Grillmeisterschaft Infiziert vom Bazillus Grillus

Donnerstag, 18. August 2016
Bejubelten ihren Sieg in der mit 18 Mannschaften hervorragend besetzten Kategorie der Amateure: Die „Grillflämmkes“ aus Korschenbroich.
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Bejubelten ihren Sieg in der mit 18 Mannschaften hervorragend besetzten Kategorie der Amateure: Die „Grillflämmkes“ aus Korschenbroich.
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Grillmeisterschaft


Glücklicherweise verursacht der Bazillus Grillus keine schwerwiegende Erkrankung, aber er ist hochgradig ansteckend: Deshalb kamen am ersten August-Wochenende rund 15.000 Schaulustige aufs Fuldaer Messegelände, um Grill-Profis und -Amateuren bei der Deutschen Grill- und BBQ-Meisterschaft 2016 über die Schulter zu schauen.

37 Teams, darunter 19 aus der Profi-Kategorie, wetteiferten bei besten Wetter- und Wettbewerbsbedingungen um Krone und Preisgelder. Außerdem hatten weiter über 40 namhafte Aussteller mit dem passenden Equipment ihre Stände auf dem 30.000 qm großen Gelände aufgebaut.

„Dieses Mal haben wir die Zelte der Wettkämpfer und des Grill- und Barbecue-Fachmarkts bunt gemischt, um das Event für die Besucher noch attraktiver zu machen“, erläuterte Volker Elm, Präsident der veranstaltenden German Barbecue Association (GBA e.V.).

Führen die GBA (von links) Präsident Volker Elm und Geschäftsführer Ebbo Christ.
Foto: mm
Führen die GBA (von links) Präsident Volker Elm und Geschäftsführer Ebbo Christ.
Der unverkennbar im schwarz-rot-goldenen Sakko gekleidete Experte, der in Fulda eine Grill- und Kochschule sowie einen kleinen Delikatessenladen betreibt, beschrieb die Pflichtgänge: „Beim Fischgang arbeiten die Teilnehmer mit Stör aus einer mit Rhönwasser ausgestatteten Aquakultur. Hiermit stellen wir als Ausrichter die für uns wichtige Nachhaltigkeit und den regionalen Bezug sicher.“ Spare Ribs, gesponsert von Eichenhof, hatten inklusive Beilagen erneut einen festen Platz in der Liste der Wertungsgänge. 

Bei den Profis flossen zwei weitere Gänge in die Wertung der rund 120 Juroren ein: Das vegetarische BBQ und der sogenannte Improvisationsgang. Aus einem für alle Teams verbindlichen Warenkorb unbekannten Inhalts mussten die Meistergriller etwas Feines zaubern. Fleischbestandteil war in diesem Jahr die Entenbrust.
Grillkönig 2016
(Bild: mm)

