Karriere im Fleischerhandwerk Dieser Weg kommt wie gerufen

Donnerstag, 06. Juli 2017
Astrid Sandner und Sohn Leopold bewerten den dualen Studiengang durchweg positiv.
Foto: mfo
Astrid Sandner und Sohn Leopold bewerten den dualen Studiengang durchweg positiv.

Abiturient Leopold Sandner aus Selb plant, ein duales Studium zu beginnen. Im Interview nennt er seine Beweggründe. Astrid Sandner bezieht dazu Stellung – nicht nur als Mutter, sondern auch als Metzgermeisterin, Firmeninhaberin und Ausbilderin.

Gewerbliche Ausbildung plus BWL-Studium: Herr Sandner, warum haben Sie sich für diesen dualen Weg entschieden?

Leopold Sandner: Ich möchte neben den fachpraktischen und fachtheoretischen Inhalten einer Fleischerlehre gleichzeitig vertiefte betriebswirtschaftliche Inhalte lernen. Da kommt mir diese Möglichkeit des dualen Studiums wie gerufen.

Wo haben Sie erfahren, dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt?

Sandner: Zum einen erfuhr ich auf einer Versammlung der Innung Hof-Wunsiedel, dass es ein solches Angebot geben soll und man sich an die Berufsschule Hof wenden kann. Dort informierte mich die Schulleiterin Edith Franz über den geplanten Ablauf des Studiengangs.

Welche Vorteile erhoffen Sie sich nun von diesem Studium?

Sandner: Ich möchte in einem Zeitraum von fünf Jahren Praxis und Theorie rund um den Fleischerberuf erlernen. Ich weiß, es werden hohe Anforderungen an mich gestellt. Doch ich bin überzeugt, dass man am Ende gestärkt und mit einem hohem Maß an Selbstständigkeit daraus hervor geht.

Hochschule Hof
(Bild: Hochschule Hof)

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Wo könnten Probleme auftreten?

Sandner: Es wird zwar bestimmt ab und an etwas stressiger, aber das weiß man vorher. Die zeitliche Koordinierung ist garantiert aufwendiger. Aber da sind die Betriebe, Uni und Berufsschule in der Verantwortung. Ich glaube, dass es keine größeren Probleme geben wird.

Ihre Mutter führt eine Metzgerei. Möchten Sie in ihre Fußstapfen treten?

Sandner: Unser Familienbetrieb existiert bereits fast 350 Jahre. Mein Herzenswunsch wäre es schon, diese Tradition fortschrittlich mit Fortschritt weiterzuführen.

Frau Sandner, wie stehen Sie als Mutter von Leopold sowie als Ausbilderin zum dualen Studium?

Astrid Sandner: Anfangs wird es sicher etwas aufwendiger für den Betrieb. Aber in der herkömmlichen Ausbildung brauchen die Lehrlinge meistens auch etwa zwei Jahre, bis die Betriebsabläufe sitzen. Außerdem fände ich es gut, wenn die Studierenden in den Semesterferien Praktika in anderen Betrieben – auch im Ausland – machen würden. Dabei können sie bestimmt viele Erfahrungen sammeln, von denen sie im Berufsleben profitieren. Den großen Vorteil für den eigenen Betrieb sehe ich später, wenn eventuell noch ein Meisterkurs angehängt wird. Dieses Studium bietet meiner Meinung nach eine Jobgarantie, weil man sich auch in der Fleischwarenindustrie im mittleren Management mit einer soliden und fundierten Ausbildung bewerben kann. Mit dem BWL-Studium und dem Bachelor-Abschluss hat man noch ein hervorragendes zweites Standbein.

Weblink zur Metzgerei Sandner.

Das Interview führte Michael Forst für die allgemeine fleischer zeitung.

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