Imbiss Nützliches Wissen zur Currywurst

Donnerstag, 08. Juni 2017
  Currywurst klassisch rot-weiß mit Pommes.
Foto: jus
Currywurst klassisch rot-weiß mit Pommes.
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Currywurst Trends


Was Sie über den Imbiss-Liebling der Deutschen wissen müssen: Geht der Trend zu skurrilen Kreationen oder zum traditionellen Produkt? Welcher Preis wird akzeptiert?

Die Currywurst führt die Hitliste der beliebtesten Snack-Produkte an. Dennoch ist vielen Anbietern nicht klar, welche Ansprüche die Verbraucher an eine gute Currywurst stellen.

Vom Blattgold als Topping bis zur Sauce mit mehreren Millionen Scoville Schärfegrad: Mit solchen Ideen versuchen Currywurst-Anbieter Kundenwünsche zu erfüllen. Warum das nur selten klappt, ist den Enthusiasten meist nicht bewusst. Worauf die Verbraucher bei einer Currywurst Wert legen, erklären sieben aus der Studie „Imbiss-Currywurst aus Verbrauchersicht“ gewonnene Erkenntnisse.


Brötchen statt Toast

1.

Die halbe Toastscheibe zur Currywurst akzeptieren nur fünf Prozent der Befragten. Das zeigt das Ergebnis auf die Frage „Welche Beilage möchten Sie zur Currywurst, wenn Sie keine Pommes dazu essen?“ Fast 80 Prozent der Befragten fordern ein Brötchen zu ihrer Wurst. Das darf auch nur ein halbes sein, wenn es von der Menge her besser zur Portionsgröße passt. Neun Prozent ist es egal, was sie zur Wurst essen.


Der kleine Plausch

2.

Ein Viertel der Currywurst-Fans möchte schnell bedient werden und nicht mit dem Verkäufer übers Wetter plaudern. Gut 50 Prozent möchten gern einen kurzen Plausch halten. Mitarbeiter, die diese Wünsche erkennen, erhöhen die Kundenzufriedenheit.


Mobilität ist Trumpf

3.

86 Prozent finden eine mobile Lösung praktisch und essen ihre Currywurst gern unabhängig vom Imbissstand. Nur knapp 14 Prozent der Befragten ist es gleichgültig.


Wachstumspotenzial vorhanden

4.

Die Mehrzahl der Studienteilnehmer verzehrt ein bis drei Mal pro Monat eine Currywurst, rund ein Drittel sogar noch häufiger. 15 Prozent zieht es aktuell überhaupt nicht an den Imbiss. Fragt man die gleichen Personen, wie oft sie Currywurst konsumieren würden, wenn das Angebot ihre Erwartungen erfüllen oder gar übertreffen würde, ergibt sich ein deutlicher Zuwachs in der Konsumhäufigkeit. Die Anzahl der Nicht-Imbiss-Besucher vermindert sich auf nur noch zwei Prozent.

Tipp für Fleischereien

Die Studie „Imbiss-Currywurst aus Verbrauchersicht“ zeigt, dass die Spezialisten im Currywurstbereich starke Mitbewerber von alteingesessenen Fleischerei-Betrieben sind und ihnen Marktanteile abjagen. Fehlt den Fachgeschäften der Platz für eine eigene Imbissecke oder der optimale Standort für ein solches Angebot, kann es für sie sinnvoll sein, auf Imbissbetreiber in ihrer Region zuzugehen, um ihnen ein Currywurst-Gesamtpaket aus eigener Herstellung zu offerieren.
Der Preis ist heiß

5.

Oft wird für die Verkaufspreisermittlung die Kosten-Plus-Preisbildung verwendet: Stückkosten zuzüglich eines gewünschten Aufschlagsatzes. Achtung: Bei höherer Preisbereitschaft werden Gewinne verschenkt, bei niedrigerer Zahlbereitschaft als der geforderte Preis Kunden abgeschreckt. Durch die Klärung vier verschiedener Fragen können Verkaufspreise bestimmt werden, die der tatsächlichen Bereitschaft der Kunden entsprechen:

- 1. Bei welchem Preis wäre die Wurst mit Brötchen zu billig?

- 2. Bei welchem Preis wäre die Wurst mit Brötchen zu billig, aber Sie würden nicht an der Qualität zweifeln?

- 3. Welcher Preis wäre für eine richtig gute Currywurst mit Brötchen teuer, aber nicht zu hoch?

- 4. Welcher Preis wäre für eine richtig gute Currywurst mit Brötchen zu teuer? 75 Prozent der Befragten würden 2,50 Euro oder mehr für eine Currywurst zahlen und erst einen Preis von drei Euro als zu teuer empfinden. 50 Prozent würden 2,80 Euro akzeptieren und erst einen Preis ab 3,50 Euro als zu hoch einschätzen.


Scharf, nicht lasch

6.

Anbieter, die fade Saucen verwenden, arbeiten an 95 Prozent der Kunden vorbei. Eine leicht scharfe Currywurstsauce wünscht sich gut die Hälfte der Befragten. Für 45 Prozent darf es scharf, für ein Drittel sogar extra scharf sein. Alles ist reine Geschmackssache.


Öffnungszeiten anpassen

7.

Morgens schmeckt eine Currywurst noch nicht. Da sind sich alle Befragten ziemlich einig. Mittags sieht es schon ganz anders aus, obgleich das Umfrageergebnis überrascht: Denn nur etwa ein Drittel gibt an, überwiegend mittags Currywurst zu essen. Am Nachmittag essen 22 Prozent der Befragten am ehesten eine Wurst. Eine größere Gruppe bevorzugt die Abendstunden. Eine Ausweitung der Öffnungszeiten könnte die Umsätze beflügeln.

Die Studie

Vielen Anbietern ist nicht klar, welche Kriterien die Verbraucher an eine gute Currywurst stellen. Deshalb ging Diplom-Kaufmann Patrick Vujatovic (alias der „Currywurstlotse.de“) dieser und anderen Fragen rund um den Imbissklassiker in der Studie „Imbiss-Currywurst aus Verbrauchersicht“ nach. Für die Studie wurden über einen Zeitraum von etwa zwölf Monaten rund 600 Verbraucher in Deutschland mittels einer Online-Umfrage nach ihrer Meinung befragt. Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, welche Erwartungen die Verbraucher bezüglich einer Currywurst mit „Stammkunden-Effekt“ tatsächlich haben und wie die Anbieter reagieren sollten. Vujatovic ist seit 2010 Inhaber des Unternehmens Curry-Cup und Entwickler des Currywurstbechers. Er entwickelt Imbiss-Konzepte für Fleischer-Fachgeschäfte. Die Studie ist über sein Unternehmen erhältlich.

Weblinks:

- Currywurstlotse

- Curry Cup

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