Foodtruck Aus Liebe zum Pulled Pork

Donnerstag, 01. Juni 2017
Michael (links) und Florian Teichmann mit dem Fleischerlei-Mobil.
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Michael (links) und Florian Teichmann mit dem Fleischerlei-Mobil.
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Foodtruck Trends


Das „Fleischerlei“-Mobil der Gebrüder Teichmann rollt auf Bestellung an.

Trendiges Street Food – sprich, frisch zubereitete, handliche Mahlzeiten aus Garküchen, Essensständen und Food-Trucks – ist momentan im wahrsten Sinn des Wortes in aller Munde. Ob vereinzelt auf dem Supermarkt-Parkplatz oder als Festival-Konvoi durch Deutschland ziehend – die mobilen Köche bereichern zusehends die nationale Speisekultur. Die Brüder Florian und Michael Teichmann haben sich im vergangenen Jahr der Bewegung angeschlossen, um die Imbisskultur mit ihrer Grillleidenschaft „ein wenig besser zu machen“. „Fleischerlei“ haben sie ihr kleines, fahrbares Unternehmen getauft, mit dem sie fast täglich in Mitteldeutschland auf Tour sind.

Wie der Name erahnen lässt, dreht sich bei den Sachsen-Anhaltern alles um das Fleisch. Die Spezialität des (rollenden) Hauses ist das Pulled Pork. Das langsam im Smoker gegarte Schweinefleisch war einer von zwei ausschlaggebenden Impulsen, der die Brüder dazu bewog, sich neben dem Bürojob noch ein zweites Standbein aufzubauen. „In der Berliner Markthalle Neun haben wir einst unser erstes Pulled Pork probiert und waren auf der Stelle hin und weg. Von da an haben wir überall, wo sich die Gelegenheit bot, Pulled Pork bestellt. Nur kam keines davon an das Geschmackserlebnis von Berlin heran, sodass wir uns sagten: Hey, das müssen wir ändern!“, beschreibt Michael Teichmann den Schlüsselmoment für die Geschäftsidee. „Hinzu kommt, dass wir seit vielen Jahren Südostasien-Fans sind. Von dort stammt ursprünglich der Street-Food-Trend. Das Flair und die Geselligkeit die damit einhergehen, hat uns schon immer fasziniert“, ergänzt Florian.

Den Traum vom eigenen Food-Truck vor Augen arbeiteten sich die in Atern und Langeneichstädt lebenden Brüder akribisch in die Materie ein. Als Quereinsteiger im Fleischmetier recherchierten sie die fachlichen Grundlagen und tüftelten ausgiebig an der richtigen Rezeptur sowie dem technischen Equipment. „Ein paar Grundkenntnisse aus dem Fleischerhandwerk waren mir schon bekannt, weil ich als Schüler in den Ferien in einer Fleischerei gejobbt habe“, sagt Florian. Doch zog es ihn beruflich später in eine andere Richtung. Noch vor wenigen Jahren arbeitete er als Betriebswirt bei einer Frankfurter Großbank. Allerdings zog die Familie den 32-Jährigen inzwischen wieder zurück in seine Heimat, wo er nun in der Marketingabteilung eines kommunalen Stadtwerks tätig ist: „Wir empfinden es nicht als Nachteil, einen gewissen Abstand zur Branche zu haben. Gerade mein Wissen als Marketingexperte hilft uns, viele Aspekte aus der Kundenperspektive zu betrachten und uns entsprechend danach auszurichten.“

„Unser Anspruch ist es, so viel wie möglich selbst zu machen.“
Michael Teichmann
Das Prinzip geht augenscheinlich auf. Sahen die Brüder das Vorjahr zunächst als Testphase, erfreuen sie sich inzwischen einer großen Nachfrage. Der Fleischerlei-Food-Truck hat derzeit zwei feste Stationen: montags in Eisleben und dienstags in Mücheln. Im Lauf des Jahres soll mindestens noch ein weiterer Platz in Halle (Saale) hinzukommen. Darüber hinaus sind die beiden als mobile Caterer für Großveranstaltungen, Firmenevents und private Feiern gebucht. „Diese Art von Anfragen hatten wir am Anfang unser Tätigkeit gar nicht vordergründig auf dem Schirm“, gesteht Michael. Doch bereits im Frühjahr waren die meisten Termine für den Tour-Zeitraum zwischen April und August ausgebucht. Daher sucht das Duo derzeit zur personellen Verstärkung motivierte Aushilfen sowie Teilzeit- oder Vollzeitkräfte.

Die starke Nachfrage liegt offenkundig in der speziellen Zubereitung des Fleischerlei-Pulled-Porks. Schließlich hat sich um den aus den USA stammenden Snack in den vergangenen Jahren ein kleiner Hype entwickelt, was es nicht leicht macht, sich bei der Vielzahl der Angebote und Anbieter zu behaupten. Im Mittelpunkt des Produktionsprozesses steht der selbst konstruierte Smoker: „Er ist 2,40 m hoch, verfügt über 11,5 qm Grillfläche und fasst rund 100 Kilo Fleisch“, nennt Florian die wichtigsten Kennzahlen.

Der 28-Jährige sucht ständig nach Wegen, den Grillvorgang weiter zu optimieren. So kombiniert er das Brennmaterial Buchenholz beispielsweise gern mit verschiedenen Obstgehölzen. Das Schweinefleisch stammt – wie die meisten frischen Zutaten – aus regionaler Erzeugung und wird von den beiden nach eigener Hausrezeptur „gerubbt“, sprich trocken mariniert. Anschließend kommt der Schweinenacken als 2,5-kg-Portion für 15 bis 20 Stunden in den Smoker. Da das mächtige Grillgerät nicht mit auf Reisen geht, wird das Fleisch zunächst vakuumiert und dann vor Ort im Kombidämpfer wieder erwärmt. „Wir haben das Verfahren ausgiebig getestet, das Aroma bleibt dabei voll und ganz erhalten“, versichert Florian.
Die Spezialität des Hauses: Der Pulled-Pork-Burger.
Foto: fl
Die Spezialität des Hauses: Der Pulled-Pork-Burger.
Das Pulled Pork gibt es wahlweise als Portion auf dem Teller oder als Burger jeweils garniert mit hausgemachten Saucen und verschiedenen Beilagen. „Unser Anspruch ist es, so viel wie möglich selbst zu machen. So bieten wir auch eigene Limonaden und Desserts an“, sagt Michael. Um die Stammgäste immer wieder zu überraschen, kreieren die Brüder stets einen Burger des Monats. Als Basis dient die Pulled-Pork-Variante, die jedes Mal in ein anderes internationales Geschmackskleid gesteckt wird. Italien, Griechenland, Mexiko oder die USA lauten nur einige der bisherigen Kreationen. Abgerundet wird die mobile Speisekarte durch andere Grillklassiker wie Spare Ribs oder die Bacon Bomb, einem Hackbraten im Speckmantel.

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