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Donnerstag, 28. Januar 2016
Mitarbeitersuche auf der eigenen Flotte.
Foto: Sven Tholius
Mitarbeitersuche auf der eigenen Flotte.
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Personalsuche


Es ist schwer, an gutes Personal zu kommen. Wenn Lücken aufzufüllen sind, die durch Fluktuation, Krankenstand oder Elternzeit entstehen, sucht Stephanie Strobel nach Mitarbeitern, die mitdenken und Ideen haben.

Diese Arbeit hat zuletzt das hauseigene Kreativ-Team erledigt und reichlich Bewerber beigeschafft, so dass die Chefin nur noch auszuwählen brauchte. Durch diese Glanzleistung sehen sich die gelernte Bankkauffrau und Betriebswirtin und ihr Mann Rüdiger Strobel darin bestätigt, aus den Reihen der eigenen Mitarbeiter eine Elitetruppe aufzubauen.

Das vom externen Trainer Sven Tholius betreute Kreativ-Team gibt es seit genau einem Jahr. Die fünf Teilnehmer suchten die Inhaber gezielt unter den Beschäftigten der drei Läden und der Wurstküche danach aus, ob sie in ein solches Gremium passen. „Wenn man im Verkauf etwas ändern will, muss auch die Produktion mitziehen“, begründet die Meistersfrau die Besetzung.

Eine ausgesprochen gute Resonanz brachte der Flyer. Er wurde nicht nur auf Facebook eingestellt, sondern zudem allen Kunden persönlich mit der Frage ausgehändigt, ob sie im Familien- oder Bekanntenkreis jemanden kennen, der als neuer Kollege in Betracht käme.
Foto: Strobel
Eine ausgesprochen gute Resonanz brachte der Flyer. Er wurde nicht nur auf Facebook eingestellt, sondern zudem allen Kunden persönlich mit der Frage ausgehändigt, ob sie im Familien- oder Bekanntenkreis jemanden kennen, der als neuer Kollege in Betracht käme.
Inzwischen hat sich das Team der Metzgerei Strobel mehrmals mit seinem Trainer zusammengetan, um an konkreten Projekten zu arbeiten: neue Produkte, Präsentation, Aktion und Mitarbeiterrekrutierung. Nur das erste Treffen war ergebnisoffen, zu allen übrigen legen die Vorgesetzten ein Thema fest oder schlagen vor, worauf das Augenmerk liegen soll. Alle Teammitglieder sind gleichberechtigt und sich ihrer Eigenverantwortung bewusst. Mittlerweile betrachten sie die Teamfunktion als Lob und Auszeichnung, auch wenn sie unter den Kollegen mitunter keinen leichten Stand haben, wenn sie Veränderungen fordern oder Neuerungen durchsetzen wollen.

Metzgerei Strobel

Am Firmensitz angesiedelt sind Hauptgeschäft, Produktion und Eventhalle. Filialen gibt es in Naila und Issigau. Von den 40 Mitarbeitern sind der Produktion 8, 1 dem Büro, der Küche 3 + 1 Praktikantin und alle übrigen dem Verkauf zugeordnet.
„Aber es ist gar nicht verkehrt, wenn unsere Mitarbeiter auch mal eine solche Erfahrung machen müssen, das stärkt ihre Kompetenz in der Personalführung“, betont Stephanie Strobel. Denn sie weiß, wie wichtig Überzeugungsarbeit und Erklärungen sind, damit alles vorgabengemäß läuft.

Das mühselige Erklären und Rechtfertigen hat sie nun zum Teil an ihre Teamplayer delegiert, die sich über eine eigene Whatsapp-Gruppe verständigen und sogar in der Freizeit treffen, um die nächste Zusammenkunft inhaltlich vorzubereiten. „Unsere Mitarbeiter lernen, selbst die Initiative zu ergreifen und nicht darauf zu warten, bis etwas von ‚oben‘ angeordnet wird“, zieht Strobel Zwischenbilanz.

Ziel ist für sie, „dass das Verkaufen und Beraten aktiver stattfindet und der Kunde einen Mehrwert erkennt, damit er mehr kauft und regelmäßig wiederkommt.“

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