Karriere im Fleischerhandwerk Werdet Vorbilder für die Mitarbeiter von morgen!

Freitag, 10. November 2017
Die Fachkräftesicherung gehört zu den wichtigsten Aufgaben im Betrieb.
Foto: DFV
Die Fachkräftesicherung gehört zu den wichtigsten Aufgaben im Betrieb.
Themenseiten zu diesem Artikel:

Fleischerhandwerk


Die Unternehmen der Fleischbranche werben um Mitarbeiter wie bisher nur um Kunden. Die Besten Mitarbeiter gehen gerne dorthin, wo es schon ein gutes Team gibt. Deshalb kommt es auf die Vorbildfunktion des Chefs an.

Wenn der eigene Chef als Vorbild taugt, gibt das enorm viel Kraft für die Arbeit. Wer von einem Vorbild geführt wird, leistet mehr und hat mehr Spaß. Ein Chef ist in diesem Sinn nicht nur der Inhaber oder Geschäftsführer, sondern jeder, der ein Mehr an Erfahrung und Verantwortung hat.

Ein Vorbild muss zunächst einmal erfolgreich sein. Entscheidend ist dann, dass das Vorbild souverän mit seinem Erfolg umgeht. Vorbild sein heißt, fachlich und menschlich vormachen, wie es gut ist. Auf diese zehn Punkte kommt es besonders an:


Fachliches Wissen teilen

1.

Schlechte Führung geht nach dem Prinzip „Herrschaftswissen bewahren“. Es sind die schwachen Führungskräfte, die denken „Wenn ich die anderen dumm halte, dann bin ich selbst wichtiger“. Wer gut führt, teilt sein Wissen. Unser eigenes Wissen wird schließlich nicht weniger, wenn wir es mit anderen teilen. Helfen wir mit, dass möglichst viele im Unternehmen fachlich viel wissen und können. Wenn wir selbst die Quelle dieses großen Wissens von vielen sind, stärken wir unsere Position als Führungskraft. Das gilt auch dann, wenn wir noch gar nicht zur Führungskraft befördert wurden.


Geduld haben

2.

Wir müssen als Führungskräfte immer wieder erklären, vormachen, nachmachen lassen, kritisieren. Meist mehrfach. Irgendwann verlieren wir die Geduld und neigen viel zu schnell zu dem negativen Gedanken „Der kapiert es nie.“ Gute Führungskräfte erinnern sich in einer solchen Situation daran, dass man uns allen irgendetwas oft erklären und vormachen musste.


Sinn der Arbeit vermitteln

3.

Die Frage nach dem Sinn heißt konkret: Warum arbeiten wir? Abgesehen von der Notwendigkeit, Geld zu verdienen? Manche finden die Antwort im Werkstoff Fleisch und dem, was man daraus machen kann. Andere finden sie in den Konsumenten, für die wir wichtig sind. Viele arbeiten einfach dahin, Tag für Tag, Woche für Woche. Vielleicht nur des Geldes wegen. Ohne einen wahren Sinn in ihrer Arbeit zu erkennen. Diese Mitarbeiter müssen wir aufwecken und ihnen helfen, ihren eigenen Sinn in der Arbeit zu finden. Umgekehrt gilt: Wer in einer Arbeit absolut keinen Sinn zu entdecken vermag, der sollte sich einen anderen Job suchen.
Als Chefs und Vorgesetzte sind wir nicht nur in der Rolle der fachlichen Vorbilder; wir müssen auch menschlich zeigen, wie es gut ist.
Foto: DFV
Als Chefs und Vorgesetzte sind wir nicht nur in der Rolle der fachlichen Vorbilder; wir müssen auch menschlich zeigen, wie es gut ist.
Unternehmerisch handeln

4.

Es reicht nicht aus, fachlich gut zu arbeiten. Die Arbeit muss auch einen wirtschaftlichen Ertrag bringen. Die Beschäftigung von Mitarbeitern muss sich für ein Unternehmen lohnen. Eine Führungskraft ist, wer in solcher Weise unternehmerisch handelt und allen immer wieder erklärt, was der betriebswirtschaftliche Vorteil bei jeder einzelnen Arbeit ist.


