeitig darf die Liste mit den Dingen „die ich immer schon realisieren wollte“ nicht unendlich lang werden.

Mit Essen und Trinken lässt sich gutes Geld verdienen. Die Fleischer-Fachgeschäfte können das vielseitig nutzen. Erstens bleibt das „Unterwegs Essen“ ein Megatrend, und Klassiker vom Fleischer sind beliebt. Das Angebot lässt sich prima und unkompliziert ergänzen durch Burger, die angesagt bleiben. Das gilt für Snacks zum Mitnehmen ebenso wie für Mittagsmenüs, die entsprechend ausgebaut werden können.

Zum Zweiten genießen die Metzgereien ein besonderes Vertrauen bei der Fleischqualität. Konventionelle Ware aus der Region, Bioangebote oder auch Edel-Sortimente sind trendy, wenn Story und Inszenierung stimmen. Dazu müssen Sie und ihre Mitarbeiter mehr über Herkunft, Verarbeitung und Veredelung verraten. Solche Geschichten wollen Kunden wissen und in Gedanken nachspüren.

Ein dritter Ankerpunkt für fleischerhandwerkliche Betriebe sind der Bereich Catering und Partyservice. Neben der Qualität von Speisen und Service gewinnen Ambiente und Dekor an Bedeutung. Der gedeckte Tisch muss nicht mehr nur schön sein, sondern begeistern und die Gäste in den Bann ziehen – einschließlich adrett eingekleideter Servicekräfte.

Das alles ist Aufwand, der eine Investition in Zeit und Mitarbeiter voraussetzt – noch dazu in Zeiten des Fachkräftemangels. Auch deshalb lohnt es sich, die Technik im Blick zu behalten. Die neuesten Generationen von Kombidämpfern für Küche und Produktion, Grillgeräten für die Heißtheke, Spülautomaten, IT-Lösungen für Kasse, Bestellwesen und Warenwirtschaft können da für etwas Entlastung sorgen.

Nutzen Sie auch „Publikumsmessen“ neben den Fachveranstaltungen. Dort sind urbane Food-Trends wie Craft Beer, Craft Spirits, originelles Street Food und Genussklassiker aus einer anderen Perspektive anzutreffen. Dann kommt die Überlegung „Wie kann ich das für den täglichen Erfolg nutzen?“ von ganz allein.

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