Frischewelten Alter Fritz und Rietburger

Donnerstag, 10. Mai 2018
Marktleiter Frederik Großerohde mit dem Verkaufsschlager „Rietburger“.
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Marktleiter Frederik Großerohde mit dem Verkaufsschlager „Rietburger“.

An der Fleisch- und Wursttheke des E-Centers Lüning sind regionale Produkte und Fingerfood für den Hunger zwischendurch besonders beliebt.

von Dieter Heimig

Rund zwei Millionen Euro hat die Lüning-Gruppe im vergangenen Spätsommer in den Komplettumbau ihres 3.800 qm großen E-Centers im westfälischen Rietberg (Kreis Gütersloh) gesteckt. Die Bedientheke für Fleisch und Wurst wurde im Zuge des Umbaus um fünf auf 15 Meter erweitert. „Dort offerieren wir nun rund 250 Wurstartikel und mehr als 200 Frischfleischprodukte. Während der Grillsaison kommen nochmals 100 Barbecue-Artikel hinzu“, berichtet Marktleiter Frederik Großerohde.

Die Investition in den Markt hat sich gelohnt. Nach dem Umbau stieg der Umsatz um etwa zehn Prozent. Die Theke trägt aktuell rund acht Prozent zum Gesamterlös des E-Centers bei. Bekanntlich sind die Westfalen bodenständig und deshalb setzt die Lüning-Gruppe verstärkt auf das Thema Regionalität.

Im Bedienungs-Sortiment hat das Unternehmen zum Beispiel „Edler Westfale“, einen westfälischer Knochenschinken der H. Klümper GmbH und einen Rohschinken namens „Alter Fritz“. Diese Spezialität hat mehr als ein Jahr Reifezeit hinter sich und deshalb kosten 100 Gramm auch 3,30 Euro. Hergestellt wird der Alte Fritz von Bedford in Osnabrück, rund 80 Kilometer nördlich von Rietberg.

Lieferanten gibt es aber auch in unmittelbarer Umgebung. „Von der hier im Ort ansässigen Fleischerei Herbort beziehen wir unter anderem Rostbratwurst und die Gebrüder Dohle aus Beelen, wenige Kilometer westlich von hier, versorgen uns mit Frischwurst-Aufschnitt und diversen Spezialitäten wie etwa der Kohlwurst. Das ist eine mit Pistazien, Sellerie und Senf verfeinerte Rohwurst, die hier in der Region gerne gegessen wird“, so Großerohde.

Frischfleisch aus der Region

Auch beim Geflügel setzt das Einzelhandelsunternehmen auf Regionalität. Nach Aussage des Marktleiters ist an der Theke und im SB-Regal ausschließlich Hähnchenfleisch von Borgmeier aus dem Nachbarort Delbrück erhältlich. Das Unternehmen hat sich bundesweit mit Produkten der Marke Kikok einen Namen gemacht. Das Label steht für eine tierfreundlichere Mast, bei der die Tiere mehr Platz zum Wachsen haben. Gefüttert wird eine spezielle Futtermischung, die zu mindestens 50 Prozent GVO-freien Mais enthält. Der Einsatz von Antibiotika ist in dem Programm ausnahmslos untersagt. Bei den Lüning-Kunden kommt das Borgmeier-Sortiment sehr gut an. „2017 haben wir den Umsatz mit Kikok-Produkten nahezu verdoppeln können“, konstatiert Großerohde.
  • Marktleiter Frederik Großerohde mit dem Verkaufsschlager „Rietburger“.
    Marktleiter Frederik Großerohde mit dem Verkaufsschlager „Rietburger“. (Bild: Dieter Heimig)
  • Die Frischetheke ist für Edeka-Händler Lüning ein starkes Profilierungsmerkmal.
    Die Frischetheke ist für Edeka-Händler Lüning ein starkes Profilierungsmerkmal. (Bild: Dieter Heimig)
  • Schmuckstück in der Bedientheke: Der „Alte Fritz“ von Bedford.
    Schmuckstück in der Bedientheke: Der „Alte Fritz“ von Bedford. (Bild: Dieter Heimig)
  • (Bild: Dieter Heimig)
  • (Bild: Dieter Heimig)
  • (Bild: Dieter Heimig)
  • Die Marke Kikok steht unter anderem für eine tierfreundlichere Mast, bei der die Tiere mehr Platz zum Wachsen haben.
    Die Marke Kikok steht unter anderem für eine tierfreundlichere Mast, bei der die Tiere mehr Platz zum Wachsen haben. (Bild: Dieter Heimig)
  • Lüning setzt auf moderne Optik. So ergänzt ein stylisches SB-Regal mit zahlreichen verpackten Wurst- und Fleischwaren das Angebot im Frischebereich.
    Lüning setzt auf moderne Optik. So ergänzt ein stylisches SB-Regal mit zahlreichen verpackten Wurst- und Fleischwaren das Angebot im Frischebereich. (Bild: Dieter Heimig)
Auch bei Putenfleisch wollen die Verantwortlichen der Lüning-Gruppe ihrer Klientel eine Alternative zur konventionellen Ware bieten. Seit kurzem hat das E-Center Putenfleisch vom Geflügelhof Bartels im Programm. Der setzt seit einiger Zeit auf das tierfreundlichere Aufzuchtkonzept „Phina Pute“, das in enger Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe entwickelt wurde. Das Fleisch stammt von Tieren, denen unter anderem rund 20 Prozent mehr Platz zur Verfügung steht und die dank fett- und eiweißreduzierter Futtermischungen langsamer wachsen.

Bei Schweinefleisch möchte Lüning ebenfalls neue Wege gehen. „Wir sind gerade in Gesprächen mit mehreren Mästern, die ihre Betriebe auf Offenstallhaltung umstellen wollen. Wenn alles klappt, könnten wir nächstes Jahr schon entsprechende Ware an unserer Bedientheke anbieten“, kündigt der Marktleiter an.
„Conveniente Fleischgerichte mit Beilagen werden verstärkt nachgefragt.“
Marktleiter Frederik Großerohde

Burger-Station kommt gut an

Bereits heute gibt es an der Fleischtheke Fingerfood für den Hunger zwischendurch. Das Handelsunternehmen betreibt dort eine sogenannte Burger-Station, die bei den Kunden sehr gut ankommt. „An starken Tagen verkaufen wir mehr als 100 von unseren hochwertigen Hamburger“, sagt Großerohde. Verkaufsschlager ist der „Rietburger“, der vor Ort aus frischem deutschen Rindfleisch hergestellt wird und für 3,99 Euro zu haben ist.

Wer es etwas edler mag, ordert den 200-Gramm-Duroc-Burger für 5,99 Euro. Außerdem im Angebot: Cheeseburger sowie Leberkäs- und Steakbrötchen. Eine steigende Nachfrage verzeichnet man auch bei den Ofenschalen. Das sind conveniente Fleischgerichte mit diversen Beilagen, die zu Hause nur noch in die Röhre geschoben werden müssen.

Zwar gehören klassische Hackfleischprodukte zu den Topsellern, allerdings sind hochwertige Rindfleischstücke klar auf dem Vormarsch. „In unseren Top 20 befinden sich bereits sechs Rindfleischartikel, darunter Roastbeef und Hüftsteaks“, stellt der Marktleiter fest. Er und sein Team setzen bei Rindfleisch übrigens auf ausländische Ware wie etwa Charoluxe, Simmentaler und Angus.

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