Grüne Woche 2017 Bühne für Profilierung

Donnerstag, 19. Januar 2017
Markthallen-Atmosphäre herrscht in diesem Jahr in der neu konzipierten Halle 12. Hier bieten die unterschiedlichsten Aussteller  vom Streetfood bis zum Craftbeer sowie den Eigen-Kreationen kleiner Manufakturen ausgefallene Leckerbissen an.
Foto: Messe Berlin
Markthallen-Atmosphäre herrscht in diesem Jahr in der neu konzipierten Halle 12. Hier bieten die unterschiedlichsten Aussteller vom Streetfood bis zum Craftbeer sowie den Eigen-Kreationen kleiner Manufakturen ausgefallene Leckerbissen an.

Messe Berlin erwartet zur Leistungsschau der Ernährungswirtschaft einen politischen Schlagabtausch. Traditionsveranstaltung öffnet am 20. Januar. In Halle 12 herrscht erstmals Markthallenflair.

Eine ausgesprochen politische Internationale Grüne Woche erwartet der zuständige Projektleiter bei der Messe Berlin, Lars Jaeger: „Zum Auftakt des Wahljahres werden die Parteien und Organisationen die Ausstellung nutzen, um intensiv für ihre agrarpolitischen Vorstellungen zu werben.“ Er selbst begrüße das, gelte doch die sachliche Auseinandersetzung um den besten Weg seit jeher als ein Qualitätsmerkmal der Grünen Woche.

Dem werde die anstehende Ausstellung in besonderer Weise gerecht. Jaeger zählt dazu auch die kontroverse Diskussion an Teilen der modernen Agrar- und Ernährungswirtschaft, wie sie beispielsweise in der „Wir-haben-es-satt-Demonstration“ am Rand der Messe zum Ausdruck gebracht werde. „Ich würde mir allerdings wünschen, dass diese Auseinandersetzung in sachlichen Diskussionsrunden innerhalb der Grünen Woche ausgetragen würde und nicht außerhalb“, so Jaeger. Die Messe Berlin verstehe die Grüne Woche als neutrale Plattform, auf der unterschiedliche Sichtweisen zum Ausdruck gebracht werden könnten. Inhaltliche Vorgaben gebe es von Seiten der Veranstalter nicht.

Grünewoche - Fahnen
(Bild: Messe Berlin)

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Neben ihrer Funktion als Ort der politischen Standortbestimmung werde die diesjährige Messe wieder einmal ihrer Rolle als Testmarkt für die Lebensmittelbranche gerecht. Jaeger wies in diesem Zusammenhang die landläufige Bezeichnung an der Grünen Woche als „Verbrauchermesse“ zurück. Er sprach stattdessen von „400.000 Entscheidern an der Ladentheke“, die Aufschluss über Trends im Lebensmittelmarkt geben würden.

Partnerland der diesjährigen Grünen Woche ist Ungarn. Russland ist erneut nicht vertreten.

Zeichen der Zeit erkannt

Als Beleg für die immer weiter steigende Bedeutung von Regionalität wertet Jaeger nicht zuletzt die Präsentation der Bundesländer im Rahmen der Deutschlandtour, bei der „Regionalität als das neue Bio“ erneut eine maßgebliche Rolle spielen werde. Mit Ausnahme des Saarlands und Hamburgs demonstrierten alle Länder mit ihrer Teilnahme an der Grünen Woche, dass sie die Zeichen der Zeit erkannt hätten und die weiter steigende Bedeutung der Regionalität für sich zu nutzen wüssten.
Grünewoche - Eingang Funkturm
(Bild: Messe Berlin)

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Grüne Woche 2017 Im Zentrum der Politik

Die kulinarische „Deutschlandtour“ führt die Besucher erneut durch neun Messehallen. Ausgangspunkt ist die frühere Länderhalle 20 mit Beiträgen von Thüringen sowie Niedersachsen und Bremen. Brandenburg belegt wie in der Vergangenheit die Halle 21a; die Halle 21b wird von Berlin und Sachsen gestaltet. Schleswig-Holstein und Hessen erwarten die Besucher erneut in Halle 22a. Bayern ist wie in den Vorjahren in der Halle 22b vertreten. Die Halle 23b ist auch 2017 die Sachsen-Anhalt-Halle. Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg folgen in Halle 5.2b. Nordrhein-Westfalen belegt die Halle 5.2a. Rheinland-Pfalz präsentiert sich erneut in der Blumenhalle der Halle 2.2.

