Wecke- un Worschtmarkt Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

Dienstag, 04. Oktober 2016
Mit dieser Auswahl immer willkommen: Obermeister Fritz Kästel offeriert den Besuchern leckere Appetithäppchen.
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Mit dieser Auswahl immer willkommen: Obermeister Fritz Kästel offeriert den Besuchern leckere Appetithäppchen.

Pünktlich zum Herbstanfang stand in Borken der 6. Nordhessische Wecke- un Worschtmarkt im Kalender.

Von Uli Köster

Alljährlich wird die von der Fleischer- und der Bäckerinnung des Schwalm-Eder-Kreises initiierte Veranstaltung zum Besuchermagneten in der ehemaligen Bergbaustadt. Neben zahlreichen Bäckereien, einigen Käse- und Biogemüse-Produzenten sowie etlichen Kunsthandwerkern präsentierten sich vor allem die Metzger aus der Region mit insgesamt 28 Ständen in der Innenstadt. In jeder Verkaufsbude hingen unzählige „Ahle Würschte“ – sowohl als Stracke als auch in runder Form. Dazu gesellten sich weitere Spezialitäten, wie Blut- und Leberwurst, Schwartenmagen oder auch das eine oder andere Glas gekochte Wurst.

Überall gab es etwas zum Probieren: Jeder Handwerksbetrieb servierte auf einem großen Holzbrett seine Highlights, und die Besucher griffen dankbar zu. Um die Mittagszeit zog der Duft von Bratwurst, Steaks und weiteren Köstlichkeiten durch die Gassen der Altstadt, das große Angebot wurde für manchen Kostgänger zur Qual der Wahl.

Der Nordhessische Wecke- un Worschtmarkt in Borken ist eine ideale Plattform für die Außendarstellung des Fleischerhandwerks.
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Der Nordhessische Wecke- un Worschtmarkt in Borken ist eine ideale Plattform für die Außendarstellung des Fleischerhandwerks.
Die Kunden von Metzgermeister Heinz Richhardt aus Riebelsdorf etwa „mussten“ sich zwischen Wildschwein-Bratwurst und Kartoffelwurst entscheiden, Jonas Drescher vom Lindenhof-Lädchen aus Fritzlar verwöhnte seine Gäste mit Spießbraten, und in Rainer Reitzes Feldküche dampfte deftiger Erbseneintopf mit Fleischeinlage.

Eine Show der besonderen Art bot Andreas Berg von der „BBQ Bande“: Mit seinen beiden Mitstreitern zauberte er leckere Pulled Pork Burger, die er lautstark unters Volk brachte. „14 Stunden bei 105 Grad Celsius über Kirschenholz geschmurgelt“, pries er den zarten Schweinenacken aus dem Smoker an, den er mit Krautsalat und Barbecuesauce in einem kreisrunden Spezialbrötchen servierte. „In den letzten anderthalb Jahren haben wir viel experimentiert“, erzählte er, doch mit dem aktuellen Smoker könne er jetzt etwa 300 Kilo Fleisch zubereiten, berichtete Berg stolz.

Wecke- un Worschtmarkt

Der Nordhessische Wecke- un Worschtmarkt in Borken ist eine ideale Plattform für die Außendarstellung des Fleischerhandwerks: Nachdem Staatssekretär Mark Weinmeister fast zwei Dutzend Betriebe für ihre Spitzenprodukte als „Qualität aus Hessen“ ausgezeichnet hatte, präsentierten sich die Innungsmitglieder auf dem Marktplatz – Tausende Besucher drehten derweil eine Runde über die kulinarische Meile und machten selbst den Geschmacks- und Gaumentest.
Am Stand von Karin Schulz vom „Teichhof“ in Ringgau ging es derweil etwas ruhiger zu, Hans Krasska war extra für den Markt aus Baunatal angereist – nach einem ausgiebigen Gaumentest und einem kurzen Beratungsgespräch entschied er sich für die weichere Variante der Ahlen Wurscht. Im Lauf des Tages stieß jeder auf seinen Favoriten. So manche Wurst oder prall gefüllte Wursttüte ging über den Tresen und fand den Weg in die heimische Speisekammer – meist gepaart mit einem frischen Laib Bauernbrot.

Wie die Jahre zuvor wurden Betriebe ausgezeichnet, deren Produkte bei der freiwilligen Selbstkontrolle von einer unabhängigen Jury begutachtet worden waren. Staatssekretär Mark Weinmeister überreichte die Urkunden für das Gütesiegel „Qualitätsprodukt aus Hessen“. Er betonte, handwerkliche Produkte seien immer noch etwas Besonderes. „Wir brauchen unsere Lebensmittelhandwerker vor Ort, um diese Qualität zu halten“, machte Weinmeister deutlich und bestärkte die Bäcker und Fleischer in ihrem Engagement. „Nordhessische Wurst hat einen guten Ruf, und zwar in der ganzen Republik“, bestätigte Landesinnungsmeister Eckhart Neun das hohe Niveau Handwerksbetriebe.

Weblink Wecke- und Worschtmarkt.

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