Ernährungsreport 2016 Tierwohl darf etwas kosten

Dienstag, 05. Januar 2016
Foto: BMEL/photothek.net/Thomas Köhler

Der frisch aufgelegte BMEL-Ernährungsreport 2016 „Deutschland, wie es isst“ bestätigt die Trends der letzten Jahre: Die Deutschen lassen sich ihren Appetit auf Fleisch und Wurst trotz aller Negativschlagzeilen nicht verderben. Die Zahl der Vegetarier bleibt überschaubar, und Frauen ernähren sich grundsätzlich gesünder als Männer.

Das sind die wesentlichen Ergebnisse der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), die Minister Christian Schmidt am Dienstag in Berlin vorstellte.

Demnach hat eine gesunde Ernährung für viele Menschen einen hohen Stellenwert: Die überwiegende Mehrheit der Befragten gibt an, dass es ihnen gelinge, sich im Alltag gesund zu ernähren. Während sechs Prozent der Frauen nie Fleisch oder Wurst essen, ernährt sich lediglich ein Prozent der Männer fleischlos.

Fleisch und Wurst stehen tatsächlich weiter hoch im Kurs – bei vier von fünf Befragten (83 Prozent) kommen mehrmals die Woche Fleischprodukte auf den Tisch. Besonders bei den Männern gehört Fleisch dazu: Sie essen mehr als doppelt so häufig (47 Prozent) wie Frauen (22 Prozent) jeden Tag Wurst und Fleisch.

Und wieder beschwört der Verbraucher seine Bereitschaft mehr zu zahlen, wenn Tiere dafür besser gehalten würden. Das unterschreiben fast alle Befragten (89 Prozent). Konkret geben sie an, im Schnitt 16,50 Euro für ein Kilo Fleisch aus tiergerechterer Haltung zu bezahlen, wenn das Kilo Fleisch aus herkömmlicher Produktion zehn Euro kosten würde. Den 19- bis 29-Jährigen wäre die Investition in mehr Tierwohl demnach sogar 20 Euro wert.

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