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Tri Tip, das beste Stück aus der Rinderhüfte, besser bekannt als Bürgermeister-, Pfaffen- oder Pastorenstück – stellte die Mannschaften vor die größte Herausforderung. Peter Zeidler, der in der Profi-Wertung den dritten Rang belegte, arbeitete mit legalen Tricks: Er schnitt das Rindfleisch im Schmetterlingsschnitt zu, plattierte es und rollte Gemüsepfifferlinge ein. „Es ist ein Problem, dieses eigentlich zum Braten prädestinierte Teilstück auf dem Grill zart zu bekommen. Man darf es keinesfalls nur medium braten“, erklärte er. Mit dieser Verarbeitungstechnik überzeugte er die Jury und belegte bei diesem Gang den ersten Platz. Süß gekrönt wurde die Meisterschaft schließlich mit dem Dessert – natürlich ebenfalls vom Grill.
  • Einen fruchtigen Touch erhalten die Spare Ribs vom Amateur-Team F.B.I. Flaming Bros. Inc. durch das Mango-Chili-Relish, die Apfel-Kartoffel-Taler als Beilage und die in Speckscheiben gewickelte Aprikose.
    Einen fruchtigen Touch erhalten die Spare Ribs vom Amateur-Team F.B.I. Flaming Bros. Inc. durch das Mango-Chili-Relish, die Apfel-Kartoffel-Taler als Beilage und die in Speckscheiben gewickelte Aprikose.
  • Führen die GBA (von links) Präsident Volker Elm und Geschäftsführer Ebbo Christ.
    Führen die GBA (von links) Präsident Volker Elm und Geschäftsführer Ebbo Christ.
  • Herausforderung: Flach geschnitten und gerollt lässt sich das Bürgermeisterstück grillen. Die passende Beilage bilden beim Team F.B.I. Flaming Bros. Inc. Kartoffelquader und Zucchiniröllchen.
    Herausforderung: Flach geschnitten und gerollt lässt sich das Bürgermeisterstück grillen. Die passende Beilage bilden beim Team F.B.I. Flaming Bros. Inc. Kartoffelquader und Zucchiniröllchen.
  • Überraschung: Beim Improvisationsgang setzte die Aartal-BBQ-Crew ihre rosa gegrillte Entenbrust auf einen Süßkartoffel-Hokkaido-Stampf und gab als Beilage frisch geschwenktes Gemüse sowie eine Heidelbeer-BBQ-Sauce dazu.
    Überraschung: Beim Improvisationsgang setzte die Aartal-BBQ-Crew ihre rosa gegrillte Entenbrust auf einen Süßkartoffel-Hokkaido-Stampf und gab als Beilage frisch geschwenktes Gemüse sowie eine Heidelbeer-BBQ-Sauce dazu.
  • Michael Hoffmann ist zum vierten Mal Deutscher Grill- und Barbecue-König.
    Michael Hoffmann ist zum vierten Mal Deutscher Grill- und Barbecue-König.
  • Stör in Pralinenform: Die Profis von „Los Grillos“ setzten die kleinen Fischpäckchen auf gegrillten Seespargel an Auberginen-Carpaccio.
    Stör in Pralinenform: Die Profis von „Los Grillos“ setzten die kleinen Fischpäckchen auf gegrillten Seespargel an Auberginen-Carpaccio.
  • Bunte Mischung: Die Stände der Wettbewerbsteilnehmer und der Aussteller waren dieses Jahr nicht in getrennten Arealen aufgebaut.
    Bunte Mischung: Die Stände der Wettbewerbsteilnehmer und der Aussteller waren dieses Jahr nicht in getrennten Arealen aufgebaut.
  • Die Amateure vom Affalterbacher Grillsportverein servierten das Störfilet in einer Orangenmarinade mit Fenchelsalz und reichten dazu zweierlei Beilagen: Fenchel-Zwiebel-Orangenfilet-Gemüse und Auberginen-Mus mit geröstetem Sesam und Zitronen-Vinaigrette.
    Die Amateure vom Affalterbacher Grillsportverein servierten das Störfilet in einer Orangenmarinade mit Fenchelsalz und reichten dazu zweierlei Beilagen: Fenchel-Zwiebel-Orangenfilet-Gemüse und Auberginen-Mus mit geröstetem Sesam und Zitronen-Vinaigrette.
  • Medienrummel: Zahlreiche Presseteams berichteten von dem Großereignis auf dem Fuldaer Messegelände.
    Medienrummel: Zahlreiche Presseteams berichteten von dem Großereignis auf dem Fuldaer Messegelände.
  • Vegetarischer Turmbau: Zum Mix aus Schupfnudeln, Spargel und Karotten schichtete das zweitplatzierte Profi-Team „Grill-Doch-Mal“ Ratatouille zu Türmchen.
    Vegetarischer Turmbau: Zum Mix aus Schupfnudeln, Spargel und Karotten schichtete das zweitplatzierte Profi-Team „Grill-Doch-Mal“ Ratatouille zu Türmchen.
  • Hand in Hand: Bei der Zubereitung der Wertungsgänge kam es nicht nur auf Geschmack und professionelles Anrichten an, sondern auch auf die punktgenaue Fertigstellung.
    Hand in Hand: Bei der Zubereitung der Wertungsgänge kam es nicht nur auf Geschmack und professionelles Anrichten an, sondern auch auf die punktgenaue Fertigstellung.
  • Meisterlich: Mehrere Konsistenzen und Produkttemperaturen kommen beim Sieger-Dessert zum Einsatz: Knusprige Hülle, weicher Brandteig und innen eine kühle Mousse au chocolat.
    Meisterlich: Mehrere Konsistenzen und Produkttemperaturen kommen beim Sieger-Dessert zum Einsatz: Knusprige Hülle, weicher Brandteig und innen eine kühle Mousse au chocolat.
  • Bejubelten ihren Sieg in der mit 18 Mannschaften hervorragend besetzten Kategorie der Amateure: Die „Grillflämmkes“ aus Korschenbroich.
    Bejubelten ihren Sieg in der mit 18 Mannschaften hervorragend besetzten Kategorie der Amateure: Die „Grillflämmkes“ aus Korschenbroich.
  • Aufgesessen: Die Dekoration der Stände bewerteten die Jurys für den Fun-Pokal.
    Aufgesessen: Die Dekoration der Stände bewerteten die Jurys für den Fun-Pokal.
Bereits vor dem Wettbewerb war ein Aufschrei durch die Presse gegangen und Volker Elm vom Blatt mit den vier großen Buchstaben sogar als „Bratwurst-Killer“ tituliert worden. Und das alles nur, weil die Bratwurst dieses Mal als Wertungsgang nicht auf den Rost kam.
„Die Bratwurst war das Vehikel, um die Basis anzusprechen.“
Volker Elm, Präsident der German Barbecue Association
„Zunächst mal ist die Bratwurst bei den Besuchern nicht das große Thema. Und außerdem erwarte ich von jedem hier startenden Griller, dass er in der Lage ist, eine zuzubereiten“, begründete der Präsident die Verbannung. „Wenn wir von der GBA diese Veranstaltung als Gourmetgrillen bezeichnen, sollten wir zeigen, was man sonst noch alles zubereiten kann und Abwechslung bieten.“

