Wissen für Mitarbeiter Arbeitet flexibler und macht schneller Karriere!

Freitag, 10. Februar 2017
Foto: DFV

Wer ein Problem löst, kriegt eine Belohnung. Wer mehrere Probleme löst, kriegt mehr Belohnung. So ist das in der Wirtschaft. So ist es gerecht. Und so ist es auch an den Arbeitsplätzen der Fleischbranche. Daher heißt der Appell der afz: Arbeitet flexibler und macht so schneller Karriere!
1. Flexibel sein in der Art unserer Arbeit: Es ist unser Vorteil als Mitarbeiter, wenn wir flexibel arbeiten. Diese Flexibilität kann ganz verschiedene Seiten haben: Einmal geht es um das klassische „Hinten und vorne“ in einer Fleischerei. Hinten, da sind die Produktionsfleischer. Vorne, da sind die Bedienkräfte. Flexibilität bedeutet hier, dass etwa der Fleischer seinen Erfolg auch im Verkauf findet.

Aus einer solchen Flexibilität entsteht ein echtes Gewinner-Gewinner-Spiel. Es profitieren alle: Das Unternehmen stillt seinen Bedarf an Arbeitszeit leichter. Personelle Engpässe im Verkauf können dann mit den talentierten Fleischern ausgeglichen werden. Gleichermaßen profitieren die flexiblen Mitarbeiter: Sie werden unentbehrlich, steigern ihren Wert und damit in der Regel auch ihr Gehalt.

Ganz abgesehen vom Gehalt wachsen durch flexibles Arbeiten persönliche Kompetenz und Erfolgserlebnisse. Denn: Männer hinter der Fleischtheke werden einfach angehimmelt. Für die meisten Kunden strahlt der Mann hinter der Theke ein Mehr an Fleischkompetenz aus – das ist ungerecht, aber wahr. Bei den Bedienkräften, die sich über gelegentliche Mitarbeit in der Produktion besonders flexibel zeigen, entsteht ein vorteilhafter Know-how-Transfer: Bei allen Erklärungen an der Theke zu Zutaten und Zusatzstoffen können sie jetzt hinzufügen: „Ich weiß das, ich arbeite immer wieder auch in unserer Wurstproduktion mit.“

Neben den Arbeitsbereichen Verkauf und Produktion kann die Flexibilität auch die Mitarbeit bei der Produktentwicklung oder der Qualitätssicherung umfassen; vielleicht gilt sie auch dem Partyservice und Catering. Man stelle sich nur vor, welche Bewunderung ein Metzger erreicht, der am Büfett einen Ochsenbraten tranchiert und dabei erklärt, wie er diesen Ochsen vor einigen Wochen zerlegt und dann in den Fleischreiferaum verbracht hat.

Empfehlung an alle Produktionsmitarbeiter: Sprecht Eure Chefs darauf an, dass Ihr gern auch mal im Verkauf arbeiten würdet. Ihr werdet das gut machen und den höchsten Durchschnittsumsatz aller Bedienkräfte erreichen – das ist die wichtigste Kennzahl zur Bewertung einer Bedienkraft. Und dann holt Euch auch die Belohnung dafür!

Empfehlung an alle Bedienkräfte: Wünscht Euch von Euren Chefs, dass Ihr fachliches Wissen zur Produktion, zu den Zutaten und den Technologien in der Produktion gezeigt bekommt. Das ist schon der erste Schritt zu mehr Kompetenz an der Theke. Denn: Wir brauchen fachliche Erlebnisse noch dringender als Lesen und Lernen. Und dann bietet an, bei Bedarf auch mal in der Produktion mitzuarbeiten. Derart flexible Mitarbeiter werden für das Unternehmen schnell unentbehrlich – und entsprechend beliebt und bezahlt!

2. Flexible Jobs bevorzugen: Vergessen wir einmal für einen Moment lang Chefs, Geld und Karriere. Denken wir mal nur an uns: Wie werden wir uns persönlich entwickeln, wenn wir tagein, tagaus und jede Woche immer genau das Gleiche zu festen, geregelten Arbeitszeiten machen würden? Meine Prognose: Wir werden dann frühzeitig langweilig. Wir werden viel zu früh alt werden. Wer sich aber der Herausforderung stellt und sich bei einer neuen, bisher nicht bekannten Herausforderung fragt: „Wer soll das schaffen, wenn nicht ich?“, der wird attraktiv und spannend bleiben.

