Tiergesundheit Höfken zieht Bilanz

Donnerstag, 06. Oktober 2016
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Tiergesundheit


Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken zog Bilanz zur Entwicklung von Tierseuchen. Danach gab es im vergangenen Jahr sowie im ersten Halbjahr 2016 keine großen Ausbrüche.
„Die Tierseuchensituation in Rheinland-Pfalz gibt weiterhin keinen Anlass zur Sorge. Im Jahr 2015 und im ersten Halbjahr 2016 hat es keine Ausbrüche von gefährlichen Tierseuchen gegeben. Allerdings wurde eine Reihe von anzeigepflichtigen Tierseuchen und meldepflichtigen Tierkrankheiten nachgewiesen“, zog Umweltministerin Ulrike Höfken Bilanz der Tierseuchenbekämpfung“. Einen Grund zur Entwarnung gebe es daher nicht. Im Gegenteil: „Wir müssen gefährliche Tierseuchen stets im Blick halten, um ein Wiederaufflammen bekannter oder das Auftreten neuer Krankheiten rechtzeitig zu erkennen“, betonte die Ministerin. Das gelte vor allem für sogenannte Zoonosen, also Krankheiten, die zwischen Tier und Mensch übertragbar sind.

Das Landesuntersuchungsamt (LUA) überwacht kontinuierlich den Gesundheitsstatus der Tierbestände und bei Wildtieren in Rheinland-Pfalz. Im vergangenen Jahr wurden 309.266 Proben untersucht. Dazu gehören gezielte Proben zur Feststellung von Erkrankungs- und Todesursachen sowie Untersuchungen im Rahmen von staatlichen Monitoringprogrammen.

Zum ersten Mal wurde 2015 in Rheinland-Pfalz die auf Menschen übertragbare Tierseuche Brucellose bei zwei Wildschweinen nachgewiesen. Brucellose kommt weltweit bei Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen vor. Der Erreger wird von Tier zu Tier übertragen. Menschen können sich durch Kontakt mit erkrankten Tieren oder deren Ausscheidungen infizieren und mit Fieber reagieren. Auch der Genuss von nicht ausreichend erhitzten Lebensmitteln (Fleisch und Milch) birgt ein Infektionsrisiko. Positiv getestete Wildschweine gelangen nicht in die Lebensmittelkette. Höfken rät dennoch, vorsorglich die üblichen Hygienemaßnahmen, wie ausreichendes Garen, beim Umgang mit Wildfleisch zu beachten.

Erfolge beim Kampf gegen das Rinder-Herpesvirus: Die EU hat Rheinland-Pfalz im Juli 2016 offiziell als frei von Rinder-Herpesvirus anerkannt. Der Erreger kann große tiergesundheitliche und wirtschaftliche Schäden anrichten, für den Menschen ist er ungefährlich. Bei Rindern verursacht das Virus akute und hochansteckende Entzündungen der Atemwege; auch Fehlgeburten und Infektionen der Fortpflanzungsorgane treten auf. Die Landwirte können jetzt beim Handel über die Landesgrenzen auf aufwändige Quarantänemaßnahmen verzichten und ihre BHV1-freien Tieren leichter in andere Mitgliedstaaten und Drittländer verkaufen.
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