afz vor Ort: Viel Holz, wenig Fliesen und Edelstahl

Freitag, 21. Juni 2013

afz - Redakteurin Monika Mathes besuchte Andreas Kettner und Frank Winter, die ihr Fleischer-Fachgeschäft nach einem umfangreichen Umbau in einem modern interpretierten Alpen-Stil wieder eröffnet haben.

Ein Aufenthalt in Österreich inspirierte die beiden:
Sie wünschten sich für ihr Fachgeschäft in Schorndorf eine alpenländisch urige Atmosphäre mit Wohlfühlcharakter.

So sollte der Ladenbauer viele natürlich anmutende Materialien bei der Neueinrichtung einsetzen. So lautete die Vorgabe von Fleischermeister Frank Winter und seinem Ehemann Andreas Kettner, der vor dem Einstieg in das Fachgeschäft seines Partners lange Jahre als Koch bei Mövenpick tätig war.

Kunden stehen nicht auf kaltes Yuppie-Interieur

Vor dem Umbaubeginn ergänzten die Beiden ihre Ideensammlung durch einen Besuch der Süffa. „Vieles fanden wir zu technisch“, berichtet Kettner. „Unserer seit manchmal über 40 Jahren treuen Stammkundschaft konnten wir doch kein kalt wirkendes, hypermodernes Interieur zumuten.“ Mit den Experten Uwe Dörner und Doris Herrmann von Aichinger erarbeiteten sie schließlich ihr persönliches Konzept mit reichlich Holz, wenig Fliesen und Edelstahl.

Um eine freundlich-helle Atmosphäre herzustellen, ließ der Architekt die Decke um 20 cm heben. Den Lichteinfall optimierte er durch bodentiefe Fenster. Optisch noch mehr Höhe bewirkt am Boden verlegtes, großformatiges Feinsteinzeug in elegantem Grau. Helles Bodenparkett bildet die Verkleidung von Wänden und Thekenfront.

Doris Herrmann riet den beiden Geschäftsinhabern zu einem optisch gelungenen Farbtupfer: Die mittels einer Farbkarte ausgesuchte lindgrüne Nuance gibt der Wand in der Imbiss-Ecke einen freundlichen Akzent und bildet einen schönen Hintergrundkontrast im Feinkost- und Weinregal. Im Laden wurde die Farbfläche mit satiniertem Glas überzogen.

Die Länge der Kühltheke mit Bistroaufsatz in dem knapp 50 qm großen Laden beträgt acht laufende Meter, davon entfällt ein Meter auf das SB-Sortiment mit Chili- und Griebenschmalz im Glas, in Aluformen verpacktem Kartoffelgratin, frischen Schupfnudeln, Leber- und Semmelknödeln, hausgemachten Maultaschen, Wraps, Salaten sowie weiteren Convenience-Gerichten.

Gefragt sind leichte Vespervarianten und üppigere Menüs

„Der Trend geht heute vom typischen Neun-Uhr-Vesper in Richtung Mittagessen als Hauptverpflegungseinheit“, beobachtet Kettner. Obwohl leichtere Frühstücksvarianten gefragt bleiben, kommt ihm als Koch das geänderte Verbraucherhalten natürlich zugute:

Er stellt täglich ein Stamm- und zwei Aktionsessen auf seinen Speisenplan. Circa 40 Mittagsmenüs werden pro Tag geordert, die Preisspanne für gebratene Schinkennudeln mit Ei und großer gemischter Salatplatte bis zu gebratenem Steinbeißer-Filet mit Zitronenbutter, Zuckerschoten und Salzkartoffeln bewegt sich zwischen fünf und 5,60 Euro.

Die Fotos zeigen: Andreas Kettner (oben) stellt als Küchenchef die täglich wechselnden Speisenpläne auf und ist im Laden beratend tätig. Frank Winter (unten) verantwortet die Produktion.

Zur Webseite: Metzgerei Winter

Ausführlich und noch mehr Bilder in afz 25/2013 auf den Seiten 14/15 oder auf dem iPad.
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