Rezepturideen Cherusker-Schmaus zum Thusnelda-Bräu

Freitag, 09. September 2016
Fleischermeister Andreas Grämmel bringt in seinem Kutter Bier und Brät für ein neues Produkt aus der Region zusammen, den Detmolder Cherusker-Schmaus.
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Fleischermeister Andreas Grämmel bringt in seinem Kutter Bier und Brät für ein neues Produkt aus der Region zusammen, den Detmolder Cherusker-Schmaus.
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Rezepturidee


Während gemeinhin in Leberwurst Leber als Bestandteil erwartet wird, rechnet kaum jemand damit, in Bierwurst auch Gerstesaft zu finden.

Weit gefehlt, wenn sein Fleischer Grämmel heißt und seinen Sitz in Detmold hat. Natürlich ist auch das Bier nicht der Wert gebende Teil des Produkts, trägt dafür aber zum typischen Aroma bei. Und zum staunenden Schmunzeln aller Kunden, die erstmals mit der Aufschnitt- oder Glasware in Berührung kommen, die neben dem Namen des Meisters auch das Logo der ortsansässigen Brauerei trägt.

„Es ist mehr als ein Marketing-Gag“, sind sich inzwischen nicht allein die Urheber der Schnaps- (pardon: Bier-) Idee einig. Aus der Taufe gehoben wurde mittlerweile eine ganze Serie von Genussmitteln, die Hopfen, Gerstenmalz und einen minimalen Hauch von Alkohol auf einem Etikett zusammen rücken lassen. Denn meist finden diese ihren Weg zum Verbraucher über einen Präsentkorb und gelten als gern gesehene Gaben zu Jubiläum, Geburtstag und anderen Festen. Inzwischen gesellte sich auch die Bäckerei Biere (nomen est omen) zu den Förderern heimischer Produkte und legte pfiffige Backwaren in den Angebotskorb. Dazu zählt sogar ein typisch lippischer Brotgenuss, der in der Konservendose, natürlich unter Verwendung von Detmolder Landbier, gebacken wird.

Die lippische Rose schmückt die Etiketten.
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Die lippische Rose schmückt die Etiketten.
„Begonnen hat die Zusammenarbeit mit einer Anfrage der Brauerei Strate“, blickt Andreas Grämmel zurück. 2009, als das Hermannsdenkmal Jubiläum feierte, suchten die Geschäftsführerinnen der Familien-Brauerei nach originellen Geschenkideen, die das historische Ereignis von vor rund 2000 Jahren auch von der kulinari schen Seite ins rechte Licht setzen sollten. Und so wurden Ideen rund um Hermann, dessen tapfere Frau Thusnelda und den germanischen Stamm der Cherusker zusammen getragen. Dass man es im Lipperland nicht unbedingt historisch ganz genau nimmt, sondern auch einmal augenzwinkernd auf die Vergangenheit blicken kann, brachte den beteiligten Lebensmittelherstellern einige Pluspunkte und einen hohen Bekanntheitsgrad auch außerhalb des kleinsten Landesteiles von Nordrhein-Westfalen ein.

Auf eines wurde allerdings streng geachtet: Den typischen, eigenen Stil, der sich auch auf die Produkte aus Ackerbau und Viehzucht bezieht. Da die Brauerei an der Tradition der Bügelverschlussflasche festhält, bekam der „Cheruskerschmaus“ als gekochte Mettwurst mit Landbierzugabe ebenfalls im nostalgischen Einmachglas auf den Markt. „Ein echter Knüller“, freuen sich die Hersteller unisono.

Längst ist das Sortiment, das von Brauerei, Fleischerei, Bäckerei und weiteren Partnern vertrieben (und an die eigenen Kunden verschenkt) wird, um Wellness-Produkte aus der Hopfen-Apotheke weiter gewachsen. Nutzen haben alle Beteiligten, denn die kulinarischen Souvenirs locken Besucher in die Läden der Produzenten. Einige Artikel werden durch Nachahmung „geadelt“, stellte Grämmel fest. Da ist es unerheblich, wenn heutige Historiker den Ort der Varus-Schlacht eine Tagesreise entfernt von Detmold in die Landkarte eintrugen.

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