Nachwuchsgewinnung Die Branche packt's an

Montag, 09. Mai 2016
Renate Kühlcke, Theresa Veh, Maximilian Spiegel, Katharina Koch und Hendrik Haase hatten Spaß am Thema "Talente suchen, finden, binden".
Foto: Petra Schramböhmer
Renate Kühlcke, Theresa Veh, Maximilian Spiegel, Katharina Koch und Hendrik Haase hatten Spaß am Thema "Talente suchen, finden, binden".

„Das beste Mittel gegen das Metzgersterben ist es, eine Metzgerei aufzumachen“, das befand Henrik Haase von der Berliner Szenefleischerei „Kumpel & Keule“ im IFFA Forum am Sonntagmorgen.

Die dfv Mediengruppe und die Messe Frankfurt hatten die Gewinner des diesjährigen „Förderpreises der Fleischwirtschaft“ auf die Bühne geholt. Denn wer könnte besser verkörpern, wie vielfältig und spannend Karrierechancen in der Fleischbranche sind?

„Talente suchen, finden, binden“ war der Titel des ersten Forums im Foyer der Halle 11.1.  Die wichtigste Vorarbeit, die es in Sachen Nachwuchsgewinnung zu leisten gilt, ist der Imagewandel im Fleischerhandwerk. Und der laufe vor allem über die Kommunikation, ist Haase überzeugt. Und hier attestierte er der Branche in echtes Problem. Der Metzger von heute habe völlig verlernt mit seinen Kunden zu reden. Seine Metzgerei „Kumpel & Keule“ in der Berliner Markthalle Neun gleicht einer gläsernen Manufaktur, jeder Handgriff ist für den Kunden sichtbar, nichts wird verdeckt oder versteckt. Bei den regelmäßigen Streetfood-Events bleiben seine Mitarbeiter gern und freiwillig ein paar Stunden länger, „einfach, weil es cool ist“, so Haase.

Zurzeit bekommen er und sein Partner, der Metzgermeister Jörg Förstera, rund 15 Bewerbungen pro Woche von jungen Leuten, die gerne bei Kumpel & Keule mitarbeiten wollen. Ein solches Konzept sei zwar stark idealisiert und nicht überall zu realisieren, aber man könne sich bei den Berliner Kollegen eine Menge abgucken, verriet Katharina Koch aus Calden der Moderatorin Renate Kühlcke von der dfv Mediengruppe. Koch führt die Metzgerei gemeinsam mit ihrem Vater, was sich ideal ergänze: Ihr Vater bringe die kreativen Ideen und sie als Juniorchefin kümmere sich um die Vermarktung und die Kommunikation, vor allem auch in den sozialen Medien.

Auch Theresa Veh aus Arnsberg merkt, dass sich was tut am Image der Fleischer. Für ihren Handwerksbetrieb habe sie kein Problem, Azubis zu finden, nannte sie als Beispiel. Zuletzt habe sie bei einer Jobbörse eine deutlich positivere Resonanz auf die Berufe des Fleischerhandwerks gespürt als früher. Auch die junge Metzgermeisterin  sieht die Kommunikation als einen Schlüssel: „Facebook fängt die jungen Leute ein.“ Maximilian Spiegel aus Hof malte seinen perfekten Arbeitgeber: Vor allem vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten sind für den Student des Lebensmittel-Managements von zentraler Bedeutung, neben einer ausgeglichenen Work-Life-Balance. Und sein Ziel nach dem Studium ist klar: Er will nach seinem Abschluss in der Fleischwirtschaft Fuß fassen.

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