Afrika El Niño bedroht Ernährungssicherheit

Mittwoch, 16. März 2016
Foto: Hans-Jürgen Spengemann / pixelio.de

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) warnt vor einer weiteren Verschlechterung der Nahrungsmittelversorgung im südlichen Afrika durch das Wetterphänomen El Niño.

Wie die UN-Organisation in Rom mitteilte, benötigen mittlerweile 27 Staaten südlich der Sahara externe Unterstützung, um die Folgen von Dürren und Überschwemmungen, aber auch von Bürgerkriegen abzumildern. Seit Dezember wurde der Liste Swaziland hinzugefügt. Weltweit sind damit 33 Staaten in solcher Weise betroffen.

Nach Angaben der FAO hat die durch El Niño hervorgerufene Trockenheit die Ernteaussichten im südlichen Teil des afrikanischen Kontinents stark beeinträchtigt. Auch für Marokko und Algerien wurden die Erwartungen nach unten geschraubt, während das Klimaphänomen in Mittelamerika und der Karibik dafür sorgen könnte, dass die Aussaat der wichtigsten Kulturen bereits im dritten Jahr in Folge beeinträchtigt wird.

Gleichzeitig blickt die FAO mit Sorge auf die anhaltenden Konflikte in Ländern wie Syrien, dem Irak, Somalia oder der Zentralafrikanischen Republik. Der Landwirtschaft dieser Staaten sei schwerer Schaden zugefügt worden, und dies verschlimmere die dortige humanitäre Krise weiter, betont die Organisation. In den meisten Fällen wirkten sich die Konflikte auch auf Nachbarländer wie zum Beispiel Kamerun und die Demokratische Republik Kongo aus, die viele Flüchtlinge beherbergten.

Mit Blick auf die nördliche Erdhalbkugel berichtet die FAO von unter dem Strich günstigen Aufwuchsbedingungen für Wintergetreide. Insbesondere in Asien wird vorläufig mit einer hohen Weizenernte gerechnet. In China könnte das Aufkommen an Weizen mit 130 Mio. t annähernd an die Rekordernte von 2015 heranreichen. In Indien wird bislang ein Plus von 8,4 Prozent auf 93,8 Mio. t erwartet; das wären nur 2,1 Prozent weniger als die Rekordmenge von 2014. Für die Europäische Union geht die FAO von einer Weizenproduktion von 155,0 Mio t aus; das wären 2,2 Prozent weniger als 2015, aber 1,2 Prozent mehr als im Mittel der vergangenen drei Jahre. Die globale Weizenernte könnte nach den FAO-Prognosen mit 723 Mio. t um 1,4 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurückbleiben.

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