Karriere im Fleischerhandwerk Pauken lohnt sich gleich doppelt

Donnerstag, 06. Juli 2017
Der Campus der Hochschule Hof.
Foto: Hochschule Hof
Der Campus der Hochschule Hof.

Betrieb plus Uni: Ein duales Studium mit Kammerprüfung und Bachelor-Abschluss im Fleischerhandwerk ist im bayerischen Hof möglich. „Hochschule dual“ nennt sich der Verbund von Lehre und Studium.

Von Michael Forst

Warum können wir bei uns im Lebensmittelhandwerk nicht ein duales Studium anbieten? Mit dieser Frage rannte jeder am Beruflichen Schulzentrum Hof offene Türen ein. Denn dort man hat bereits Erfahrungen mit der „Hochschule dual“.

Studiendirektorin Martina Schlegel-Wohlrab, Lehrerin und Verantwortliche an der Hofer Berufsschule für die Kooperation mit der Hochschule Hof, erklärt das Vorhaben genauer: „Die ‚Hochschule dual‘ bedeutet eine duale Ausbildung in einem gewerblichen Ausbildungsberuf mit Kammerprüfung in Kombination mit einem Studium der Betriebswirtschaft.“

Dieser Ausbildungs- und Studiengang wendet sich an Absolventen von Gymnasien, Fachoberschulen und Berufsoberschulen, die ein Studium an der Hochschule Hof (Abschluss Bachelor BWL) mit der Ausbildung in einem gewerblichen Beruf kombinieren wollen.

Der Studiengang „Hochschule dual“ beginnt im ersten Jahr mit der betrieblichen Ausbildung und dem Berufsschulbesuch in zwölf Blockwochen mit angepassten Lerninhalten.

„Lehrpläne von Berufsschule und Hochschule sind so aufeinander abgestimmt, dass Inhalte nicht doppelt vermittelt werden. “
Die Lehrpläne der Berufsschule und der Hochschule Hof sind so aufeinander abgestimmt, dass Lerninhalte nicht doppelt vermittelt werden. Die Leistungen in bestimmten Lernfeldern der Berufsschule werden von der Hochschule Hof anerkannt, so dass entsprechende Vorlesungen im ersten und zweiten Semester nicht mehr besucht werden müssen.

Ab dem zweiten Ausbildungsjahr beginnt das Studium an der Hochschule Hof. Dafür werden die Auszubildenden/Studenten von den Ausbildungsbetrieben freigestellt. In den Semesterferien arbeiten die Teilnehmer des Studiengangs „Hochschule dual“ dann wiederum in den Ausbildungsbetrieben, um eine möglichst starke Praxisbindung zu erreichen. Die fachspezifischen Kenntnisse und Fertigkeiten im jeweiligen Ausbildungsberuf vermittelt die Berufsschule parallel zum Studium.

Die schriftliche HWK-Zwischenprüfung findet in der Regel 1,5 Jahre nach Ausbildungsbeginn (nach dem ersten Semester an der Hochschule) statt, die schriftliche HWK-Abschlussprüfung wird nach drei Jahren (nach viertem oder fünften Semester an der Hochschule) nach Beginn der Ausbildung abgelegt.
Sandner
(Bild: mfo)

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Nach bestandener Abschlussprüfung im gewerblichen Ausbildungsberuf absolvieren die Studentinnen und Studenten das weitere Studium mit der Belegung unterschiedlicher Schwerpunkte wie zum Beispiel Marketing, Logistik, Personal oder Controlling. Der Abschluss des Studiums Betriebswirtschaftslehre erfolgt nach dem siebten Semester.

Voraussetzung für diesen Bildungsgang ist die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife beziehungsweise die Fachhochschulreife. Daneben muss ein Ausbildungsvertrag „Hochschule dual“ im entsprechenden Ausbildungsberuf abgeschlossen werden.

Dieses Modell erspart den Absolventen im Vergleich zum herkömmlichen Ablauf – Ausbildung plus nachfolgendem Studium – insgesamt ein Jahr Zeit. Zudem erhalten Studenten während der betrieblichen Ausbildungsabschnitte eine Vergütung. Auch die Übernahme weiterer studienbedingter Kosten durch den Ausbildungsbetrieb ist möglich.

Weitere Infos: Berufliches Schulzentrum Hof.

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