Wahlen Zitterpartie in Apolda

Dienstag, 30. Januar 2018
Antje Pfauter (links) und Klaus-Dieter Oppel (2.v.r.) unterstützen den neu gewählten Landesinnungsmeister Thomas Hönnger. Helgard Anding führt weiterhin die Geschäfte.
Foto: fl
Antje Pfauter (links) und Klaus-Dieter Oppel (2.v.r.) unterstützen den neu gewählten Landesinnungsmeister Thomas Hönnger. Helgard Anding führt weiterhin die Geschäfte.

Es war weitaus mehr als ein Stein, der der thüringischen Verbandsspitze um dem scheidenden Landesinnungsmeister Günter Grüner und Geschäftsführerin Helgard Anding beim Verbandstag in Apolda nach einer langen Zitterpartie vom Herzen fiel. Es war die Wahl des neuen Landesinnungsmeisters (LIM), die alle Beteiligten in spürbare Anspannung versetzte. Erst nach mehreren glücklosen Wahlrunden erklärte sich Thomas Hönnger bereit, die Nachfolge Grüners anzutreten.
Dass die Wahl zur Zerreißprobe werden würde, zeichnete sich bereits im Vorfeld ab. So gelang es dem Verband im Lauf des vergangenen Jahres nicht, einen geeigneten Nachfolger zu finden, der gleitend in das Amt eingeführt werden konnte. Aufgrund dieses ungünstigen Vorzeichens befürchteten viele, dass das oberste Ehrenamt der Fleischerzunft im Freistaat selbst nach der Wahl unbesetzt bleiben würde.

Letztlich deutete auch alles darauf hin. Nach dem sich kein Freiwilliger für das Amt meldete, wurden zunächst mündlich und dann schriftlich Kandidaten vorgeschlagen bzw. gewählt. Allerdings nahm keiner der Auserwählten die Wahl an. Zu diesem Zeitpunkt ergriffen die auswärtigen Ehrengäste das Wort, um den Thüringer Kollegen bei der Entscheidungsfindung zu helfen. So appellierten nacheinander Klaus Gerlach (LIM Brandenburg), Thomas Keller (LIM Sachsen) sowie DFV-Präsident Herbert Dohrmann an den Gemeinschaftsgedanken der Kollegen. Alle drei berichteten auch von ihren eigenen Ängsten und Bedenken, als sie vor der gleichen Entscheidung standen und wie sehr das Amt doch nun eine Bereicherung für sie sei.

Mit deutlich ergreifenderen Worten richtete sich Helgard Anding an die Delegierten. So hielt sie ihnen vor Augen, dass eine gescheiterte Wahl womöglich das Ende des Verbands bedeute. Inzwischen konzentrierte sich die Überzeugungsarbeit auf Thomas Hönnger. Der Obermeister der Innung Jena/Saale-Holzland-Kreis war der Wunschkandidat vieler Anwesender, hatte die Übernahme des Amts bei den vorherigen Wahlgängen jedoch abgelehnt. Letzten Endes mag es eine Mischung aus Vernunft und Pflichtbewusstsein gewesen sein, die den Jenaer umstimmte. Jedenfalls sorgte die Entscheidung für große Erleichterung. Als Stellvertreter wurden Klaus-Dieter Oppel und Antje Pfauter wiedergewählt.
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