Sortiment In Chancen denken, nicht in Grenzen

Freitag, 10. März 2017
Ein starkes Team (von links): Frank-Holger, Ulrike und Horst Schömig.
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Ein starkes Team (von links): Frank-Holger, Ulrike und Horst Schömig.
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Die Metzgerei Hermann Schömig in Würzburg – wo’s einfach a bisserl mehr gibt als Fleisch und Wurst. Dabei kommt nahezu alles aus eigener Produktion.

Von Peter Volpert

Wir verkaufen nichts, was es auch im Supermarkt gibt.“ Dieser Leitsatz hat sich zum Credo von Horst, Ulrike, sowie Sohn Frank-Holger Schömig entwickelt – ein starkes Team, das in der Domstadt auch als die ,,Qualitätsfanatiker“ bekannt ist. Ihre Metzgerei ist benannt nach dem Vater, Hermann Schömig, der das Unternehmen 1939 gegründet hatte. Der Enkel führt es heute in der dritten Generation.

Die Philosophie des Hauses – zurück zu den Wurzeln, zum Altbewährten – verbunden mit handwerklichem Können schätzen die Kunden. 98 Prozent des Sortiments kommen aus eigener Produktion. Zugekauft wird nichts. Das Fleisch bezieht das Unternehmen hauptsächlich aus der unmittelbaren unterfränkischen Region. Industrieller Massenware erteilt die Würzburger Metzgerfamilie eine deutliche Absage. Im Sortiment hat sie 120 verschiedene Wurstsorten, eine reiche Auswahl naturgereifte Salamis, Hausmacher Schinkenspezialitäten und luftgetrocknete Raritäten. Hierzu gesellt sich die große Auswahl von Hausmacher Wurstgläsern.

Auch Dry-Aged-Roastbeef hat Einzug ins Sortiment gehalten. Um optimale Qualität zu bieten, investierten die Inhaber in eine Reifeanlage. Der Kunde hat inzwischen von Billigware genug, beobachtet Horst Schömig. Der Trend gehe mehr zur Qualität. Dafür sei der Kunde bereit, gutes Geld auszugeben. Diese Mühen um besondere Qualität wurden im Jahr 2016 mit Pokalen, 20 Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen belohnt.

„Einmalig sein ist die Devise. “
Frank-Holger Schömig
Bis vor einigen Jahren noch kauften die Schömigs manche Artikel zu. Meist aber bot der Handel diese Produkte günstiger an, als es sich das Fachgeschäft erlauben kann. Damit war das Sortiment der Metzgerei vergleichbar und gefühlt ,,zu teuer“. Daraus entstand ein neuer Anspruch: einmalig zu sein. Fleischgerichte, Suppen, Saucen, Wurst und Fonds kommen nun aus eigener Herstellung.

In Gläsern gelangen sie in den Verkauf. Daraus entwickelten sich eine breite Range an Fonds: Rind, Kalb, Lamm, Wild, Geflügel und Gemüse, allesamt ohne Zusatzstoffe. Mit diesem Angebot gibt es keine Vergleichbarkeit mehr zu Supermärkten. Leider schütze es nicht davor, dass die ,,Großen“ es den Metzgern – wie schon so vieles andere – nachmachen, bedauert Horst Schömig. Er zeigt sich aber gleichzeitig siegessicher. „Und sollte das so sein, fällt uns auch wieder etwas Neues ein.“
„Metzgerei ist eine Sache mit Herzblut.“
Horst Schömig
Die Strategie des Unternehmens geht aber noch weiter: Die Familie setzt auf persönliche Kundenbindung, auf Qualität und auf Individualität. „Metzgerei ist eine Sache mit Herzblut“, bringt es Senior Schömig auf den Punkt. Sohn Frank-Holger, der in der Familie als leidenschaftlicher Tüftler bekannt ist, ging noch einen Schritt weiter und versuchte sich am Süßen: Heraus kamen zehn verschiedene Sorten Marmelade sowie Dips und Chutneys nach eigener Rezeptur.

Und die lassen sich je nach Geschmacksrichtung perfekt mit Fleischgerichten und den passenden Fonds kombinieren. Für die Aprikosenmarmelade mit Singlemalt-Whisky gab es 2016 den Innovationspreis des Fleischerverbands Nordrhein-Westfalen; ein Jahr zuvor wurde die Paprika-Marmelade mit Chili prämiert.

Vor einiger Zeit hat Horst Schömig die Leitung des Betriebs an Sohn Frank-Holger übertragen. Er ist Metzgermeister und für alles aufgeschlossen, was die Metzgerei kundenfreundlich gestaltet. Als Chef arbeitet er ständig an Verbesserungen, was von den Eltern mit voller Überzeugung gefördert und auch ausgeführt wird.

Ulrike Schömig sorgt für einen gepflegten und ansprechenden Verkaufsraum. „Unser gut eingespieltes Team bietet dem Verbraucher vielseitigen Service, und wir verkaufen Qualität, was mit sehr viel Engagement verbunden ist“, sagt sie nicht ohne Stolz. Dabei vergisst die Unternehmerfamilie auch nicht, den Betrieb technisch auf dem Laufenden zu halten.

„Investitionen planen wir sorgfältig, da wir sie als Indikatoren für Rationalität und Wirtschaftlichkeit ansehen“, erläutert der Senior. Aus vielen Erfahrungen klug geworden, habe man sich angeeignet, nicht in Grenzen zu denken, sondern in Möglichkeiten. Horst Schömig stimmt das optimistisch: „Vor der Zukunft haben wir keine Angst.“

Zur Webseite der Metzgerei Schömig.

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