Förderpreis Talente im Rampenlicht

Mittwoch, 16. Mai 2018
Die Preisträger 2018: Dirk Freyberger aus Nürnberg, Julia Sieber aus Hohenmölsen und Dr. Felix Walz aus Karlsruhe.
Foto: Natalie Färber
Die Preisträger 2018: Dirk Freyberger aus Nürnberg, Julia Sieber aus Hohenmölsen und Dr. Felix Walz aus Karlsruhe.

afz und Fleischwirtschaft zeichnen erneut junge, ambitionierte Talente aus Handwerk, Industrie, Handel und Wissenschaft mit dem „Förderpreis der Fleischwirtschaft“ aus. Die Preise werden am heutigen Abend im Rahmen des "Meat Vison Day" in Frankfurt vergeben.

Ziel der Initiative der Fleischwirtschaftlichen Fachmedien der dfv Mediengruppe ist es, Top-Nachwuchskräfte zu identifizieren, zu fördern und an die Branche zu binden. Die Preisträger 2018 sind: Dirk Freyberger aus Nürnberg (Bayern), Julia Sieber aus Hohenmölsen (Sachsen-Anhalt) und Dr. Felix Walz aus Karlsruhe.

Die Gewinner des Förderpreises der Fleischwirtschaft spiegeln die beruflichen Chancen und Karrierewege in der Fleischwirtschaft wider und zeigen, wie außergewöhnlich vielseitig und attraktiv die Unternehmen als Arbeitgeber sind.

Dirk Freyberger aus Nürnberg

Aufgewachsen im elterlichen Betrieb ist Dirk Freyberger von klein auf mit dem Lebensmittel Fleisch vertraut. Für den 34-jährigen Metzgermeister, der das Familienunternehmen gemeinsam mit seinem Bruder in dritter Generation führt, war der Einstieg ins Geschäft dennoch nicht selbstverständlich. Mit einem guten Abitur in der Tasche, war die Ausbildung zum Fleischer zwar schon aus Tradition ein Muss, was danach kommen sollte, aber offen. Als dann auch Bruder Sven diesen Weg einschlug, war klar: „Die Unternehmensnachfolge packen wir gemeinsam an.“

Das erste Jahr als Chef war kein Zuckerschlecken. Heute ist die Wende geschafft. Geschäftlich und privat läuft alles bestens. Und doch fehlte etwas. Der Nürnberger findet seine Mission in Augsburg. Ein Fleischsommelierkurs mit 20 Gleichgesinnten bringt einiges in Bewegung. Der Verein Fleischsommelier Deutschland wird gegründet, mit Dirk Freyberger an der Spitze. Ziel ist es, dem Lebensmittel Fleisch eine neue Wertigkeit zu geben und die Wahrnehmung des Berufsbilds sowie seiner Menschen positiv zu verändern.

Auf ein Mammutprojekt ist der Fleischbotschafter besonders stolz: Im März startete erstmals eine deutsche Mannschaft mit dem Namen „The Butcher Wolf Pack“ bei der World Butchers’ Challenge im nordirischen Belfast, mit Dirk Freyberger als Team Captain.

Julia Sieber aus Hohenmölsen

Nach dem Abitur startete Julia Sieber in die Ausbildung zur Industriekauffrau. Es war der Wunsch nach neuen Herausforderungen, der die inzwischen 27-Jährige zu ihrem heutigen Arbeitgeber Kaufland Fleischwaren führte.

Als duale Studentin lernt sie während des BWL-Studiums Fachrichtung Industrie an der Hochschule Gera alle Abteilungen des Unternehmens kennen und taucht tief in die Materie Fleisch ein. Damals konnte sie sich noch nicht vorstellen, fünf Jahre später eine leitende Position im Fleischwerk auszufüllen.

Nach dem Studium startet sie als Linienführerin noch mit gemischten Gefühlen. Die Vorstellung, als junge Frau täglich im Schichtsystem in einem von Männern dominierten Produktionsbereich zu arbeiten, macht sie eher unsicher. Ein Jahr später ist Julia Sieber Schichtleiterin im Bereich Schwein und verantwortlich für rund 30 Mitarbeiter. Mitarbeiterführung, das ist ihr Ding – daran ändert auch der direkte und forsche Umgangston mit den meist männlichen Kollegen nichts. Inzwischen ist sie Prozessleiterin Rind. Ihre Begeisterungsfähigkeit und Zielstrebigkeit haben Julia Sieber in kurzer Zeit zu einer Vorgesetzten gemacht, die Freude an der Vermittlung von Wissen und am Ausbilden hat.

Dr. Felix Walz aus Karlsruhe

Die Leidenschaft für das Thema Fleisch und Fleischwaren erwachte beim Nachwuchstüftler Felix Walz während des Studiums am Fachgebiet Lebensmittelphysik und Fleischwissenschaft an der Universität Hohenheim. Nebenberuflich als Produktentwickler beim Start-up Grillido tätig, führt die wissenschaftliche Laufbahn des 29-Jährigen zu einem Dissertationsthema, mit dem sich Rohwursthersteller seit Jahrzehnten herumschlagen: dem unerwünschten Weißbelag, den der Verbraucher fälschlicherweise für Schimmel hält. Sein fundiertes Fachwissen, gepaart mit Neugier und Leistungsbereitschaft führen zum Erfolg und damit stehen den Produzenten nun erstmals Lösungsansätze zur Hemmung von Oberflächenbelägen bei Rohwurst zur Verfügung.

Kreativität, Verantwortungsbewusstsein, Motivation und Empathie zeichnen auch den wissenschaftlichen Mitarbeiter Walz im Umgang und der Förderung seiner Studierenden aus. Seit einigen Monaten hat er der Wissenschaft den Rücken gekehrt und arbeitet als Produktentwickler bei der Edeka Südwest Fleisch. Die Übersetzung aktueller Trends in innovative Produkte sieht der Wissenschaftler mit dem Tüftler-Gen als reizvolle Herausforderung.

Mehr zum Förderpreis der Fleischwirtschaft gibt's hier.

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