Tierwohl Schmidt präsentiert am Donnerstag

Mittwoch, 18. Januar 2017
Christian Schmidt, Jahrgang 1957, ist seit 1976 Mitglied der Christlich-Sozialen Union (CSU) und seit Februar 2014 Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).
Foto: BMEL / photothek.net / Michael Gottschalk
Christian Schmidt, Jahrgang 1957, ist seit 1976 Mitglied der Christlich-Sozialen Union (CSU) und seit Februar 2014 Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Bei seinem Messerundgang über die Grüne Woche in Berlin will Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt am Donnerstagmittag die Eckpunkte für sein staatliches Tierwohl-Label vorstellen. Dieses wird von der Branche mit Spannung erwartet. Wichtig ist insbesondere die Frage, ob und wie die "Initiative Tierwohl" in den Fahrplan Schmidts einbezogen wird.
Die Verbraucherschützer von Foodwatch und die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) halten schon im Vorfeld gegen das Tierwohl-Siegel aus dem BMEL: Einer Emnid-Umfrage zufolge halten die Bürger ein freiwilliges Tierwohl-Siegel für den falschen Ansatz.

Es sei nicht geeignet, mehr Tierschutz durchzusetzen, heißt es in einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten gemeinsamen Stellungnahme des TVT-Vorsitzenden Prof. Dr. Thomas Blaha und Matthias Wolfschmidt von Foodwatch. Das Mehr an Tierwohl käme immer nur einem geringen Teil der Tiere zugute, die problemverursachenden Marktmechanismen würden weiterhin für die große Mehrzahl der Tiere wirksam bleiben.

Der Befragung zufolge fordern 85 Prozent der Bürger verbindliche Tierschutz-Vorgaben für alle Nutztiere. Sogar 92 Prozent verlangten von der Bundesregierung, in den kommenden Jahren eine möglichst tiergerechte und gesunde Haltung nicht nur für einige, sondern für alle Nutztiere durchzusetzen. Das zitieren die beiden Verbände aus der Studie.
Das Foodwatch-Siegel.
Foto: Foodwatch
Das Foodwatch-Siegel.
Bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Studie zeigte Foodwatch eigenen Angaben zufolge sogar ein selbst entworfenes Siegel: "Tierleid - staatlich geduldet". Es solle an Stelle des Tierwohl-Labels auf all denjenigen Fleischpackungen im Handel prangen, bei denen Minister Schmidt in Kauf nimmt, dass die Tiere konventionell gehalten werden.
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