Grüne Woche 2018 Proteste begleiten Messe

Dienstag, 23. Januar 2018
Proteste begleiten Grüne Woche.
Foto: jus
Proteste begleiten Grüne Woche.

Umsatzrekorde provozieren Kritiker. Forderungen zur Abkehr von der auf Masse getrimmten Land- und Ernährungswirtschaft werden immer lauter.

Die Bundeshauptstadt ist in diesen Tagen zugleich das Zentrum der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Rund um die Internationale Grüne Woche wird Politik gemacht, werden Bilanzen gezogen, Weichen gestellt und Proteste angestoßen. 

Die Ernährungsindustrie blickte zum Auftakt der Messe auf ein erfolgreiches 2017 zurück. Der Umsatz kletterte mit 181 Mrd. Euro auf einen neuen Rekordwert. Wachstumsmotor war einmal mehr der Export.

Dem Trend, die landwirtschaftliche Erzeugung immer weiter in die Höhe zu schrauben, steht ein Teil der Gesellschaft sehr kritisch gegenüber. So wurde die Leistungsschau der Branche in Berlin mit zahlreichen Protesten begleitet: Laut Veranstalter forderten bei einem Protestmarsch der Initiative „Wie haben es satt“ mehr als 30.000 Menschen die kommende Bundesregierung zu einer neuen Agrarpolitik auf.

Auch Greenpeace entrollte öffentlichkeitswirksam ein Plakat am Funkturm neben den Messehallen und forderte: „Lasst die Sau raus“. Damit warben die Umweltschützer für eine andere Tierhaltung und eine verpflichtende Fleischkennzeichnung. Und auch die EU-Agrarminister bekannten sich zu einer besseren Nutztierhaltung, die zudem stärker zum Klimaschutz beitragen soll.

Der kommissarische Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) zeigte hingegen nicht allzu großen Aktionismus. Der Forderung nach einer verpflichtenden Haltungskennzeichnung von tierischen Erzeugnissen erteilte er eine Absage: kurzfristig nicht umsetzbar. Die EU-rechtliche Genehmigung sei ohne ein langwieriges Brüsseler Genehmigungsverfahren nicht zu bekommen.

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