Fleischerverband Bayern Am Ball bleiben

Dienstag, 26. Juni 2018
Bayerns Vorstand ist nun wieder komplett. Durch die Innungsaustritte waren Nachwahlen nötig geworden (von links): Thomas Krinner (Niederbayern), Manfred Weber (Mittelfranken), Michael Moser (Oberbayern), Harald Münzinger (Schwaben), Landesinnungsmeister Konrad Ammon jun., Thomas Köhn (Oberfranken), Horst Schömig (Unterfranken) sowie der stellvertretende Landesinnungsmeister Werner Braun. Auf dem Bild fehlt Daniel Hirsch (Oberpfalz).
Foto: Fleischerverband Bayern
Bayerns Vorstand ist nun wieder komplett. Durch die Innungsaustritte waren Nachwahlen nötig geworden (von links): Thomas Krinner (Niederbayern), Manfred Weber (Mittelfranken), Michael Moser (Oberbayern), Harald Münzinger (Schwaben), Landesinnungsmeister Konrad Ammon jun., Thomas Köhn (Oberfranken), Horst Schömig (Unterfranken) sowie der stellvertretende Landesinnungsmeister Werner Braun. Auf dem Bild fehlt Daniel Hirsch (Oberpfalz).

Die Herausforderungen für das Fleischerhandwerk werden nicht kleiner: EEG-Umlage, Ferkelkastration, drohende Diesel-Fahrverbote, die Ausweitung der Tachografenpflicht, die erneute Parität der Krankenkassenbeiträge und neue Betäubungszangen für schlachtende Betriebe.

Landesinnungsmeister Konrad Ammon jun. beim Verbandstag der Bayern in Nürnberg beschwor den Zusammenhalt im Freistaat: „Hierzu braucht unser Handwerk Stärke. Und für diese Stärke ist jeder einzelne Betrieb, jede Innung und der Verband als Dach entscheidend.“

Gute Nachrichten brachte der Landeschef aus München mit: Bei der Anschaffung neuer Betäubungszangen unterstützt das Landwirtschaftsministerium die Metzger mit jeweils 5.000 Euro. Dafür hatte Schlachthofchef Ammon aus Fürth lange gekämpft – und zuletzt noch eine Absage des Verbraucherschutzministeriums kassiert. Aber der LIV war hartnäckig geblieben. Das zahlte sich nun aus.

„Wir müssen den Politikern klarmachen, dass wir als Metzgermeister in die Wurstküche gehören und nicht auf den Bürostuhl.“
Konrad Ammon jun.
„Wir müssen den Politikern klarmachen, dass wir als Metzgermeister in die Wurstküche gehören und nicht auf den Bürostuhl.“ Das sagte der Fürther insbesondere vor dem Hintergrund der anstehenden bayerischen Landtagswahlen im September. Und da Politiker in Wahlkampfzeiten oft ein offeneres Ohr haben, motivierte Ammon seine Obermeisterkollegen, diese Zeit zu nutzen. „Ich zähle auf Sie.“ Um es ihnen möglichst leicht zu machen, sendet der Fleischerverband Bayern seine politischen Schreiben allen Innungen zu. Obermeister oder Geschäftsführer müssen das nur noch auf das offizielle Briefpapier drucken und an die Mandatsträger vor Ort senden. Ammon: „Wir liefern Ihnen alles frei Haus.“

Die fusionierte Innung Mittelfranken Süd (Nürnberg und Fürth), Gastgeberin des diesjährigen, 70. Verbandstags, hatte damit großen Erfolg: Von 75 Prozent der Angeschriebenen gab es eine Antwort. Von dem Rest sei dann eben keine Unterstützung zu erwarten. „Für uns Handwerksmetzger gilt es am Ball zu bleiben und mit der Politik in den Dialog zu treten“, bekräftigte Ammon.

Am Ball bleibt man auch bei den ausgetretenen Innungen. Denn angesichts der wachsenden Aufgaben schmerzt es den Landesverband und die Verbandsspitze umso mehr, dass zuletzt vier Innungen die Gemeinschaft verlassen hatten: Augsburg, Krumbach-Illertissen, Allgäu und Dinkelsbühl-Feuchtwangen.

Alle Gespräche hatten nichts genutzt. Nun ruhen die Hoffnungen auf einem Treffen zwischen DFV-Präsident Herbert Dohrmann und den Innungen. Deutschlands oberster Fleischer war auch zu Gast in Nürnberg. Er bereitete seine Kollegen darauf vor, dass Bundesministerin Julia Klöckner bis Ende des Jahres die Bereitschaft des Fleischerhandwerk sehen will, Salz und Fett in Fleischwaren zu reduzieren.

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