Fachliche Erlebnisse vermitteln

5.

Im Laufe unseres Arbeitslebens sammeln wir eine Vielzahl fachlich-praktischer Erlebnisse. Solche Erlebnisse entstehen beim Ausprobieren, beim Besuch von Kollegenbetrieben oder auf Fachmessen. Den noch weniger erfahrenen Mitarbeitern fehlen diese Erlebnisse. Schaffen wir ihnen also die Möglichkeiten, selbst fachlich Wichtiges zu erleben.
Nachwuchkräfte
(Bild: DFV)

Mehr zum Thema

Wissen für Mitarbeiter Arbeitet flexibler und macht schneller Karriere!

Fachliche Experimente fördern

6.

Am Anfang vieler großer Erfindungen oder wichtiger Verbesserungen stand ein Experiment. Die Herstellung und der Verkauf von Fleisch und Wurst brauchen viel mehr Experimente: Zerlege-Experimente, um mehr hochwertige Teilstücke zu erhalten. Fleischreife-Experimente, um Steak-Fans noch besser zu bedienen. Wurst-Experimente, um mit weniger Zusatzstoffen ein gleich gutes Produkt herzustellen. Und viele mehr!


Selbstbewusstsein geben

7.

Die etwas älteren und erfahrenen Mitarbeiter haben meist ein gutes Selbstbewusstsein – wir wissen durch die Jahre, dass wir es gut machen, entsprechend aufrecht gehen wir durch die Welt. Den jüngeren, weniger erfahrenen Mitarbeitern fehlt das noch. Geben wir allen Kollegen eine aufrechte Haltung, ein breites Kreuz und eine stolze Brust.
Wachsende und filialisierte Betriebe bieten Führungskräften attraktive Posten. Als gelernter Restaurant-Fachmann entschied sich Henry Klein für die Stelle des Serviceleiters bei der Fleischerei Beisser im Hamburger Alsterhaus.
Foto: jus
Wachsende und filialisierte Betriebe bieten Führungskräften attraktive Posten. Als gelernter Restaurant-Fachmann entschied sich Henry Klein für die Stelle des Serviceleiters bei der Fleischerei Beisser im Hamburger Alsterhaus.
Berufsethik vorleben

8.

Die Berufsethik beschreibt unsere innere Haltung gegenüber unserer Arbeit. Für einen Metzger oder eine Fleischerei-Fachverkäuferin geht es dabei etwa um die Fragen: Wie zeigen wir in der Art und Weise, wie wir mit Fleisch und Wurst umgehen, dass es hochwertige Lebensmittel sind, für die Tiere geschlachtet wurden? Oder, ganz praktisch: Wie vermeiden wir Lebensmittelverschwendung? Wie schaffen wir es, dass möglichst nichts vom geschlachteten Tier weggeworfen werden muss?


Lust auf Karriere machen

9.

Es mangelt in unserer Branche nicht an Karrierechancen – es mangelt an den Leuten, die Karriere machen wollen. Mancher Kollege oder manche Kollegin braucht vielleicht einen freundschaftlichen Schubs von uns. Zeigen wir, was man im eigenen Betrieb und in unserer Branche werden kann. Da wartet ein Mehr an Anerkennung, Verantwortung, Einkommen. Karrierewillige Mitarbeiter bringen einen Betrieb schneller zum Erfolg als die, die einfach dahin arbeiten.
Verkäuferin
(Bild: ebl)

Mehr zum Thema

Karriere im Fleischerhandwerk Wie man ein Top-Verkäufer wird

Gutes Benehmen zeigen

10.

Als Chefs und Vorgesetzte sind wir nicht nur in der Rolle der fachlichen Vorbilder; wir müssen auch menschlich zeigen, wie es gut ist. Realisieren wir in unserem Betrieb: Einen freundlichen Blick und höflichen Umgang mit allen. Respekt gegenüber Jedermann. Lob für besondere Leistung. Und viel mehr „Bitte“, „Danke“ und „Entschuldigung“.

Das könnte Sie auch interessieren
stats