Burgergrill Fünf Brüder und ihre Burger

Donnerstag, 08. Februar 2018
Die kleine Mezzanin im hinteren Bereich eignet sich auch für Veranstaltungen.
Foto: asm
Die kleine Mezzanin im hinteren Bereich eignet sich auch für Veranstaltungen.

In den USA kann sich „Five Guys“ nicht nur erfolgreich behaupten. Dort ist die Fast-Food-Kette sogar Kult. Dass es dafür gute Gründe gibt, zeigt das Unternehmen seit kurzem auch in Deutschland.

von Andrea Möller

Sie heißen Matt, Jim, Chad, Ben und Tyler. Gemeint sind die fünf Brüder, die hinter „Five Guys“ stecken, einer der bekanntesten amerikanischen Fast-Food-Ketten. Zusammen betreiben die Murrells weltweit knapp 1.500 Filialen. Vergangenen Dezember haben sie sich aufgemacht, auch deutsche Burger- und Pommes-Fans zu erobern – was nicht allzu schwierig sein dürfte.

Die Filiale in Frankfurt am Main jedenfalls ist eingeschlagen wie eine Bombe: „Am Eröffnungstag hatten wir 3.000 Gäste“, erzählt Julian Braun, District-Manager für Hessen. Mehr als einen Monat später ist die heiße Phase vorbei. Trotzdem sind es täglich noch 1.500 bis 2.000 Gäste, die den Store auf der Zeil frequentieren. Zum durchschlagenden Erfolg hat die Lage genauso beigetragen wie die Größe. Schließlich ist der Publikumsverkehr auf Frankfurts beliebtester Einkaufsmeile mehr als beachtlich. Außerdem gibt es nur wenige Filialen mit einer Fläche von 600 Quadratmetern.

Kein Schnickschnack

Wichtigste Erfolgsfaktoren sind allerdings die Burger und Fritten. Obwohl sich die Auswahl als eher überschaubar beschreiben lässt – zumindest auf den ersten Blick. „Wir haben ein kleines Menü“, erklärt Braun. Einen Hamburger, einen Cheese- und einen Bacon-Burger sowie einen Doppeldecker mit Cheese und Bacon. Zwischen den Buns oder Brötchen landen in der Regel zwei Pattys à 102 Gramm. Bei der Version für den kleinen Hunger ist es die Hälfte.
Five Guys - Unit
(Bild: Thomas Fedra)

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Zudem können die Gäste aus vier Hot Dogs, drei Sandwiches und Pommes in zwei Geschmacksrichtungen wählen. „Wir machen keinen Schnickschnack, sondern konzentrieren uns auf das Wesentliche.“ Dazu zählen auch die 15 kostenlosen Toppings: von gegrillten Zwiebeln und Champignons über Jalapeños, Gurken und Tomaten bis hin zu verschiedenen Saucen. Weil Burger und Hot Dogs außerdem als Lettuce Wrap, also in Salat gewickelt über die Theke gehen, ergeben sich 250.000 Kombinationsmöglichkeiten.
Der im Corporate Design gestaltete Store gehört zu den größten Anlaufstellen für Five-Guys-Fans.
Foto: asm
Der im Corporate Design gestaltete Store gehört zu den größten Anlaufstellen für Five-Guys-Fans.
An den einzelnen Komponenten haben die Murell-Brüder lange getüftelt – vor allem an den Pattys. Das Rindfleisch für die deutschen Lokale (inzwischen gibt es ein weiteres in Essen) stammt von irischen Züchtern. Vier Monate bevor die Tiere zum Schlachter wandern, fressen sie nur noch Getreide. „Das macht ihr Fleisch besonders zart.“ Zudem komme es auf die richtige Futterzusammensetzung an. Five-Guys-Pattys bestünden zu 80 Prozent aus magerem und zu 20 Prozent aus fetthaltigerem Fleisch. „Dadurch bleiben sie auch saftig, wenn wir sie durchbraten.“ Denn mehrere Garstufen gehören nicht zum Konzept.

