Fachkräftesicherung Talentsuche auf allen Kanälen

Dienstag, 05. Juni 2018
Bei der Suche nach Mitarbeitern, darf man sich nicht mehr darauf verlassen, dass sich Job-Interessenten melden. Vielmehr müssen sich die Unternehmen bei den gewünschten Zielgruppen bewerben.
Foto: pxhere.com
Bei der Suche nach Mitarbeitern, darf man sich nicht mehr darauf verlassen, dass sich Job-Interessenten melden. Vielmehr müssen sich die Unternehmen bei den gewünschten Zielgruppen bewerben.

Ob klassische Stellenanzeigen, Online-Jobbörsen oder Empfehlungsmarketing: In Fachzeitschriften, bei Gesprächen unter Kollegen oder im Internet kommen etliche Vorschläge auf den Tisch, wo und wie potenzielle Mitarbeiter gefunden werden können. Doch welcher Weg ist der richtige?

Personalberaterin Fabienne Gehrig weiß, dass das Thema Personal sehr individuell zu betrachten ist. „Dennoch sollten alle Kanäle in Betracht gezogen und möglichst viele genutzt werden“, empfiehlt die Expertin der Handwerkskammer Konstanz. Gehrig berät Betriebe kostenlos in allen Fragen der Fachkräftesicherung – von der Mitarbeitersuche bis zur Personalführung. Gefördert wird ihre Arbeit durch die Initiative „Handwerk 2025“, die die baden-württembergischen Handwerkskammern gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium und dem baden-württembergischen Handwerkstag gestartet haben.

Online

Um Kandidaten im Internet und über die sozialen Medien zu erreichen, bietet es sich für Unternehmen an, auf Plattformen wie Linked-In, Xing oder Facebook präsent zu sein. Betriebe können sich ein eigenes Profil anlegen und durch Posts und Beiträge auf sich und ihre Mitarbeitersuche aufmerksam machen. Hierbei ist es wichtig, ausreichend Informationen über sich bereitzustellen, damit der Bewerber sich bereits im Vorfeld im Internet ausreichend über das Unternehmen informieren kann.

Das gilt auch für die eigene Unternehmenswebsite – offene Stellen und Möglichkeiten für Praktika sollten dort auf den ersten Blick zu sehen sein.

Auch der Klassiker im Online-Bereich ist nicht zu vernachlässigen: die Stellenbörse. Beispielsweise beim Lehrstellenradar können Betriebe freie Ausbildungs- und Praktikumsplätze melden. Um Mitarbeiter und Fachkräfte zu finden, bietet sich beispielsweise das Portal Handwerkerstellen.de oder die Fachkräftebörse der Handwerkskammern an. Egal, über welches Medium die Stellenanzeige publik gemacht wird: Es ist immer sinnvoll, auf die eigene Homepage und die eigenen Social-Media-Kanäle zu verlinken.

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Offline

Trotz zunehmender Digitalisierung lohnt es sich, bei der Mitarbeitersuche den bewährten Weg der Stellenanzeige zu gehen. Vor allem bei Unternehmen, die im Online-Bereich nicht stark sind, bieten sich klassische Anzeigen in regionalen oder überregionalen Tageszeitungen, Fachzeitschriften oder Mitteilungsblättern an. Der Vorteil ist: Alle Leser, auch diejenigen, die nicht aktiv auf Stellensuche sind – sehen die Anzeige und nehmen das Unternehmen als potenziellen Arbeitgeber wahr. Daher sollte darauf geachtet werden, dass die Anzeige attraktiv gestaltet ist und alle relevanten Inhalte aufgegriffen werden.

Vor Ort

Egal ob in Schulen, auf Messen oder in Vereinen – dort sind junge Menschen zu finden, die als potenzielle Mitarbeiter betrachtet werden sollten. Wichtig ist es, sich mit dem eigenen Betrieb in der Umgebung zu engagieren. Bei Jobmessen im näheren Umfeld sollten Unternehmen – egal welcher Größe – deshalb präsent sein. So können sich Betrieb und Bewerber schon einmal beim persönlichen Gespräch unverbindlich kennenlernen sowie Interessen und Anforderungen abgleichen.

Auch Kooperationen mit Vereinen können eine Möglichkeit sein, sich ins Bewusstsein der Bewerber zu bringen. Dies kann aktiv geschehen, zum Beispiel durch die Unterstützung von Baumaßnahmen im Verein, oder passiv durch Sponsoring, also Plakate in der Sporthalle oder dem Logodruck auf Trikots.

Eine Möglichkeit, die als Win-Win-Situation für alle Beteiligten beschrieben wird, ist das Voraus-Zertifikat der Handwerkskammern. Es zeichnet Betriebe für ihr besonderes Engagement und ihre vorbildlichen Leistungen in der Ausbildung aus. So profitieren die Lehrlinge von einer mustergültigen Ausbildung. Aber auch dem Unternehmen nutzt die Auszeichnung, weil sie es als guten Ausbildungsbetrieb und damit auch als wahrscheinlich guten Arbeitgeber bekannt macht.

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