Außerdem habe man der Bratwurst nicht den endgültigen Garaus gemacht. Elm kündigte an: „Es wird sie wieder geben. Wir haben sie schließlich kultiviert, und sie war das Vehikel, um die Basis anzusprechen.“ Für die Fleischer-Fachgeschäfte als Anbieter von Grillgut fand Elm viele lobende Worte: „Die Metzger sind wach geworden und haben es geschafft, aus ihrer Nische herauszukommen. Sie bieten den Kunden eine tolle Auswahl und verzichten zum Glück immer öfter auf fertig Mariniertes.“
Bunte Mischung: Die Stände der Wettbewerbsteilnehmer und der Aussteller waren dieses Jahr nicht in getrennten Arealen aufgebaut.
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Bunte Mischung: Die Stände der Wettbewerbsteilnehmer und der Aussteller waren dieses Jahr nicht in getrennten Arealen aufgebaut.
Für sein Jubiläumsjahr – der ausrichtende Verband feierte 20. Geburtstag – hatten die Verantwortlichen bereits am Samstag alle Akteure zum „Dutch Oven“-Wettschmoren eingeladen.

Der „Dutch Oven“ – ein gusseiserner Topf – wird seit dem 18. Jahrhundert bevorzugt in den USA und Australien zum Kochen, Braten und Backen über offenem Feuer verwendet. Alle Teilnehmer erhielten Schweinebäckchen als Hauptbestandteil für ein individuelles Gericht, das im Anschluss durch die Zuschauer verkostet und bewertet wurde.

Den größten Zuspruch erhielt das Team Rhöner Heimat Griller, das damit zum „Dutch-Oven-Meister 2016“ gekürt wurde.

Die Sieger der Meisterschaft 2016

Kategorie Profis

1. Grillteam GutGlut e.V. (Rösrath)

2. Grill-Doch-Mal (Berg/Neumarkt)

3. PeterZeidler.de (Zell)

Kategorie Amateure

1. Grillflämmkes (Korschenbroich)

2. BBQ Friends GSC Odenwald e.V.

3. GreenHeartBBQ (Ilmenau)

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