Ferkelkastration Ausstieg darf kein Alleingang bleiben

Donnerstag, 06. April 2017
Blick in den Plenarsaal des Bundesrats.
Foto: Henning Schacht / Bundesrat
Blick in den Plenarsaal des Bundesrats.
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Ferkelkastration


Der Bundesrat drängt auf EU-Vorgaben zur betäubungslosen Ferkelkastration.

Angesichts des Risikos, dass die Ferkelproduktion in Deutschland durch das Anfang 2019 in Kraft tretende Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration Marktanteile an ausländische Wettbewerber verliert, hat der Bundesrat die Bundesregierung aufgefordert, sich für harmonisierte Vorgaben zur betäubungslosen Ferkelkastration in der gesamten Europäischen Union einzusetzen. Dadurch könnten ein einheitliches Tierschutzniveau erreicht und Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden, erklärte die Länderkammer in ihrer Stellungnahme zum Bericht der Bundesregierung zum Ausstieg aus der Ferkelkastration ohne Betäubung.

Die Länder teilen im Wesentlichen die Auffassung der Regierung, dass nach dem Ende der betäubungslosen Ferkelkastration mit dem Eingriff unter Narkose, der Immunokastration und der Jungebermast geeignete Alternativverfahren zur Verfügung stehen. Sie wiesen aber darauf hin, dass aus Sicht des Tierschutzes die Ebermast und die Immunokastration Vorteile gegenüber der chirurgischen Kastration mit Betäubung besäßen.

Auf den kürzlich von Erzeugern, Schlachtunternehmen und Organisationen der Schweinebranche in der „Herriedener Erklärung“ geforderten „vierten Weg“, der bei der Kastration eine vom Landwirt durchgeführte Lokalanästhesie als weitere Alternative vorsieht, ging der Bundesrat konkret nicht ein. Er begrüßte lediglich die Bereitschaft der Regierung, durch Forschungsvorhaben und Praxisversuche praktikable und wirtschaftlich tragbare Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration, insbesondere auch für kleine und mittlere Betriebe, zu unterstützen.

Die Bundesregierung hatte in ihrem Bericht in Aussicht gestellt, auch die von der Branche angestrebten Verfahren zu fördern, die der Landwirt selber durchführen kann und die möglichst wenige Veränderungen an der bisher üblichen Praxis erfordern. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass diese Ansätze den Erfordernissen des Tierschutzes, der Arzneimittelsicherheit und des Verbraucherschutzes Rechnung trügen.

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