Marketing Zu Tisch bei Karl Marx

Freitag, 08. Juni 2018
Präsentieren die Karl Marx Wurst (von rechts): Obermeister Manfred Schmitt, Fleischermeister Patrick Böttel und Karikaturist Roland Grundheber.
Foto: Innung
Präsentieren die Karl Marx Wurst (von rechts): Obermeister Manfred Schmitt, Fleischermeister Patrick Böttel und Karikaturist Roland Grundheber.

Den Geburtstag des Ökonomen hat die Fleischer-Innung Trier-Saarburg zum Anlass genommen, eine eigens kreierte Wurst nebst Grillsteak anzubieten. Und diese „kommt hervorragend an“, berichtet freudig Obermeister Manfred Schmitt. „Die Kunden sind spitz auf alles Neue.“

Karl Marx erlebt in Trier einen Hype. Die Ampelmännchen in der kreisfreien Stadt im Westen von Rheinland-Pfalz sind zum Teil nach seinem Vorbild gestaltet. Zudem schmückt, ebenfalls anlässlich des 200. Geburtstags, ein fünfeinhalb Meter hohes Karl-Marx-Denkmal seinen Geburtsort. Ein Geschenk aus China.

Auch die Fleischer-Innung organisiert Aktionen rund um die berühmten Söhne der Stadt, zum Beispiel Ausstellungen in den Fleischereien. Bereits vor zehn Jahren entwickelte sie einen „Konstantin-Ring“ zu Ehren des gleichnamigen Kaisers. Die Ausstellung lockte 500.000 Besucher an. Die vor zwei Jahren angebotene „Nero-Fackel“, eine feurig-scharfe Salami, die das Bild des Kaisers als Brandstifter unterstreichen sollte, gewann 2017 den Rudolf-Kunze-PR-Preis. Kreiert wurde sie anlässlich der damals vielbeachteten Nero-Ausstellung im Rheinischen Landesmuseum – die weltweit erste Ausstellung, die dem römischen Kaiser gewidmet wurde.

Ideenfindung für die Herstellung

Für die Rezeptur der Karl-Marx-Wurst nutzten die Metzger die wenigen Überlieferungen seiner Lebensweise, zum Beispiel seine angebliche Vorliebe für Moselwein. Er stammt aus dem Moseltal, welches mit seinen Nebentälern Saar und Ruwer Deutschlands älteste Weinbauregion bildet. „Er hat gern gesoffen“, erzählt Obermeister Manfred Schmitt lachend. Außerdem kaufte Marx gern beim Metzger. Da er allerdings nur wenig Geld besaß, durfte er bei den Metzgern in London, wo er seit 1849 lebte, bald nicht mehr anschreiben lassen. Der Entwickler der Marx-Wurst, Patrick Böttel, ist davon überzeugt, dass sein Produkt auch dem Namensgeber schmecken würde.
Patrick Böttel kreierte die Rezeptur für die Karl Marx Wurst nebst Schwenksteak.
Foto: Innung
Patrick Böttel kreierte die Rezeptur für die Karl Marx Wurst nebst Schwenksteak.
Da Marx’ Eltern jüdischen Glaubens waren und Anhänger diesen Glaubens kein Schweinefleisch essen dürfen, besteht die Wurst zum Großteil aus Rindfleisch. „Die Bratwurst nur ein bisschen abzuändern war uns zu platt“, erklärt der Obermeister. Die Haushälterin des Philosophen stammte aus dem Saarland, dem Bundesland, das für sein Schwenksteak bekannt ist. Daher kreierte Böttel zusätzlich eine Würzung für ein Steak mit einer zu Marx’ Vorlieben passenden Riesling-Note.

Bei einer Verkostung der Marx-Produkte der Innung überzeugten die Wurst und das Schwenksteak von Patrick Böttel. Die genauen Zutaten für die Wurst gibt die Innung nicht preis. Nur einige Gewürze verrät Böttel: schwarzer Pfeffer, Paprika und Thymian. Das Rezept steht gemäß den Regeln der Innung allen Mitgliedern zur Verfügung. So kann jeder Innungsbetrieb das Karl-Marx-Duo im eigenen Fachgeschäft anbieten. Die Rezeptur sei auf großes Interesse gestoßen, denn alle Kollegen haben sie abgerufen.

Karikatur als Blickfang

Aufmerksamkeit sollen die Produkte durch ein Plakat erhalten. Das Motiv hierfür gestaltete der Karikaturist Roland Grundheber in seinem Atelier. Die Porta Nigra, das Wahrzeichen von Trier, wird in der Karikatur zum Grill, auf der Marx, bekleidet mit Grillschürze, Fliege und Halskrause, Steak und Wurst zubereitet.

Das Atelier des Karikaturisten liegt in direkter Nachbarschaft zur Fleischerei des Obermeisters. Während des Entstehungsprozesses besuchte der Künstler die Fleischerei häufig und beobachtete interessiert die Entwicklung der Produkte. Nachdem Grundheber einige Entwürfe für die Karikatur angefertigt hatte, entschieden sich die Fleischer für das endgültige Motiv, das jetzt einige Fachgeschäfte in Form von Plakaten und Thekenaufstellern schmückt. Außerdem gibt es Roll-ups, die sich die Kollegen der Innung von Obermeister Manfred Schmitt ausleihen können.

Präsentation der Marx-Wurst

Die Metzger bieten Wurst und Steak auf dem Handwerkermarkt in Trier, der vom 30. Juni bis 1. Juli rund um die Porta Nigra stattfindet. Zu sehen gibt es hier vor allem hochwertiges Kunsthandwerk. 140 Anbieter stellen dort ihre kunstvollen und hochwertigen Produkte sowie handwerklichen Unikaten aus. Außerdem führen sie hier ihre Arbeit vor. Auf dem Markt zu finden sind unter anderem Keramiker, Gold- und Silberschmiede, Drechsler, Kunstschmiede, Textilgestalter und Glockengießer sowie Kerzenmacher, Korbflechter, Glasbläser und vieles mehr.

Wer auf dem Trierer Kunsthandwerker-Markt hungrig wird und etwas zu essen sucht, kommt um die Innung Trier gar nicht herum. Denn nur am Stand der Fleischer gibt es etwas zu futtern. Selbstredend auch die Böttels Karl-Marx-Wurst und das dazu gehörige Schwenksteak.

Weblink zur Innung Trier-Saarburg

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