Fachkräftesicherung Flaute am Ausbildungsmarkt

Dienstag, 13. September 2016
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Ausbildungsjahr Lehrstelle


Das neue Ausbildungsjahr startet nicht für alle Branchen mit guten Vorzeichen. Die Berufe im Fleischerhandwerk treffen auf eine äußerst geringe Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt.

Zum Stichtag 30. August berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) von einem deutlichen Missverhältnis zwischen gemeldeten Lehrstellen und unbesetzten Ausbildungsplätzen. Die Nürnberger Behörde erfasste bundesweit 3.637 (Vorjahr 3434) Angebote für eine berufliche Ausbildung zum Fleischer. Unbesetzt sind davon 1.711 Lehrstellen. Die Jobcenter hatten dabei 780 Bewerber zu vermitteln. Davon blieben 133 Ausbildungswillige bisher unversorgt.

Im Berufsbild Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk mit Fachrichtung Metzgerei sieht es nicht besser aus. Auch hier kann von den 6.492 gemeldeten Ausbildungsplätzen nur jede zweite Lehrstelle besetzt werden. Der Mangel an Bewerbern ist sogar noch größer: Ende August hatte die Arbeitsagentur nur 387 junge Menschen vermitteln können.

In diesen Zahlen unberücksichtigt ist die hohe Anzahl sowohl von fleischerhandwerklichen Unternehmen, dem Lebensmittelhandel sowie den Industriebetrieben, die ihren Bedarf erst gar nicht an die Arbeitsagenturen melden. In Gesprächen mit der afz verweisen viele Meister auf eigene Aktionen, die im Glücksfall zur Besetzung jeder zweiten Stelle führen.

Der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) zählte für 2015 einen Bestand von 3.173 Fleischern und 4.230 Verkäuferinnen über alle drei Ausbildungsjahre hinweg. Im bundesweiten Vergleich aller Berufsbilder passen Nachfrage und Angebot zusammen: Hier stehen 526.673 Lehrstellen 530.435 Bewerbern gegenüber.

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