3. Flexibel sein in unserer Arbeitszeit: Flexibilität hat eine zweite wichtige Ebene: Die Arbeitszeit. Die Kunden kommen nun mal nicht gleichmäßig an die Theke. Manche Fachgeschäfte machen allein am Freitag mehr Umsatz als von Montag bis Donnerstag zusammen. In der Produktion gibt es ebenso Stoßzeiten. Dahinter stehen dann oft Aufträge, die termingerecht ausgeführt werden müssen. Mitarbeiter, die ihre Arbeitszeit dann zur Verfügung stellen, wenn der Betrieb sie braucht, machen sich zu besonders wertvollen Kräften. Ganz logisch: Besonders wertvolle Kräfte werden besser bezahlt, sind besonders hoch angesehen und qualifizieren sich zu Führungskräften.

Es lohnt sich für Mitarbeiter generell, dann mehr zu arbeiten, wenn mehr Arbeit da ist. Im Bedienverkauf ist Flexibilität beispielsweise dieses Statement: „Chef, falls ich mal gebraucht werde, wenn ich nicht eingeteilt bin, springe ich gern ein.“ Und umgedreht zeigt eine Verkäuferin oder ein Verkäufer ganz besonderes unternehmerisches Denken, wenn in verkaufsschwachen Zeiten dieses Angebot gegeben wird: „Chef, heute ist nichts los. Wenn Sie wollen, mache ich jetzt Feierabend und arbeite lieber dann, wenn viel zu tun ist.“

Empfehlung an alle Mitarbeiter: Bietet Euren Unternehmen zeitlich flexibles Arbeiten an. Wir sind doch keine Beamten. Das Training, das wir mit freiwilligen flexiblen Arbeitszeiten mit uns selbst starten, tut uns gut. Es macht uns zu unternehmerisch denkenden Mitarbeitern. Und: Solche werden immer gebraucht, kommen immer nach oben und werden nie auf der Straße stehen. Diese Flexibilität qualifiziert uns auch für die berufliche Selbstständigkeit.

4. Flexibilität als persönliche Ressource: Der Autor dieses Beitrags hat in mehr als 20 Berufsjahren als Unternehmensberater in unserer Branche mehr als 340 Betriebe von innen kennengelernt und dabei zwei Mitarbeitertypen erlebt: Die einen sind Pflichterfüller. Sie stehen brav an ihrem Platz und machen ihren Job. Sie achten darauf, keinen Fehler zu machen und sie vermeiden Konflikte. Mit den Pflichterfüllern können auch in der nächsten Woche die planmäßigen Aufgaben erfüllt werden. Auch Ostern und Weihnachten klappt, denn die Pflichterfüller wissen, dass jedes Jahr ein Ostern und ein Weihnachten kommt. Kurzum: Es läuft alles so weiter, wie es immer schon gelaufen ist – mehr aber auch nicht. Innovation, Fortschritt und Veränderung sind die natürlichen Feinde der Pflichterfüller.

Die anderen Mitarbeiter sind die Flexiblen. Man könnte sie Neudeutsch auch Performer nennen. Sie bewerben sich nicht als Verkäufer, sondern als Springer. Sie wollen Jobs mit Aufstiegsperspektive. Sie suchen Herausforderungen, nicht nur Arbeitsplätze. Sie können sich in ihren Köpfen viele Tätigkeiten und die ganz große Karriere vorstellen. Ihre Flexibilität beginnt im Kopf. Ihr Credo heißt „Geht nicht, gibt’s nicht“. Sie denken für das Unternehmen mit und überlegen: „Wie können wir unseren Kunden einen höheren Nutzen geben?“ Mit ihnen wird ideelles und materielles Wachstum verwirklicht. Sie machen sich in den Unternehmen schnell unentbehrlich – denn sie werden gebraucht, und es gibt zu wenige von ihnen. Und: Sie fordern im Wissen um die eigenen Stärken auch für sich selbst die angemessenen Belohnungen ein.

Empfehlung an alle Mitarbeiter: Wir entscheiden souverän für uns selbst, ob wir zu den Pflichterfüllern oder zu den Flexiblen, den Performern, gehören wollen. Es ist völlig in Ordnung, wenn wir bei dieser Entscheidung unseren Arbeitgeber und das Unternehmen zunächst einmal vergessen und nur an uns denken.

Wie werden wir für uns persönlich mehr Fortschritt und mehr persönliche Weiterentwicklung erreichen? Wie werden wir auch mehr Erfolgserlebnisse, ein stärkeres Selbstbewusstsein, mehr Glücksgefühle bei der Arbeit und mehr Anerkennung erreichen? Daher: Wer bisher nur ein bloßer Pflichterfüller war, sollte seine Richtung rasch ändern, um seine Ziele zu erreichen Und wer sich schon auf dem Kurs flexibler Performer befindet, der sollte sein Tempo auf dem richtigen Weg noch ein wenig steigern. Denn Flexibilität ist die Basis für Wachstum für alle.
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