Onlineshop Die fette Beute kommt bequem im Karton

Mittwoch, 17. Januar 2018
Nur Versender und Empfänger wissen, was gut verpackt in dem Karton mit der Aufschrift „Fette Beute“ steckt. Weil das Paket durch viele Hände geht, macht es sogar noch unterwegs Werbung für den ausgezeichneten Onlineshop.
Foto: Der Ludwig
Nur Versender und Empfänger wissen, was gut verpackt in dem Karton mit der Aufschrift „Fette Beute“ steckt. Weil das Paket durch viele Hände geht, macht es sogar noch unterwegs Werbung für den ausgezeichneten Onlineshop.
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Dirk Ludwig Onlineshop


Seit Herbst 2017 reiht sich „Der Ludwig“ in der Kategorie Fleisch in die Riege der besten Onlineshops Deutschlands ein. Für die Metzgerei in Schlüchtern ist das Prädikat die Bestätigung und eine aussagekräftige Werbung für ein hochprofessionell geführtes Versandgeschäft.

Vertrauen in die Bezugsquelle ist extrem wichtig. Das gilt nicht nur für den Fleischverkauf über die Theke, sondern ebenso im Online-Geschäft, beteuert Dirk Ludwig. Der Meister aus dem hessischen Schlüchtern weiß aber auch, dass es ungleich schwieriger ist, vertrauensbildende Informationen über das anonyme Medium wirkungsvoll zu platzieren. Zwar ist der direkte Draht zur Bestellung vorhanden, doch der persönliche Kontakt fällt weg.

Deshalb kommt ihm die Auszeichnung vom vergangenen September wie gerufen, mit der das Deutsche Institut für Servicequalität in Kooperation mit den Nachrichtensender n-tv sein Portal „Der Ludwig“ zu einem von „Deutschlands besten Online-Shops 2017“ einstuft. Das neutrale Attest betrachtet der Inhaber als hilfreich, weil es Qualität, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit bescheinigt sowie dazu beiträgt, bei Neukunden die Hemmschwelle abzubauen.

„Da geht noch Einiges: Die Zahl der Besteller nimmt zu, aber auch die der Mitbewerber. “
Dirk Ludwig
Bereits seit der Jahrtausendwende betreibt der innovative Fleischer den Webshop. Gerade für die letzten fünf Jahre registriert er eine durchweg dynamische Entwicklung, die ihm Zuwachsraten von bis zu 40 Prozent bescherten. Inwischen ist die Ausgangsbasis höher, das aufgrund der bis November vorliegenden BWA-Zahlen geschätzte Plus von 15 Prozent für 2017 noch immer stattlich.

Die Online-Sparte trägt zu rund 20 Prozent zum Ergebnis bei. Da läuft nichts mehr nebenbei. Das Versandgeschäft wird in einer eigenen Abteilung abgewickelt, zu der mit dem gerade eingestellten jüngsten Zugang sechs Mitarbeiter gehören.

Bis vor kurzem gab es noch eine Marketingmanagerin, die sich gezielt auch um die Online-Werbung kümmerte. Diese vakante Stelle will Ludwig allerdings nicht mehr eins zu eins besetzen. Dafür kommt ab August ein Auszubildender, der den jetzt neu geschaffenen Beruf mit der Bezeichnung „Kauffrau/Kaufmann E-Commerce“ in der Schlüchterner Metzgerei erlernt, wovon sich der Chef mittel- bis langfristig eine Optimierung in diesem Geschäftsfeld verspricht.

Dann könnte es auch eine Bestell-App geben, gegen die sich Ludwig bislang sperrt: „Als bodenständiger Handwerker will ich alles verstehen, was ich mache.“ Noch konnte ihn keiner vom Nutzen einer App überzeugen. Also ordern seine Kunden weiterhin über den gewohnten Portalzugang.
Rib Eye und Roasbeef gehören zu den Top-Sellern.
Foto: Screenshot: www.der-ludwig.de
Rib Eye und Roasbeef gehören zu den Top-Sellern.
Vorzugsweise schicken sie sonntags, montags und dienstags ihre Bestellungen im steak-lastigen Web-Shop ab, um rechtzeitig zum Wochenende versorgt zu sein. Und natürlich zu den Feiertagen: „Da knallt‘s“, freut sich Ludwig. Doch er gesteht, dass er und seine Mannschaft zuletzt im Weihnachtsgeschäft ans Limit gelangten.

Außerdem gibt er freimütig zu, dass er schon reichlich Lehrgeld bezahlt hat. Einmal wurden vor einem Mai-Feiertag zig Pakete mit einem Warenwert von 4.500 Euro verschickt, aber vom Versanddienstleister nicht rechtzeitig zugestellt. So blieb er auf einem immensen Schaden sitzen und musste sich zudem mit den erbosten Anrufern herumschlagen und enttäuschte Besteller besänftigen. Und in der Anfangszeit des Web-Stores gab es machmal Ärger mit Betrügern. Nun geht eine Lieferung nur noch bei Vorkasse via PayPal oder Amazon Payments raus; die Nachnahme-Methode wird selten genutzt.

Kaum beansprucht wird auch die Multibox genannte Mehrwegkiste. Überwiegend wird die wertvolle Fracht in der Einweg-Thermobox verstaut, die durch einen Umkarton geschützt ist. Darauf prangt neben dem Firmenlogo der Aufdruck: „Fette Beute“. Dieser Spruch kommt bei den Bestellern prima an. Deren Zufriedenheit ermittelt Ludwig mit einer im Nachgang verschickten Bewertungs-Mail, die ihm mit 4,9 von fünf Punkten ebenso eine Bestnote attestieren, wie das neutrale Prädikat. Für 2018 nimmt er sich vor, die After-Sales-Prozesse zu verbessern.

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