Karriere im Handwerk Meister packen Zukunft an

Mittwoch, 13. Januar 2016
Blickpunkt: 76 Fleischer in der Paulskirche.
Foto: Wachendörfer / HwK
Blickpunkt: 76 Fleischer in der Paulskirche.

In der historischen Frankfurter Paulskirche eröffnete die Handwerkskammer Rhein-Main mit der feierlichen Meisterfreisprechung das Veranstaltungsjahr 2016.

Von rund 350 anwesenden Jungmeistern aus insgesamt 21 Berufen stellten 76 Fleischer und 22 Bäcker das stärkste Kontingent. Sie wurden an der Frankfurter Bäcker- und Fleischer-Fachschule J. A. Heyne ausgebildet und traten in roter beziehungsweise weißer Berufstracht an und wurden von den Schulleitern Sylvia Heyne-Boddenberg und Michael Boddenberg begleitet.

Präsident Bernd Ehinger von der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main begrüßte die Vertreter des Lebensmittelhandwerks noch vor den zahlreichen Ehrengästen. Der Gastgeber verwies auf 133.500 Arbeitnehmer und 28.000 Auszubildende, die im Kammerbezirk beschäftigt sind. Das zurückliegende Jahr habe neue Herausforderungen durch globale Ereignisse gebracht, aber auch auf regionaler Ebene müsse man sich Problemen wie dem Fachkräftemangel und der Qualifizierung stellen. Dem Meisterjahrgang 2015 – insgesamt waren es 141 junge Frauen und 759 männliche Kollegen – bescheinigte er große Leistungsbereitschaft.

Das duale Bildungssystem, so Ehinger, werde auch in der Zukunft die Basis des Handwerks sichern. Die Ausbildung müsse als Teil der handwerklichen Selbstverwaltung innovativ und attraktiv gestaltet werden. Die Chancen durch Digitalisierung und Vernetzung müssten erkannt und genutzt werden, auch um im Kampf um die besten Köpfe im Spiel zu bleiben.

Als Festredner erinnerte Reiner Hoffmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), an die Geburtsstunde der deutschen Demokratie 1848 in der Paulskirche; hier hätten auch die Gesellen um Mitbestimmung gekämpft und den Grundstein für die Gewerkschaftsbewegung gelegt.

DGB-Chef Reiner Hoffmann.
Foto: Wachendörfer / HwK
DGB-Chef Reiner Hoffmann.
Wenn die DGB-Organisationen auch das Gegenstück zu den Innungen und Verbänden stellten, zögen sie doch in vielen Bereichen an einem Strang, etwa bei der Verteidigung der Meisterpflicht. Auch die Gewinnung von Fachkräften läge im gemeinsamen Interesse. Der Mindestlohn und darüber hinaus tariflich gesicherte Bezahlung seien ein Beitrag ebenso wie gute Arbeitsbedingungen, Fortbildungsmöglichkeiten und die Perspektive zur Beteiligung im Betrieb. Den Jungmeistern legte er nahe, sich in den Innungen zu engagieren und so auf die Rahmenbedingungen für Unternehmen und Mitarbeiter Einfluss zu nehmen.

In einem Grußwort hatte der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann den Handwerkern dafür gedankt, dass sie nicht klagen sondern anpacken. So hätten sie in Spanien Ausbildungwillige gesucht und gefunden. In den Krisenjahren 2008 und 2009 hätten sie zur Stabilisierung der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts beigetragen. Und an den 12.000 neuen Arbeitsplätzen, die im letzten Jahr in Frankfurt entstanden, hatten sie auch ihren Anteil.

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