Agrarministerkonferenz Vierter Weg rückt näher

Freitag, 27. April 2018
Michaela Kaniber verantwortet im Kabinett Söder die Landwirtschaft.
Foto: StMELF
Michaela Kaniber verantwortet im Kabinett Söder die Landwirtschaft.
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Agrarministerkonferenz Michaela Kaniber Betäubung


Der vierte Weg scheint näher zu rücken. Nach der Agrarministerkonferenz in Münster zieht Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) für die Landwirte im Freistaat eine positive Bilanz: Die von der Wirtschaft geforderte Alternative, die allerdings noch gesetzlicher Änderungen bedarf, findet offenbar immer mehr Zustimmung unter den Länderministern.
Ihr Werben um eine praxistaugliche Lösung in der Debatte um die Ferkelkastration habe gefruchtet, freut sich die CSU-Ministerin im Nachgang der zweitägigen Konferenz. Kaniber: „Meine Länderkollegen kommen zunehmend wie Bayern zur Überzeugung, dass wir rasch ein Verfahren brauchen, das den Interessen von Landwirten, Verbrauchern und Tierschutz gleichermaßen gerecht wird und das auch umsetzbar ist.“ Das sei bei den bislang diskutierten Alternativen Ebermast, Impfung und Eingriff unter Vollnarkose nicht der Fall, erklärte die Bayerin in einer Pressemitteilung. Als Vorbild sieht sie den etwa in skandinavischen Ländern längst praktizierten vierten Weg – ein Verfahren, bei dem der Landwirt die örtliche Betäubung mit einem Lokalanästhetikum selbst vornimmt. „Gerade für kleinere Ferkelerzeugerbetriebe wäre das eine praktikable und tierschutzgerechte Lösung“, so die Ministerin.
Ferkel Dänemark
(Bild: si)

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Die Zeit drängt, das weiß auch die Ministerin, denn ab kommendem Jahr dürfen männliche Ferkel nicht mehr ohne Betäubung kastriert werden. Deshalb solle rasch eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe unter Beteiligung von Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden eingesetzt werden, um ein solches Verfahren auch in Deutschland schnellstmöglich realisieren zu können, schlägt Kaniber vor. Oberstes Ziel müsse es bleiben, die heimische Erzeugung zu stärken und den Importdruck aus anderen Ländern zu verringern.
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