Landwirtschaft in der Mitte der Gesellschaft

Räumlich und inhaltlich mit der „Deutschlandtour“ verbunden ist traditionell die Sonderschau des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Halle 23a. Mit dem Hallenmotto „Landwirtschaft in der Mitte der Gesellschaft“ wird dabei eine der zentralen politischen Ziele von Ressortchef Christian Schmidt aufgegriffen. Neben der modernen und nachhaltigen Landwirtschaft widmet sich das Ressort ländlichen Räumen als Lebens- und Arbeitsraum.

Weitere Themen in der Ministeriumshalle sind Ernährungskompetenz und nachhaltiger Konsum. Die Darstellung unterschiedlicher Forschungsvorhaben soll Aufschluss geben über die Agrar-, Ernährungs- und Forstwirtschaft der Zukunft. Den „roten Faden“ der Sonderschau bildet der nachhaltige und verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen.

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Grüne Woche 2017 Wissen fördert den Schlagabtausch

Eine Reihe seiner Vorhaben aus dem für 2017 finanziell massiv aufgestockten Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) stellt das Ministerium im Rahmen der Gemeinschaftsschau „Lust aufs Land – gemeinsam für ländliche Räume“ in Halle 4.2 vor. Praktische Lösungsansätze, Ideen und Projekte vom und für das Land bilden das Gerüst dieser Halle.

Dialog Lebensmittel

Die Spitzenverbände der deutschen Lebensmittelwirtschaft nutzen die Grüne Woche einmal mehr zum „Dialog Lebensmittel“. Schwerpunkt des gemeinsamen Messeauftritts der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und des Bunds für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) bildet das Thema „Ernährungsbildung“. Im Rahmen einer „Showküche“ soll über gemeinsame Kochaktionen mit anschließender Verköstigung Ernährungs- und Lebensmittelwissen leicht verständlich vermittelt werden.
Die Lebensmittelwirtschaft im Dialog: BVE und BLL mit Bundesernährungsminister Christian Schmidt am Herd zur Berliner Grünen Woche 2015.
Foto: BVE / BLL
Die Lebensmittelwirtschaft im Dialog: BVE und BLL mit Bundesernährungsminister Christian Schmidt am Herd zur Berliner Grünen Woche 2015.
Exklusiv für den Fachhandel wird die Messe Berlin vom 23. bis 27. Januar ein „Professional Center“ im Marshallhaus mit regionalen Erzeugnissen aus dem In- und Ausland einrichten. Ausstellern wird die Gelegenheit geboten, ihre Erzeugnisse Fachbesuchern aus den Bereichen Lebensmitteleinzelhandel, Catering, Gastronomie und Hotellerie anzubieten.

Die Kombination von traditionellen ökologischen Verfahren und moderner Technik ist für den Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) ein wesentlicher Aspekt seines Messeauftritts in der BioHalle 1.2. Die Blumenhalle 2.2 steht unter dem Motto „Das Paradies ist überall“ und lehnt sich an das Reformationsjubiläum an.

Stöbern, entdecken, kosten: Das können alle probierfreudigen Besucher auf der IGW jetzt auch in der neu konzipierten Halle 12. Hier konzentriert sich ein besonderes Nahrungs- und Genussmittelangebot, wie es heute in angesagten Markthallen zu finden ist. Vom 20. bis 29. Januar bieten die unterschiedlichsten Aussteller in der Atmosphäre einer geschäftigen Markthalle vom Street-Food bis zum Craftbeer sowie den Eigen-Kreationen kleiner Manufakturen ausgefallene Leckerbissen an.
Rasseschau in der Tierhalle 25.
Foto: jus
Rasseschau in der Tierhalle 25.
Eine große Anziehungskraft auf die Besucher der Grünen Woche übt seit jeher die Tierhalle 25 aus, die sich über die Jahrzehnte hinweg einen Ruf als „Schaufenster der deutschen Tierzucht“ erarbeitet hat.

Internationale Konferenzen

Zum neunten Mal veranstaltet das Bundeslandwirtschaftsministerium seine „Berliner Welternährungskonferenz“. Das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) richtet in diesem Jahr seinen Fokus auf „Landwirtschaft und Wasser als Schlüssel zur Welternährung“. Bundesminister Schmidt erwartet dazu erneut rund 70 Landwirtschaftsminister und hochrangige Regierungsvertreter aus allen Erdteilen sowie Spitzen des internationalen Agribusiness. Die Veranstaltungen unter dem Dach des GFFA sollen Impulse für weitere Diskussionen auf internationaler Ebene zum Thema Landwirtschaft und Wasser geben. Im Umfeld des 9. Agrarministergipfels am 21. Januar gibt es vielfältige Gelegenheiten für bilaterale Treffen hochrangiger Regierungsvertreter.

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