Fleischfreie Alternativen Was ist Wurst, was Schnitzel?

Dienstag, 14. März 2017
Vegane Klopse auf Salatbett
Foto: Kitty / fotolia.com
Vegane Klopse auf Salatbett

Viele Käufer sehen sich durch eine solche Etikettierung sogar getäuscht - Ersatzprodukt sollte zumindest weitgehend den sensorischen Eigenschaften des „Produktvorbilds“ aus Fleisch entsprechen - Verbraucher verbinden mit diesen Erzeugnissen durchaus auch positive Aspekte - Neue DLG-Studie beleuchtet Akzeptanz und Käuferverhalten.

Was erwarten Verbraucher, wenn fleischfreie Alternativen als Schnitzel, Frikadelle oder Wurst ausgelobt werden? Konsumenten nehmen mehrheitlich ein vegetarisches Fleischersatzprodukt nicht als Vertreter einer Produktgattung wahr, die traditionell aus Fleisch hergestellt wird.

Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Verbraucherstudie, die von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Münster durchgeführt wurde. Für die Untersuchung wurden 500 Verbraucher online befragt.

Zentral war in der Untersuchung die Frage, ob die derzeitige Kennzeichnungspraxis für vegetarische Fleisch- und Wurstersatzprodukte in Einklang mit den Erwartungen der Verbraucher steht. Rund 75 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass der Begriff „Schnitzel“ nicht zu einem Produkt passt, das gar kein Fleisch enthält, berichtet die DLG. Gut die Hälfte der Probanden empfinde die Verwendung einer solchen Bezeichnung bei vegetarischen Produkten sogar als Verbrauchertäuschung.

Umso wichtiger sei es daher, dass der ausgetauschte Rohstoff gemäß der Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) deutlich kenntlich gemacht werde. Die aus Verbrauchersicht am stärksten bevorzugte Benennung für ein Alternativerzeugnis, das ein „Produktvorbild“ aus Fleisch „kopiert“, ist laut DLG mit 43 Prozent Zustimmung beispielsweise eine Beschreibung wie „nach Schnitzelart“.

Der Deutsche Fleischer-Verband und der Bauernverband setzen sich in der Lebensmittelbuch-Kommission dafür ein, dass für vegane und vegetarische Produkt nicht die Verkehrsbezeichnungen verwendet werden dürfen, die für traditionelle Fleischerzeugnisse üblich sind.

Wenig Stammkäufer - „Probierbereitschaft“ groß

Im Vergleich zu traditionellen Fleischerzeugnissen, die von den Befragten als appetitlicher und besser schmeckend eingestuft wurden, verbinden viele Verbraucher laut der Studie mit Fleischersatzprodukten durchaus auch einige positive Aspekte. Genannt worden seien hier unter anderem Gesundheit, Umwelt, Klima und Tierwohl.

Dies dürfte der DLG zufolge eine Rolle dabei gespielt haben, dass bereits 43 Prozent der Probanden schon einmal vegetarische Fleisch- oder Wurstersatzprodukte probiert haben. Die Untersuchung habe zudem ergeben, dass nur ein sehr kleiner Anteil der befragten Verbraucher als regelmäßige Stammkäufer von vegetarischen Wurst- und Fleischersatzprodukten einzustufen sei, obwohl die „Probierbereitschaft“ groß sei.

Viele derjenigen, die schon einmal vegetarische Fleischersatzprodukte gekauft hätten, würden diese Erzeugnisse seltener als alle 14 Tage beziehungsweise „unregelmäßig“ kaufen. Die Gründe dafür könnten nach Einschätzung der Studienautoren sein, dass das sensorische Profil und das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht überzeugt hätten.

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