Schweinehaltung Fünf vor zwölf

Dienstag, 03. Juli 2018
DBV-Präsident Joachim  Rukwied forderte auf dem Bauerntag ein schnelles Handeln der Politik zum Schutz der Schweinehalter.
Foto: Gero Breloer / DBV
DBV-Präsident Joachim Rukwied forderte auf dem Bauerntag ein schnelles Handeln der Politik zum Schutz der Schweinehalter.

Vor der Gefahr eines Strukturbruchs in der Sauenhaltung und der Abwanderung der Ferkelerzeugung ins Ausland hat der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), Joachim Rukwied, beim Bauerntag in der vergangenen Woche gewarnt.
„Für die Sauenhaltung ist es fünf vor zwölf“, sagte Rukwied. Hier helfe „keine Bedenkenträgerei und kein Formalismus“. Stattdessen müsse die Politik bei Ferkelkastration und veränderten Haltungsvorgaben für Sauen umgehend handeln.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ließ keinen Zweifel daran, dass sie an der Lokalanästhesie als „viertem Weg“ bei der Ferkelkastration festhalte. Die CDU-Politikerin erinnerte in Wiesbaden an die Absichtserklärung im Koalitionsvertrag, tierschutz- und praxisgerechte Alternativen bei der Ferkelkastration zu schaffen. „Dazu stehen wir“, betonte Klöckner. Eine dafür notwendige Änderung des Tierschutzgesetzes werde nicht an der Union scheitern.

Bei der notwendigen Neuregelung der Haltung von Sauen in Kastenständen drängt Klöckner auf eine Regelung, die insbesondere für kleine und mittlere Betriebe „machbar und wirtschaftlich darstellbar“ sein müsse. Deshalb komme angemessenen Übergangszeiten eine entscheidende Bedeutung zu. Sowohl die Ministerin als auch der Bauernpräsident riefen zur sachlichen Auseinandersetzung über die Zukunft der Landwirtschaft auf. Umweltverbände übten anlässlich des Bauerntags indes scharfe Kritik an der Politik des Bauernverbands.

Auch der Tier- und Verbraucherschutz wurde thematisiert: Das geplante freiwillige staatliche Tierwohllabel begrüßte Rukwied als ersten Schritt, der aber perspektivisch zu einer verpflichtenden Kennzeichnung führen müsse.
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