Das beste Stück Beliebte Speisen zum Jahreswechsel

Freitag, 23. Dezember 2016
Auch Fleischfondue ist beliebt. Die Stücke werden in heißem Öl oder in Wein gegart.
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Auch Fleischfondue ist beliebt. Die Stücke werden in heißem Öl oder in Wein gegart.
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Weihnachten Silvester


Wenn die besinnlichen Tage im Kreise der Lieben ausklingen, ist es nur noch ein kurzes Atemholen bis zum Start in ein neues Jahr. Und wie sollte es anders sein, auch dieser Wechsel wartet mit traditionell Kulinarischem und besonderen Bräuchen auf.
Silvester zählt hierzulande, wie der Heilige Abend auch, zu den „Heiligen Nächten“. Diese blicken immer auf eine lange Historie zurück und beinhalten Rituale, die auf einst heidnische Bräuche zurückzuführen sind. Das Silvesterfeuerwerk zählt zu den offensichtlichsten Bräuchen. In den ersten Jahrhunderten wurden durch laute Knallgeräusche Dämonen vertrieben und so Glück und Seligkeit im neuen Jahr sicher gestellt. Was früher mit Schellen und Peitschen erzeugt wurde, ist heute ein fulminantes Feuerwerk und drückt eher die Freude über ein neues Jahr aus.

Interessant ist auch der Name für den letzten Tag im Jahr: Er ist nach Papst Silvester I benannt, der dafür bekannt war, dass Ungläubige in seiner Gegenwart an Fischgräten erstickten. Da sein Todestag auf den 31.12.335 fiel, wurde jener Tag nach ihm benannt. Fisch soll, dem Aberglauben nach, an diesem Tag mit Vorsicht genossen werden.

Silvesterkarpfen

Trotz der Papstlegende ist der Karpfen an Weihnachten ebenso wie an Silvester ein beliebtes Gericht in Deutschland. Da in frühchristlicher Zeit das Fasten vor Weihnachten groß geschrieben wurde und die Mönche kein Fleisch essen durften, halfen sie sich mit der Alternative Fisch aus. So sind die großen Karpfenzuchten der Klöster zu erklären und die bis heute gültige Tradition des Weihnachts- oder Silvesterkarpfens.
Die Schuppen des Karpfens bringen Glück und sorgen für genug Geld im neuen Jahr.
Foto: markovael / fotolia.de
Die Schuppen des Karpfens bringen Glück und sorgen für genug Geld im neuen Jahr.
Mehr und mehr wird er auch durch andere Fischsorten ersetzt, als da wären Meeresfrüchte, Forelle, Lachs, Stör, Zander, Aal, Hummer, Flusskrebse oder Austern. Der ursprüngliche Grund für Fisch zum Jahreswechsel ist abergläubischer Natur: Eine Schuppe des Karpfens im Geldbeutel sollte für die stets klingende Münze sorgen. Geflügel hingegen wurde vermieden, da Vögeln nachgesagt wurde, das Glück wegzutragen.

Raclette und Fondue

Die Tradition des Silvesterkarpfens ist heute seltener geworden. Die Menschen verbinden vor allem Geselligkeit mit dem Fest und greifen daher auch auf gesellige Dinner zurück. Nach jüngerer Tradition sind das Raclette oder Fondue. Beides sind Schweizer Nationalgerichte, aber sie werden gerade am Silvesterabend auch anderen Ländern Europas wie Deutschland oder Frankreich gerne gegessen.

Raclette stammt aus dem Schweizer Kanton Wallis und wird aus halbhartem Kuhmilchkäse zubereitet. Bereits in mittelalterlichen Schriften wurde das Gericht erwähnt, so existieren Schriften in Klöstern ab 1291. Der Name leitet sich ab vom französischen „racler“, was abkratzen bedeutet. Ursprünglich legte man die Schnittseite des Käserunds ans Feuer und schabte die geschmolzene Oberfläche auf ein Stück Brot. Heute wird auch oft ein elektrischer Tischgrill verwendet, um dicke Raclettescheiben in kleinen Pfannen zu schmelzen. Der Käse kommt sowohl pur als auch zum Überbacken von weiteren Komponenten wie Gemüse, Fleisch und Wurst zum Einsatz.
Weihnachtsgans
(Bild: Helene Souza / pixelio.de)

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Das Käsefondue (von „fondre“, schmelzen) stammt aus den Westalpen, also der französischen Schweiz, dem Savoyen und auch dem Pietmont. Verschiedene Sorten Käse, je nach Region, werden mit Weißwein und teilweise Maismehl und Gewürzen gemischt und in einem Topf (Caquelon) auf einen portablen Ofen, den Rechaud, gesetzt. In die geschmolzene Masse werden mit einem Spieß Brotstücke getaucht. Die genaue Herkunft des Gerichts ist unklar, sowohl Frankreich als auch die Schweiz erheben Anspruch auf die Erfindung des Fondues.
Das Käsefondue (von „fondre“, schmelzen) stammt aus den Westalpen, also der französischen Schweiz, dem Savoyen und auch dem Pietmont.
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Das Käsefondue (von „fondre“, schmelzen) stammt aus den Westalpen, also der französischen Schweiz, dem Savoyen und auch dem Pietmont.
Das vermutlich erste Rezept in deutscher Sprache stammt aus dem Kochbuch der Züricherin Anna Maria Gessner von 1699, als Schweizer Nationalgericht gilt es allerdings erst seit 1950 mit der Aufnahme in die Armeekochbücher. Durch die Wehrmänner, die das Rezept in ihr Zuhause brachten, wurde der Käsetopf in der ganzen Schweiz bekannt. Zusätzlich zum Käsefondue gibt es auch Varianten, wie Fleischfondue, gekocht im Wein- oder gebraten in Öltopf, oder das süße Schokoladenfondue, bei dem Obststücke in flüssige Schokolade getaucht werden.

Raclette wie auch Fondue isst man stundenlang, kleine Portionen werden nach und zubereitet und verspeist. Daher haben sie sich als perfekt für gesellige Runden und als typische Silvesterdinner erwiesen.

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