Jakob Heimeshoff

Eine charmante Sache, das eigene Essen zu machen

Freitag, 28. Juli 2017

Der 26-jährige Jakob Heimeshoff legte in Karlsruhe-Durlach seine Abschlussprüfung ab. fleischwirtschaft.de sprach mit dem neuen Fleischergesellen, der bei Brath in Karlsruhe ausgebildet wurde.

von Iris Treiber

Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung. Wie kamen Sie auf die Idee, Metzger zu werden?

Jakob Heimeshoff: Nach dem Abitur und dem Zivildienst wollte ich Forstwirtschaft studieren, habe in einem Weingeschäft gearbeitet und war kurz an der Pädagogischen Hochschule. In der Zeit habe ich bei einem Marktmetzger ausgeholfen, zuerst im Verkauf, dann in der Wurstküche. Ich koche gern, esse gern und trinke gern guten Wein. Die Arbeit in der Wurstküche fand ich so gut, dass ich mir eine Lehrstelle gesucht habe.

Wie haben Sie das gemacht?

Heimeshoff: Ich habe „bester Metzger Karlsruhe“ gegoogelt und kam so auf zwei Betriebe. Die Metzgerei Brath lag günstiger. Ich habe ein paarmal dort eingekauft und mir angeschaut, ob es mir gefallen würde. Die Leute fand ich ganz nett, und ich habe dort angerufen. Obwohl der Chef erst nicht richtig wollte, weil er schlechte Erfahrung mit Auszubildenden gemacht hatte, durfte ich mich vorstellen. Ich hatte eine Empfehlung aus dem Weingeschäft, und dadurch überzeugte ich ihn glücklicherweise.

Hat sich Ihre Vorstellung erfüllt?

Heimeshoff: Ich habe mit meinem Ausbildungsplatz ziemlich viel Glück gehabt. Gleich am ersten Tag nahm ich an einem exquisiten Grillkurs teil. Und von da an war ich bei allen Events dabei und habe ganz normal mitgearbeitet. Es macht mir sehr viel Spaß, mit meinen Kollegen zusammenzuarbeiten. Ich durfte Vorschläge machen und eigene Rezepte einbringen, und die sind dann auch berücksichtigt worden. Ich durfte mit hochwertigen Waren arbeiten. Mein Chef hatte Vertrauen, und ich bin eigenverantwortlich vorgegangen.

Jakob Heimeshoff absolvierte seine Ausbildung im Fleischer-Fachgeschäft von Heiko Brath.
Foto: irt
Jakob Heimeshoff absolvierte seine Ausbildung im Fleischer-Fachgeschäft von Heiko Brath.
Ich wurde immer wertgeschätzt. Ich durfte mitmachen im Verkauf, beim Kochen, beim Grillcatering und den -kursen, beim Ausbeinen und dem klassischen Wurstmachen. Das ist nicht in allen Betrieben so. Bei klassischen Metzgern ist es vielleicht weniger spontan und weniger abwechslungsreich. Manche Betriebe behandeln ihre Azubis leider nicht gut. Ich weiß von einem Kollegen, der musste morgens um vier Uhr anfangen und Rinderhälften aus einem Lkw laden und um 17:30 Uhr war er immer noch im Betrieb.

Ist mal was schief gegangen?

Heimeshoff: Ich kann mich an keine großen Katastrophen erinnern. Einmal habe ich einen Räucherschrank voller Rohwürste zu heiß eingestellt, die haben wir dann komplett heiß durchgeräuchert und als Sonderposten verkauft.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

Heimeshoff: Ich will wissen, wo das, was ich esse, herkommt. Als Metzger sitze ich direkt an der Quelle. Es ist eine charmante Sache, das zu essen, was man selber gemacht hat. Man kann sich spezielle Stücke zuschneiden, zum Beispiel ein Flat Iron Steak, das kennen viele gar nicht. Wenn andere einen Fehler machen, etwa beim Zuschnitt, weiß man auch, wo das herkommt. Es macht mir grundsätzlich Spaß, mit Lebensmitteln zu arbeiten. Wer ein richtig guter Amateurkoch ist, der kriegt auch eine gute Wurst hin.

Wie geht es für Sie jetzt weiter?

Heimeshoff: Ich bin übernommen worden und werde in meinem Ausbildungsbetrieb bleiben. Irgendwann will ich die Meisterprüfung machen. Aber ich lasse es auf mich zukommen.

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