Verbraucherschutz So machen Sie sich immun gegen Skandale

Freitag, 06. Oktober 2017
Über jedes Stück in der Bedientheke kann Ihnen das Verkaufsteam genaue Informationen geben. Sie müssen nur danach fragen, was Sie wissen wollen.
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Über jedes Stück in der Bedientheke kann Ihnen das Verkaufsteam genaue Informationen geben. Sie müssen nur danach fragen, was Sie wissen wollen.
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Fleischskandal Verbraucherschutz Bedientheke


Bei Fleisch und Wurst ist es besonders wichtig: Wer weiß, worauf es ankommt, kann Missstände besser einordnen und ihnen leichter aus dem Weg gehen.

An Medienberichte über Fleischskandale haben wir uns gewöhnt. Manches ist bloße Panikmache. Aber es werden auch echte Missstände aufgezeigt. Als Verbraucher können Sie sich und Ihren Haushalt dagegen wappnen. So können Sie reagieren:

Vermeiden Sie Billigangebote

1.



Bitte unterscheiden Sie preiswert von billig. Kaufen Sie kein Lebensmittel, wenn Sie sich beim Betrachten des Preises selbst wundern, wie wenig das kostet. Wenn Fleisch billig ist, wird auf allen Stufen der Produktion nach möglichen Kostenreduzierungen gesucht. Dabei entstehen immer neue Risiken. Irgendwer zahlt immer drauf, wenn es billig sein soll. Billig ist generell nicht gut. Preiswert schon.


Lieber weniger, aber gutes Fleisch

2.




Wenn Sie sparen wollen, reduzieren Sie lieber die Fleischmenge, kaufen Sie aber weiterhin gutes und sicheres Fleisch. Reduzieren Sie vielleicht auch die Häufigkeit des Fleischessens. Ebenso hilft der Einkauf von weniger populären Fleischteilstücken beim Sparen. Also: Nicht nur Schnitzel, Steaks und Hühnerbrust kaufen! Eine Scheibe Rinderleber von einem Rind aus tiergerechter bäuerlicher Haltung ist besser und günstiger als ein Filetsteak aus unbekannter Herkunft. Ihr Metzger kennt diese Geheimtipps.

Faire Preise zahlen

3.



Bessere Qualität und mehr Lebensmittelsicherheit entstehen, wenn auf allen Ebenen ein fairer Preis gezahlt wird. Viele handwerklich schlachtende Metzger zahlen ihren Bauern freiwillig einen Mehrpreis auf den üblichen Marktpreis, von dem die Bauern oft nicht leben und nicht produzieren könnten. Zahlen Sie als Verbraucher auch einen fairen Preis! Überlegen Sie: Wie viel ist es mir pro Kilo Fleisch wert, dass alles anständig, ordentlich und korrekt gemacht wird?
Rindfleisch - marmoriert
(Bild: fl)

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Besuchen Sie Bauernhöfe

4.



Schauen Sie sich an, woher die Tiere kommen, deren Fleisch sie essen. Besuche auf Bauernhöfen beweisen sehr gut, dass Sie schon für einen kleinen Mehrpreis eine hohe Mehrleistung an Tierschutz und Lebensmittelsicherheit erhalten. Sie werden auf den meisten Höfen willkommen sein. Die Bauern wissen sehr viel, was für Verbraucher nützlich und wichtig ist. Und: Hofbesuche erden uns in dieser schnelllebigen Welt. Tipp: Melden Sie sich telefonisch bei der Bauernfamilie an.

Erkundigen Sie sich nach den Futtermitteln

5.



Das Futter ist bei der Mast der Tiere ein wesentlicher Faktor für Qualität und Preis. Fragen Sie nach, woher die Futtermittel kommen. Die beste Situation ist gegeben, wenn der Tierhalter auch Futtermittel anbaut. Fragen Sie auch, warum bestimmte Futtermittel verfüttert werden. Mit diesem Engagement werden Sie Ihre eigene Fachkunde zu Fleisch aufbauen und zwangsläufig zum Fleischkenner und Fleischliebhaber.

Prüfen Sie, was Ihnen Siegel und Gütezeichen versprechen

6.



Die Welt der bunten Versprechen auf verpackten Lebensmitteln ist wirr. Der Durchblick ist schwierig. Was auf Etiketten steht, ist selten eine Lüge. Aber oft wird mit Selbstverständlichkeiten geworben. Da wird dann versprochen, dass das, was gesetzlich vorgeschrieben ist, tatsächlich eingehalten wird. Oder es wird hervorgehoben, dass ohnehin verbotene Zusatzstoffe tatsächlich nicht eingesetzt werden usw. Bei SB-Packungen gilt: Lesen Sie sorgfältig! An der Bedientheke: Fragen Sie! Meiden Sie, was Ihnen nicht verständlich erklärt werden kann.
Rinderherz
(Bild: fg)

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Suchen Sie sich einen Fleischer, dem Sie persönlich vertrauen

7.