300 Kilo Hackfleisch pro Tag

Der großen Nachfrage tut das allerdings keinen Abbruch. Die Frankfurter Filiale in unmittelbarer Nähe zur Hauptwache versorgt sich sechsmal wöchentlich mit Nachschub. Aktuell sind es pro Tag 300 Kilogramm frisches Hackfleisch.
Cheeseburger: Objekt der kulinarischen Begierde.
Foto: asm
Cheeseburger: Objekt der kulinarischen Begierde.
Dessen Verarbeitung ist genau geplant: Für zehn Kilogramm stehen dem Team zehn Minuten zur Verfügung. In der Zeit wird das Hackfleisch gewogen, geformt und mit einem Smasher in Pattys verwandelt. Diese brutzeln nach Bestellung auf einem 177 Grad heißen Grill. „Die Geräte kommen aus den USA und sind in allen Stores identisch“, so Braun. „Denn das gleiche Equipment garantiert den gleichen Output.“ Ein Fall für den Grill ist natürlich auch der Bacon, der zuvor über Apfelholz räuchert und somit das gewünschte herzhafte Aroma erhält.

Pommes mit Schmackes

Genauso lang wie an den Pattys haben die Brüder an den Pommes gefeilt. Die in Säcken vor der Theke lagernden Kartoffeln werden zuerst gewaschen und geschnitten. Anschließend durchlaufen sie mitsamt Schale einen mehrstufigen Garprozess. Dabei tauchen die Fritten nicht nur ein-, sondern zweimal in brodelndem Erdnussöl unter. „Am Ende sind sie außen kross und innen fast so weich wie Kartoffelbrei“, erzählt Braun begeistert. Obendrein haben sie reichlich Schmackes, ob Five-Guys- oder Cajun-Style, ob gesalzen oder pikant gewürzt.

Der Burgergrill

Standorte in Deutschland: Frankfurt und Essen, weitere Filialen in München und Berlin sind geplant +++ Konzept: Burger ohne Schnickschnack, dafür in 250.000 Kombinationsmöglichkeiten +++ Sitzplätze: Restaurant: 150, Terrasse: 60 +++ Preise: Hamburger: 7,95 Euro, Little Hamburger: 5,95 Euro +++ Mitarbeiter: 95 mit Management +++ Weltweit zählt das System aktuell 1.447 Burgergrills, davon 70 Joint-Venture und zehn internationale Franchise-Verträge +++ Im Heimatmarkt USA erzielte Five Guys 2016 systemweite Umsätze von 1,3 Mrd. US-Dollar.
Gegen den dadurch entstehenden Durst lassen sich dank mehrerer Freestyle-Automaten etliche Softdrinks mixen, zapfen und kostenlos nachfüllen. Die Milkshakes hingegen eignen sich eher als Nachtisch, so süß und cremig wie sie sind. Auch dabei haben die Gäste die Qual der Wahl: „Als Grundlage verwenden wir Vanille, die jeder mit bis zu zehn verschiedenen Fruchtvarianten kombinieren kann.“ Dazu noch einen Klecks Sahne oder etwas zerbröselten Bacon und fertig ist die typisch amerikanische Kalorienbombe. Detaillierte Nährwerttabellen liegen an den Kassen bereit.

Cool, aber nicht kühl

Das sind übrigens die ersten Anlaufstellen für alle Five-Guys-Fans. Mit dem Bon in der Hand geht es danach an der lange Theke vorbei, an der Pattys gegrillt, Brötchen belegt und Pommes frittiert werden. Den Abschluss bildet die Ausgabestelle: Hier lassen sich die in braunen Papiertüten verpackten Leckereien abholen. Um die Wartezeit zu überbrücken, stehen kistenweise Erdnüsse bereit. Sie gehören ebenso zu den Five-Guys-Filialen wie die Holzmöbel in warmen Brauntönen und die roten und weißen Fliesen. Alles zusammen ergibt ein sauberes, aber nicht kühl wirkendes Innendesign.
Blick in den Burgergrill.
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Blick in den Burgergrill.
„Von dessen Umsetzung überzeugen sich die Murrell-Brüder persönlich“, so District-Manager Braun. „Ihren Store auf der Zeil haben sie auch schon besucht.“ Wie erfolgreich das 1986 gegründete Unternehmen ist, zeigen gerahmte Zeitungsartikel und Fanzitate, die quasi an jeder Wand hängen. Beispiel gefällig? „The best Burger you‘ve ever eaten in your life.“

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