Angrillen Was kommt wo auf den Rost?

Mittwoch, 24. Mai 2017
 Tomahawk vom Grill.
Foto: Thomas Fedra
Tomahawk vom Grill.
Themenseiten zu diesem Artikel:

Angrillen Trends Tierwohl


Nach der langen Kälteperiode sind die Tage endlich milder und länger geworden, so dass die Grillsaison in Deutschland so richtig durchstarten kann. Was kommt auf den Rost, welche Qualität soll es haben und wie wird es gegrillt?

Antworten auf diese Fragen gibt das Magazin „moderne-landwirtschaft.de“. Es untersuchte in Kooperation mit der Statista GmbH bei repräsentativen Interviews die Grillvorlieben und -praktiken von 800 Personen zwischen 18 und 65 Jahren in Berlin, Hamburg, Köln und München. Aus den Analysedaten entstand der City-Grillkompass. 

Vier der fünf befragten Städter haben im vergangenen Jahr mindestens einmal gegrillt. Am aktivsten waren dabei die Nordlichter aus Hamburg (85 Prozent). Bestseller sind Fleischstücke: Für 93 Prozent der Befragten sind sie das bevorzugte Grillgut. Rind und Schwein schneiden in München (72 beziehungsweise 65 Prozent) am besten ab, Hähnchenfleisch ist in Berlin (70 Prozent) und Köln (63 Prozent) sowie Pute in Hamburg (40 Prozent) erste Wahl.

Foto: Irene Krauß
Das Würstchen steht bei männlichen Städtern (84Prozent) deutlich höher im Kurs als bei Frauen (74 Prozent). Das weibliche Geschlecht mag es eher grün: 68 Prozent freuen sich über Paprika, Kartoffeln oder Zucchini vom Rost, während solche Feldfrüchte nur bei knapp der Hälfte der Männer (48 Prozent) punkten.

Unterschiedlich sind die Vorlieben für fleischlose Alternativen auch in den untersuchten vier Großstädten: Gemüse erreicht in der bayerischen Landeshauptstadt einen Spitzenwert (63 Prozent), Grillkäse in Berlin (40 Prozent) – insbesondere in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen.

Wo wird eingekauft?

Discounter, Fleischer-Fachgeschäft, Online-Shop oder Supermarkt: Wo kaufen Städter ihr Grillfleisch ein? Antwort: Bevorzugt im Supermarkt an der Fleischtheke (54 Prozent) und im dortigen SB-Bereich (52 Prozent), wo die abgepackte Ware angeboten wird. Dabei werden auch Discounter von den Befragten in Köln, Hamburg und Berlin recht häufig angesteuert (42 bis 45 Prozent).

Münchner bevorzugen den Einkauf beim Metzger (61 gegenüber 40 Prozent in Berlin). Ein Grund dafür dürfte auch der Tatsache geschuldet sein, dass die Fachgeschäfte in der Bundeshauptstadt nur noch außerordentlich dünn gesät sind.

Mehr zum Thema

Angrillen BBQ-Euphorie befeuert Umsatz

In allen vier Städten kommen die Fleischeinkäufe auf dem Wochenmarkt (19 Prozent), an der Tankstelle oder im Online-Shop (je drei Prozent) kaum in Frage. Bemerkenswert: Während Berliner gern grillfertig/mariniert (42 Prozent) und preisgünstig (36 Prozent) einkaufen, spielen beide Kriterien für Münchner eine weitaus geringere Rolle (33 beziehungsweise 21 Prozent). Kölner und Hamburger rangieren jeweils dazwischen.

Wie viel Tierwohl wird erwartet?

Einig sind sich Städter darin, dass Tierwohl wichtig ist. Knapp 50 Prozent der Befragten schätzen es, wenn am Produkt sichtbar zu erkennen ist, dass der Produzent sich um das Tierwohl bemüht. Das gilt vor allem für Hamburger (50 Prozent) und Münchner (51 Prozent). Auch Regionalität steht hoch im Kurs: Im Süden ist das mit 59 Prozent wesentlich stärker der Fall als im Norden mit 43 oder im Westen mit 44 Prozent. Bio hingegen ist meist kein ausschlaggebendes Kriterium – in Berlin (21 Prozent) noch weniger als in München (29 Prozent). In allen vier Großstädten sind die Verbraucher davon überzeugt, dass Regionalität (66 Prozent) und Bio (57 Prozent) Trends sind, die künftig beim Einkauf eine noch stärkere Rolle spielen.

Gas, Elektro oder Holzkohle?

Der gefühlte Trend der Gasgrills bestätigt sich im City-Grillkompass 2017 nicht. Zwischen 64 Prozent (München) und 81 Prozent (Hamburg) der Städter geben an, nie mit Gas zu grillen. Spitzenreiter bleibt der gute, alte Holzkohle-Grill. Er ist für mehr als 80 Prozent der Verbraucher in allen Städten das bevorzugte Gerät.

Die Studie in Kürze

Für den City-Grillkompass 2017 wurden die Grillvorlieben von Großstädtern aus Berlin, Hamburg, München und Köln repräsentativ erfragt und analysiert. Insgesamt wurden 800 Personen zwischen 18 und 65 Jahren gefragt, was sie grillen, wo sie einkaufen, wie viel Tierwohl sie erwarten und welche Grillgeräte präferiert werden.
In Großstädten weichen die klassischen Geschlechterrollen zunehmend auf. Männer und Frauen teilen sich den Haushalt, Männer nehmen Elternzeit, Frauen gründen Fußballclubs. Beim Grillen gelten weiter die klassischen Muster: Nur eine von vier Frauen betätigt sich als Grillmeisterin – vier von fünf kümmern sich dafür lieber um die Beilagen.

Das könnte Sie auch interessieren
stats