Burger & Co. Auffälliger Trend zum Selbermachen

Freitag, 02. März 2018
Burger liegen weiter im Trend.
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Burger liegen weiter im Trend.
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Burger bauen – so heißt dieses Jahr die Devise in der Grillgemeinde. Die Fleischwarenhersteller offerieren hierfür eine breite Palette an Pattys, auch der Lebensmitteleinzelhandel stellt sich darauf ein. Überhaupt ist der „American Way of Barbecue“ schwer angesagt.

von Dieter Heimig

An den Bedienungstheken für Fleisch der vier Supermärkte von Edeka Hundrieser in Essen und Umgebung gehören Hamburger-Pattys in der Grillsaison zu den Topsellern. Der Klassiker aus Rindfleisch ist zwar die unangefochtene Nummer eins. 

Das Einzelhandelsunternehmen offeriert mittlerweile aber auch Dry aged-Burger sowie die allesamt in den eigenen Abteilungen hergestellten Burger von Hirsch und Lamm sowie Pattys aus Ibérico-Schwein. „Beim Grillen sind hochwertige Produkte angesagt und deshalb verzeichnen wir bei diesen Patties ebenfalls einen steigenden Absatz“, sagt Alexander Schäfer, Mitglied der Geschäftsleitung der Hundrieser GmbH.

„Grillduft macht hungrig: Weil es deshalb meistens schnell gehen soll, sind fertige Pattys und vorgegarte Spareribs die Hits.“
Überhaupt sei der American Way of Barbecue hierzulande auf dem Vormarsch. „Immer mehr unserer Kunden beschäftigen sich zum Beispiel mit dem Thema Langzeitgrillen in Smoker-Geräten. Auch in den Vereinigten Staaten bevorzugte Rindfleischstücke wie Flank- und Tomahawk-Steaks wurden in der vergangenen Saison stark nachgefragt“, konstatiert Schäfer.

Die Hardy Remagen GmbH & Co. KG in Hürth bei Köln hat nach Aussage von Vertriebs- und Marketingleiterin Nina Remagen den Absatz von frischen Hamburger-Produkten 2017um rund zehn Prozent steigern können. Der Fleischwarenhersteller vermarktet unter dem Label „Route 1718 Home Made Cologne Burger“ diverse Produkte. „Im kommenden Frühjahr bringen wir einen Steakburger neu auf den Markt, der aus südamerikanischer Ware hergestellt wird“, so Nina Remagen. Außerdem wird das Unternehmen vorgegarte und marinierte Spareribs neu auf den Markt bringen.

Der Kalbfleisch-Spezialist VanDrie Group möchte bei den Grill-Fans ebenfalls mit Burgern punkten. Im Sortiment haben die Holländer Mini-Varianten mit 30 beziehungsweise 40 Gramm in den Geschmacksrichtungen „klassisch“, „Rosmarin“ und „Tomate“, die 100 Prozent Kalbfleisch enthalten. Zudem im Portfolio: Pattys mit 100 oder mehr Gramm, die frisch und tiefgefroren angeboten werden. 

Auch die Geflügelfleischvermarkter sind auf den „Burger-Zug“ aufgesprungen. Marktführer Wiesenhof hat im vergangenen Jahr den Artikel „Bruzzzler Burger Classic“ in die Kühlregale gebracht. Die zwei Pattys à 90 Gramm sind aus Putenfleisch hergestellt und kosten 1,70 Euro.
„Burger selber bauen – so lautet heute das Motto.“
Dr. Ingo Stryck, Geschäftsführer Marketing bei Wiesenhof
„2017 haben wir rund eine Million Packungen verkauft“, berichtet Dr. Ingo Stryck, Geschäftsführer Marketing bei Wiesenhof. Der Hype um die Burger habe nichts mehr mit Fast Food zu tun, und das läge vor allem an den Zubereitungsmöglichkeiten. Wer möchte, kann in dieser Grillsaison seine Hackfleisch-Scheiben mit Grill-Bacon aus Geflügelfleisch belegen, den das Unternehmen neu auf den Markt bringen wird. 

Wettbewerber Plukon will den Hamburger-Fans ebenfalls die Zubereitung ihres Liebling-Snacks erleichtern. Die Deutschland Dependance des holländischen Konzerns hat letzten Herbst unter der Marke Stolle „Burger Boxen“ neu eingeführt. In denen stecken jeweils zwei tiefgefrorene Teiglinge, die sogenannten Burger-Buns und bereits anfrittierte Pattys aus Hähnchenfleisch. „Das Sortiment umfasst vier Sorten mit unterschiedlichen Saucen und Toppings, darunter die Variante Bayerische Art mit süßer Senfsauce und Krautsalat-Topping“, erklärt Ulrike Rücker, Marketingleiterin der Plukon Food Group in Deutschland. 

Den Trend zum Selbermachen bedient auch die Hamburger Block Foods AG mit ihrer im vergangenen April unter dem Label Block House eingeführten Cheese Burger-Box. Das Tiefkühl-Paket enthält jeweils zwei 125-g-Pattys, Buns sowie Gurken Relish, BBQ-Sauce, Cheddar-Käse und Steak-Pfeffer. Kostenpunkt für die Box: sechs Euro. 
Pulled - Pork oder Beef - ist angesagt.
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Pulled - Pork oder Beef - ist angesagt.
Zum gleichen Preis gibt es diverse tiefgekühlte Rindfleisch-Pattys von Block House in der Abpackung 2 x 160 g. Die Range wurde 2017 unter anderem um die Sorte „Prime Beef & Trüffel“ erweitert. „Zur Grillsaison 2018 bringen wir eine neue Burger-Box Pulled Beef in die Truhen“, kündigt Thomas Mänecke, Vorstand der Block Foods AG und Geschäftsführer der Block Handels GmbH an.

Konkurrenz könnten die Hanseaten von einem Hersteller aus Mecklenburg-Vorpommern bekommen. Die LFW Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten GmbH stellt unter ihrer Marke Biolust erstmals tiefgekühlte Burger-Pattys in Bioqualität vor. Sie werden nach Angaben von Urte Warncke, Geschäftsführerin Vertrieb und Marketing bei LFW, ausschließlich aus deutschem Rindfleisch hergestellt. „Außerdem erweitern wir unser Sortiment um vorgegarte und marinierte Bio-Spareribs fürs Kühlregal“, so Warncke. 

Damit wollen die Ludwigsluster einen weiteren Trend bedienen: Denn während ein Teil der Barbecue-Fangemeinde gern Schweineschulter oder -nacken bis zu 16 Stunden lang auf einem Smoker-Grill zu Pulled Pork gart, mögen es die anderen Brutzler deutlich schneller. Alexander Schäfer von Edeka Hundrieser kann dies bestätigen. „In der letzten Grillsaison gehörten vorgegarte Spareribs in unseren Supermärkten zu den Verkaufsschlagern.“

Burkhard Schulte, Geschäftsführer der in Mönchengladbach ansässigen Schulte + Sohn Fleischwaren GmbH und Betreiber des Onlinehandels Gourmetfleisch, stößt ins gleiche Horn. „Wir hatten 2017 vor allem dank einiger Neuprodukte wie gegarten BBQ-Spareribs und Spareribs vom Duroc-Schwein eine besonders gute Grillsaison. Diese Produkte liegen absolut im Trend“, konstatiert Schulte.

Lesen Sie auch "Aus dem Bauch heraus" von afz-Redakteurin Monika Mathes, weil der Schweinebauch zu viel mehr taugt als nur zur Grillfackel..

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