Nutztierstrategie Zähes Ringen ums Tierwohl

Dienstag, 10. April 2018
Die Politik sucht nach Wegen für eine gesellschaftlich akzeptierte Nutztierhaltung.
Foto: Kadmy / fotolia.com
Die Politik sucht nach Wegen für eine gesellschaftlich akzeptierte Nutztierhaltung.
Themenseiten zu diesem Artikel:

Nutztierstrategie Tierwohl


Die Politik sucht nach Wegen für eine gesellschaftlich akzeptierte Nutztierhaltung. Düsseldorf und Hannover präsentieren erste Pläne. Details und ein verbindlicher Terminplan fehlen aber.

Die Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen machen Druck bei der Entwicklung einer Nutztierstrategie. Die von der CDU geführten Landwirtschaftsministerien beider Länder legten vor kurzem entsprechende Pläne vor. Während Christina Schulze Föcking am Gründonnerstag Eckpunkte der „Nutztierhaltungsstrategie“ in Düsseldorf präsentierte, kündigte Barbara Otte-Kinast am vergangenen Donnerstag in Hannover den Ausbau des vorhandenen Tierschutzplans an. 

In den Papieren finden sich wenig konkrete Maßnahmen und kein Zeitfenster, bis wann eine Strategie verbindlich vereinbart sein soll. Stattdessen fordern die Ressortchefinnen zu konstruktiven Dialogen zwischen Öffentlichkeit, Landwirten, Verbänden und dem Lebensmittelhandel zur Lösung von Problemen auf. Ministerin Schulze Föcking, selbst Landwirtin, tritt für öffentliche Gelder zur Unterstützung der Bauern beim Umbau der Tierhaltung ein. Sie sollen vor allem für technisch-bauliche Maßnahmen eingesetzt werden. Die Mehrkosten der Tierhaltung müssten dagegen von den Verbrauchern aufgebracht werden, so die Ministerin.

In Niedersachsen will Otte-Kinast eine Projektgruppe zum „Schlachten und Töten“ sowie dem „Transport“ mit konkreten Tierschutzfragen ins Leben rufen. Die Erfahrungen aus dem Tierschutzplan der Ära Gert Lindemann sollen dabei zu einer Nutztierstrategie ausgebaut werden. Ein belastbarer Zeitplan fehlt auch hier – ebenso eine Lösung für die Errichtung moderner Ställe, die nicht in Konflikt mit den Regelungen des Baurechts oder des Immissionsschutzrechts geraten.

Einzig klar scheint den Verantwortlichen, dass die Tierhaltung unter dem gesellschaftspolitischen Druck verändert werden muss

Das könnte Sie auch interessieren
stats