Ein Metzger, der selbst Wurst herstellt, macht diese Wurst nicht für anonyme Konsumenten irgendwo, sondern meist für die Menschen, die er kennt; letztlich ja auch für seine eigene Familie. Die Wahrscheinlichkeit, dass so ein Metzger irgendetwas macht, was dem Wurstesser schaden könnte, ist denkbar gering. Setzen Sie auf diese persönliche Qualitätsgarantie – sie ist mehr Wert als viele Siegel.

Kaufen Sie so regional wie nur möglich

8.



Die Idealsituation: Sie kennen den Metzger. Der kennt seine Bauern. Regionale, oder noch besser lokale Waren- und Wirtschaftskreisläufe haben ein automatisches Qualitätssicherungssystem eingebaut. Unzufriedene Verbraucher in einem solchen regionalen Kreislauf können den Hersteller persönlich und direkt in die Pflicht nehmen, wenn einmal etwas nicht stimmt. Das schafft Sicherheit.

Lesen Sie Zutatenlisten

9.

 


Auf den SB-Packungen sind die Zutaten aufgedruckt. An der Bedientheke fragen Sie bitte ganz selbstverständlich nach der Zutatenliste. Dazu liegt in den meisten Geschäften ein Ordner aus. Manchmal sind die Zutaten (einschließlich der Zusatzstoffe) auch digital hinterlegt und können an der Ladenwaage abgerufen und ausgedruckt werden.
Metzgerei Gretenkord - Fleischtheke
(Bild: fl)

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Fragen Sie, wenn Ihnen etwas nicht klar ist

10.

 


An jeder Bedientheke können Sie fragen, was immer Sie wissen wollen. Sie zahlen diesen Service mit, nutzen Sie ihn auch. Alle Bedienkräfte wissen: Es gibt keine dummen Kundenfragen. Klassische Fragen lauten beispielsweise: Woher kommt dieses Fleisch genau? Was ist alles in dieser Wurst drin? An der Bereitschaft, Ihre Fragen zu beantworten, erkennen Sie eine gut geführte Bedientheke, an der sich kompetente Verkaufskräfte um Sie kümmern.

Kaufen Sie Lebensmittel in ihrer ursprünglichen Form

11.



Kaufen Sie frische Schnitzel sowie Ei und Semmelbrösel statt der fertig panierten Schnitzel aus der Tiefkühltruhe. Kaufen Sie Kartoffeln anstelle von Fixprodukten zum Anrühren. Der Grund für diese Empfehlung: Mit zunehmendem Verarbeitungsgrad wird es schwieriger, die Herkunft und Sicherheit von Lebensmitteln zu erfragen und ihre Qualität zu erkennen. Übrigens: Beim Einkauf von Lebensmitteln in ihrer originären Form sparen Sie auch noch viel Geld!

Verbessern Sie Ihr Produktwissen

12.




Bei der Einhaltung der vorgenannten Empfehlungen werden Sie automatisch Ihr Produktwissen zu Fleisch verbessern. Sie wissen dann immer besser, welche Haltungsform, welche Fütterung, welche Herkunft gut ist. Als Konsument mit Kennerschaft werden Sie nur noch bei kompetenten Partnern einkaufen. Besuchen Sie auch Fleischseminare, wie sie viele Fachgeschäfte für ihre Kunden veranstalten.

Meiden Sie Produkte von irgendwoher

13.




Wenn Fleisch billig sein soll, muss es weit gefahren werden. Dann steigt die Arbeitsteilung: Irgendwo wird geschlachtet, irgendwo anders zerlegt, wieder irgendwo anders Wurst herstellt. Verabschieden Sie sich aus diesen großräumigen und offenen Kreisläufen. Sie sind einfach riskanter als kleinere und geschlossene Warenkreisläufe. Unterstützen Sie mit Ihrem Fleischeinkauf die Strukturen, die Sie als die besseren ansehen.

Vermeiden Sie Fertigprodukte, kochen Sie selbst

14.

 


Statt Soßenpulver braten Sie Fleischknochen und Gemüse an. Das ergibt eine Soße wie zu Großmutters Zeiten. Statt fertiger Frikadellen machen Sie selbst welche. Die Zutaten sind einfach und die Zubereitung macht Spaß. Selbst gekocht schmeckt nicht nur besser, es gibt auch das gute Gefühl, genau zu wissen, was man isst. Und preiswerter ist es obendrein!

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