Außer-Haus-Markt Snacken – am besten beim Fleischer!

Montag, 22. Januar 2018
Preiswert und sättigend: Beim Fleischer erhält man viel Snack für sein Geld.
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Preiswert und sättigend: Beim Fleischer erhält man viel Snack für sein Geld.
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Trends


Schon seit einigen Jahrzehnten entwickelt sich die einst feste Ordnung von drei täglichen Mahlzeiten in ein variables „jederzeit irgendetwas snacken“. Diese Lockerheit passt in unsere Zeit. Wir sollten aber beim schnellen Essen auf Qualität achten. Eine Anleitung zum besseren Snacken.

Beim Steak fragen wir nach Herkunft, Haltung und Fütterung. Da wollen wir alles ganz genau wissen. Bei der Salamischeibe auf der Tiefkühlpizza interessieren uns diese Dinge weniger. Wir kaufen oft kritiklos einen Leberkäs-Weck an der Tanke oder greifen zu den schön verpackten Snacks aus Teig und Salami im Discounterregal – ungekühlt mehrere Monate haltbar.

Wenn wir uns beim Imbiss intensiv und umfassend mit der Lebensmittelqualität befassen würden, wären unsere Kaufentscheidungen anders. Wir würden die Kompetenz des Bäckers für alle Teigwaren, das Können des Konditors für alle süßen Snacks und die Zuständigkeit des Fleischers für alle Imbisse aus Fleisch erkennen. Auch wenn wir das Preis-Leistungsverhältnis genauer unter die Lupe nähmen, würden wir die handwerklichen Anbieter konsequent bevorzugen.

Snack und Preis

Machen wir zunächst eine gedankliche Übung zum Preis-Leistungsverhältnis: Bestimmen Sie bitte die maximale Preisobergrenze, die Sie für ein sogenanntes „Menü“ eines Burger-Filialisten bezahlen würden. Sie werden jetzt sieben, acht oder neun Euro aufrufen. Und jetzt bestimmen Sie bitte die maximale Preisobergrenze für einen Leberkäs-Weck, eine Semmel mit Frikadelle oder ein belegtes Brötchen. Wahrscheinlich gehen Sie hier bis 2,50 oder 2,80 Euro. Jetzt prüfen Sie: Wäre Ihr Magen überhaupt in der Lage, so viele Metzgerimbisse in sich aufzunehmen, wie sie für den Preis eines sogenanntes „Menüs“ vom Burgerbrater kaufen könnten? Marktbeobachtungen zeigen, noch lange bevor wir uns mit Qualitätsfragen beschäftigen: Snacks vom Fleischer sind generell und in allen Regionen Deutschlands sehr preiswert! Man erhält einfach viel für sein Geld.

Snack und Handwerk

Wir wollen aufgeklärte und mündige Verbraucher sein. Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung sind uns wichtige Anliegen. Unser Konsum soll nicht schädlich sein – weder für das Klima noch für die Menschen oder die Tiere auf diesem Planeten. Die Arbeits- und Wirtschaftsweise, die unseren Vorstellungen am besten entspricht, heißt Handwerk. Bedenken Sie: Für einen Snack aus dem Metzgerimbiss werden etwa zehnmal so viele faire Arbeitsstunden bezahlt wie für einen industriellen Snack vom Discounter.

Wenn Metzger Frikadellen oder Leberkäs herstellen, gelten die gleichen Regeln wie bei der Fleischauswahl und der sonstigen Wurstherstellung: Die Metzger machen das alles so, wie sie es auch selbst gern essen. Sie produzieren nicht für anonyme Kunden, sondern auch für ihre eigenen Familien.

Kurzum: Sie wollen stolz sein auf das, was sie herstellen. Solche handwerklichen Werte schaffen für die Snacks aus dem Fleischer-Fachgeschäft eine besonders hohe Sicherheit und Qualität. Dass das so ist, garantiert dann nicht ein Klebeetikett auf dem Snack, sondern der persönlich verantwortliche Fleischermeister.

Snack und Individualität

Die Individualisierbarkeit von Lebensmitteln wurde nicht von „Mymuesli“ erfunden, wo man aus 80 Zutaten sage und schreibe 566 Billiarden Müsli-Möglichkeiten komponieren kann. Schon Jahrzehnte bevor solche lustigen Trends die Lebensmittelwirtschaft eroberten, war der individuelle Snack ein Standard in jedem Fleischer-Fachgeschäft.

Die Fachverkäuferinnen beim Fleischer, die oft mehr als 100 Wurstsorten in den Bedientheken präsentieren, schneiden ganz selbstverständlich genau die gewünschten Sorten. Aus verschiedenen Brötchen und vielen Wurst- und Schinkensorten entsteht der Lieblingssnack für jeden Kunden. Das ist einfach das bessere System, als wenn das industriell gefertigte belegte Brötchen zur Handelsware wird.

So zeigt sich auch beim Snack die Stärke der Bedientheke mit Fachkräften dahinter. Da werden selbst ausgefallene Kombinationen zum günstigen Preis verwirklicht. Probieren Sie es mal aus. Sagen Sie an Ihrer Fleischertheke beispielsweise: „Bitte ein Laugenbrötchen mit einer Scheibe Appenzeller Käse und vier Scheiben luftgetrocknetem Schinken.“

Snack und Frische

Aus der Braten- und Gulaschküche kennen wir Gerichte, die durch nochmaliges Erwärmen besser werden. Aber praktisch alle fleischigen Snacks schmecken frisch am besten: Das frisch belegte Brötchen macht mehr Lust aufs Essen als das verpackte und haltbare Sandwich. Die beste Frische für fleischhaltige Snacks gibt es beim Fleischer.

Hier werden jeden Morgen Schnitzel aus frischem Fleisch paniert und Frikadellen geformt, Brötchen mit frischer Wurst belegt und frischer Leberkäs gewurstet. Dass Weißwürste, Wiener Würstchen oder Saiten täglich frisch hergestellt werden, ist meist Fleischer-Ehrensache. In Konkurrenz zur Frische steht unser Wunsch nach Bequemlichkeit und Zeitersparnis. Daher ein Tipp an alle Autofahrer: Selbst an der Autobahnabfahrt ist der nächste Fleischerimbiss oft nicht weit.

Snack und Herkunft

Es geht um die Herkunft des Fleischs. Gegenfrage: Sind wir wirklich kritische Verbraucher oder sind wir nur situativ kritisch? Viele von uns blenden Qualitätsfragen aus, vielleicht weil „wir jetzt und hier essen wollen“ oder „weil es schon spät ist“. Dann gehen wir Kompromisse zulasten unserer Qualitätskriterien ein. Als kritische Konsumenten sollten wir auch beim Leberkäs fragen, woher das Fleisch kommt. Ganz klar: An der Tankstellenkasse passt diese Frage nicht. Beim Fleischer wäre es eine geradezu selbstverständliche Frage. Die Fachverkäuferin würde uns antworten: „Aus dem gleichen guten Fleisch, das Sie in unserer Theke sehen, machen unsere Metzger jeden Morgen frischen Leberkäs.“ Und in der Tat: Wohl kein Fleischer käme auf die Idee, billigen, industriell hergestellten Leberkäs für seinen Imbiss zuzukaufen.

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