Erste Dresdner Wurstküche Im Namen steckt Werkstatt-Feeling

Donnerstag, 10. Dezember 2015
Fliesen, Glas, Holz und Fotos mit historischen Motiven sorgen für ein stimmiges Ambiente.
Foto: Petra Mewes
Fliesen, Glas, Holz und Fotos mit historischen Motiven sorgen für ein stimmiges Ambiente.
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Wurstküche


Prall und glänzend liegen sie in der Auslage: Bratwürste mit verfeinernden Zutaten wie Aronia, Mango, Bärlauch, Käse und Spinat. Selbst scharfe Rote-Altmarkt-Bratwürste sind dabei.

Von Petra Mewes

Aber die Theke steht nicht im Fachgeschäft, sondern in einem Lokal, das sich gemäß seiner Spezialitäten Erste Dresdner Wurstküche nennt.

„Zu unseren Rennern gehören frischer Hackepeter und Tatar, Pferdebockwurst mit sächsischen Kartoffelsalat, Soljanka oder Currywurst Spezial mit Paprika-Apfel-Currysauce, die mit Ziegenkäse überbacken wird“, erklärt Andreas Artur Sauer.

Geschäftsführer Andreas Artur Sauer ist in der Ersten Dresdner Wurstküche Chef an mehreren Tresen im Einsatz: am Getränkeausschank und der gekühlten Frischetheke, in denen die Bratwürste als Starprodukte einen Vorzugsplatz haben.
Foto: Petra Mewes
Geschäftsführer Andreas Artur Sauer ist in der Ersten Dresdner Wurstküche Chef an mehreren Tresen im Einsatz: am Getränkeausschank und der gekühlten Frischetheke, in denen die Bratwürste als Starprodukte einen Vorzugsplatz haben.
Der Geschäftsführer der Ersten Dresdner Wurstküche, gebürtiger Dresdner, Spross einer Gastronomenfamilie und gelernter Fleischer, Koch und Kellner, war maßgeblich beteiligt an diesem neuen gastronomischen Konzept, das auf regionale, deftige Spezialitäten setzt, die in einem hochwertigen, detailreich gestalteten Ambiente angeboten werden.

Wurst ist wunderbar

Wie Sauer auf die Wurst als zentrales Element des Food-Konzepts kam? Ganz einfach: „Sie ist ein wunderbares Produkt mit Tradition und hoher Akzeptanz.“ An der großen Theke und im gläsernen Kühlhaus können sich die Gäste von der Frische überzeugen. Über neue Kreationen unter den im Haus entwickelten Rezepturen entscheidet ein Gremium von Küchenchefs unter Leitung von Thomas Kian-Zenker. Senken sie den Daumen, wird eine Idee nicht umgesetzt.

An diesem Punkt erwähnt Sauer die hauseigene Räucherei und die Zusammenarbeit mit Lieferanten sowie den besten Fleischern der Region, die er persönlich kennt. Und so gibt es hier Wurst vom Grill und aus dem Kessel im Sud serviert, aber auch Knacker, die man kalt oder frisch gebrüht genießen kann. Saisonal abhängig sorgen Kaninchenbratwurst zu Ostern oder Gänsebratwurst zum Jahresende für weitere Abwechslung.

Das Hauptprodukt ergänzt übrigens ein „Bierkulturerlebnis“, wie Sauer es nennt: Im Ausschank sind ausschließlich Watzke-Biere aus dem Ball- und Brauhaus Watzke, einer Dresdner Institution.

Diese Verbindung ist keine zufällige, denn Sauer hat eine erfahrungsreiche Vita. Nach seinen Stationen in Dresdner Ratskeller und im Café Prag begab er sich nach 1990 auf Wanderschaft, lernte bei Wienerwald die Systemgastronomie und als F&B-Manager eines Hotels auch London kennen. Nach 2003 stieg er als Geschäftsführer im Ball- und Brauhaus Watzke ein. Deren Veranstaltungs-, Brau- und Produktionsschiene wurde seitdem kontinuierlich erweitert, neue Standorte kamen dazu wie Am Goldenen Reiter und Watzke Am Ring.
Einmal pro Woche dürfen die Gäste den Wurstmachern auf die Finger gucken.
Foto: Watzke
Einmal pro Woche dürfen die Gäste den Wurstmachern auf die Finger gucken.
Ohne diesen Hintergrund, sagt Sauer, gäbe es sicher keine Dresdner Wurstküche. Sie entstand direkt neben Watzke Am Ring. Als die Räume frei wurden, griff das Mutterhaus zu. Bei den Bauarbeiten, die am Ende von nur drei Monaten Umbauueit inklusive der Ausstattung rund 750.000 Euro kosteten, wurden 200 Tonnen Schutt bewegt, acht Kilometer Kabel und sechs Tonnen Fliesen verlegt. Das Ergebnis ist ein Lokal mit einzigartigem Flair – dank zahlreicher Details wie Tischen aus Eiche mit warmgebürsteten Tischplatten, attraktiv gestalteten Wänden und Eichenbohlen auf dem Fußboden.

Tagesgerichte unter sechs Euro

Alles ergänzt eine optimale Produktpräsentation. Die Resonanz der Gäste könnte nach dem ersten halben Jahr nicht besser sein, denn nicht nur die Angebote auf der Standardkarte werden gut angenommen, sondern auch die Specials: Dazu gehören Frühstück und Sonntagsbrunch ebenso wie der Mittagstisch von montags bis freitags.
Einmal pro Woche dürfen die Gäste den Wurstmachern auf die Finger gucken.
Foto: Watzke
Einmal pro Woche dürfen die Gäste den Wurstmachern auf die Finger gucken.
Die wechselnde Wochenkarte offeriert jeden Tag ein anderes Gericht der Hausmannskost, jeweils unter sechs Euro. An einem Tag gibt es zum Beispiel Spinat mit Rührei, an anderen sächsische Kartoffelsuppe mit gebratenen Wurstscheiben oder eben typischen mit Beilagen wie Sauerkraut und Püree eine der legenderen hausgemachten Bratwürste.

Erste Dresdner Wurstküche

Mutterhaus: Watzke Am Ring GmbH & Co. KG +++ Geschäftsführender Gesellschafter: Andreas Artur Sauer +++ Küchenchef: Thomas Kian-Zenker +++ Restaurantleiter: Martin Reeck +++ Eröffnung: April 2015
In Küche, Service und Produktion sind insgesamt 18 Mitarbeiter im Einsatz, alle in Vollzeit und nur Fachpersonal. „Rund 35 Prozent von ihnen habe ich im Laufe der Jahre selbst ausgebildet“, freut sich Sauer.

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