Karriere im Fleischerhandwerk Unsere Jobs waren noch nie so gut wie heute!

Freitag, 20. Januar 2017
Der Metzger ist der neue Held, gutes Fleisch ein Statussymbol. Ein Beruf mit  Chancen.
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Der Metzger ist der neue Held, gutes Fleisch ein Statussymbol. Ein Beruf mit Chancen.
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Die Chancen eines Fleischers oder einer Fleischerei-Fachverkäuferin auf Geld und Karriere sowie Ansehen und Sinnerfüllung waren nie so gut wie heute.

Vor 40 Jahren träumten viele Jungs von einem Job als Bankkaufmann auf Lebenszeit bei der örtlichen Sparkasse. Die Mädchen lernten Steno und nannten Sekretärin als ihr Berufsziel. Und heute? Da ersetzen Geldautomaten und Onlinebanking die meisten Bankkaufleute, und viele Manager müssen ihre eigene Assistentin sein.

Vor zwei Jahrzehnten wollten junge Leute häufig studieren, am liebsten Marketing oder Mediendesign. Und heute: Viele Fleischer und Fleischerei-Fachverkäuferinnen verdienen schon kurz nach der Lehre mit gerade mal 20 Jahren viel mehr Geld als studierte Marketingfachleute. Da funktioniert der Arbeitsmarkt genauso wie der Markt für Güter und Dienstleistungen: Was knapp ist, wird teuer! Machen wir uns die Chancen bewusst, die im Arbeitsleben in unserer Branche auf uns warten und nutzen wir sie.

Unsere Jobs waren noch nie so gut bezahlt

Der Mangel an guten Verkaufskräften für die Bedientheke und an Könnern unter den Fleischern treibt die Preise für deren Arbeit in die Höhe. Je gezielter diese Fachkräfte eingesetzt werden können, desto höher ist ihr Preis, also ihr Gehalt. Verkaufsfleischer etwa, die Lust auf Steak, Barbecue und feines Fleisch haben und hinter der Theke dazu noch die fachliche Show abziehen, sind gefragt wie nie zuvor.
Restart - Katharina Koch
(Bild: Screenshot: www.project-restart.org)

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Karriere im Fleischerhandwerk Alles auf Anfang: Von Manhattan in den Wurstehimmel

Bei den Produktionsfleischern wird es immer wichtiger, dass traditionelles Können erhalten bleibt. Weil viel zu wenige handwerkliches Schlachten lernen, sind diejenigen, die es können, am Arbeitsmarkt gesucht und gut bezahlt. Dieser Trend hat Grenzen: Die einfache „Wurstaufschneiderin“ profitiert beim Einkommen kaum von dieser Entwicklung. Aber die gute Nachricht ist wichtiger: Verkaufskräfte, mit denen ein Fachgeschäft seinen Umsatz steigert, haben immer deutlicher ein Anrecht auf einen höheren Stundenlohn. Das Fazit: Noch nie zuvor waren die Gehälter in unserer Branche so gerecht. Wer mehr leistet und als „angestellter Unternehmer“ mitdenkt, kriegt auch mehr Geld. Als „Geld“ sollten neben dem Betrag in Euro auch alle Vorteile und Vergünstigungen gelten.

Unsere Karrierechancen waren noch nie so gut

Die wichtigsten Bausteine zur Karriere heißen Qualifizierung und Spezialisierung. Wer seine Stärken dort hat, wo die großen Konsumententrends mehr Wertschöpfung mit Fleisch ermöglichen, kommt schneller nach vorn. Qualifizierung kann im Verkauf die Fortbildung zum Fleischsommelier oder im Bereich Ernährungslehre sein. Hinter der Theke macht es sich bezahlt, die warenkundlichen Kenntnisse immer wieder aufzubessern und sie im aktiven Verkauf zu nutzen.
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Weil der größte Vorteil der Bedientheke ist, dass sie sprechen kann, liegen in der Stärkung der Kommunikationstalente entscheidende Chancen auf bessere Jobs. Die größte Hebelwirkung hat es, wenn wir betriebswirtschaftlich mitdenken. Dieses Mitdenken verlangt in der Produktion beispielsweise folgende Zielsetzungen: Weniger Fehlprodukte, geringere Gewichtsverluste beim Kühlen oder Garen, sorgfältige Kontrolle des Wareneingangs, geringere Energiekosten oder rationellere Abläufe. Übergeordnet ist der Wunsch erforderlich, Verantwortung zu übernehmen und Karriere machen zu wollen. Wenn das gegeben ist, sind die Chancen in größeren Handwerksbetrieben und im Handel besser denn je: Erstverkäuferinnen und Filialleiter, Produktionsleiter und Produktentwickler werden eifrig umworben.

Unsere Arbeitsplätze waren noch nie so sicher

Es gibt praktisch keine arbeitslosen Fleischer und Fachverkäuferinnen. Noch vor einigen Jahren glaubten viele im Handwerk, dass der Fleischer vom Aussterben bedroht sei. Im Handel spekulierten die Führungskräfte darüber, dass die Bedientheke ein Auslaufmodell sei und durch immer mehr Selbstbedienungstheken ersetzt werde.
Theresa Veh
(Bild: rh)

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Die heutige Arbeitsplatzsicherheit gibt uns eine enorme Freiheit. Denn sie ermöglicht freies Denken. Wir können unseren eigenen Fortschritt ohne Existenzangst vorantreiben. Gerade weil wir alle in den Fleischerberufen nicht mehr in die Arbeitslosigkeit fallen können, sollten wir die Gunst der Stunde nutzen. Unsere Kernfrage lautet: Womit schaffe ich an meinem Platz, für mein Unternehmen, für die ganze Branche echten Fortschritt?

Das soziale Ansehen war noch nie so hoch

Neben Geld zählen Image und Ansehen: Wir sind als Fleischer Garanten für Tierschutz; mit uns gibt es auch künftig Fleischgenuss mit gutem Gewissen. Wir sichern die Natürlichkeit der Lebensmittel, weil wir durch handwerkliches Arbeiten auf viele Zusatzstoffe verzichten können. Und wir produzieren selbst für wählerische Feinschmecker immer etwas Neues. In diesen Bereichen nützen wir mit unserer Arbeit der Gesellschaft. Seien wir uns also unserer neuen Rolle bewusst, bekennen uns zu unseren Berufen und treten wir draußen entsprechend auf.

Der Metzger war noch nie so sexy

Man braucht nur mal an der Fleischtheke die Kunden zu beobachten, wenn der Verkaufsmetzger ein Ochsenkotelett absägt. Die bewundernden Blicke beweisen es jeden Tag: Der Metzger ist sexy. Passend dazu gibt es eine neue Generation von Fleischern, die sich mit breiter Brust in Gummistiefeln und Stechschutzschürze präsentiert. Sie posiert als Kalender-Model neben dem Rind, das sie gerade geschlachtet haben. Sie präsentiert das Fleisch wie ein Held an der Bedientheke. Und Helden waren eben schon immer sexy.

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