Katrin Härtinger

„Für mich der Traumberuf“

Samstag, 02. September 2017

Als zwölfjähriges Mädchen beschloss sie bei einem Schnuppertag in einer Wurstküche, Metzgerin zu werden. Jetzt, als 19-Jährige, hat Katrin Härtinger nicht nur dieses Ziel erreicht, sondern wurde bei der Freisprechung der Innung Straubing-Deggendorf als Innungsbeste mit jeweils der Note 1 in Theorie und Praxis ausgezeichnet. Sie erlernte den Beruf in der Metzgerei Sandbiller in Hunderdorf (Landkreis Straubing-Bogen). Im Gespräch mit fleischwirtschaft.de berichtet sie begeistert über ihre Lehrzeit und die großartige Unterstützung durch den Juniorchef Adrian Sandbiller.

von Niko Schuller

Wie war die Unterstützung durch Berufsschule und Betrieb?

Katrin Härtinger: In der Berufsschule habe ich nur engagierte und immer hilfsbereite Lehrer erlebt. Somit hatte ich keine Probleme und ging immer gern in den Unterricht. Im Betrieb informierten mich alle Kollegen nicht nur über die grundlegenden Fertigkeiten des Berufs, sondern zeigten mir auch manche Kniffe, um rationeller arbeiten zu können.

Welche Arbeit haben Sie in der Lehrzeit mit Begeisterung erledigt?

Härtinger: Am liebsten habe ich Fleisch ausgelöst. Dabei lernte ich viel über die Anatomie der Tiere und erfuhr zudem, wie die Fleischteile am besten in der Küche zu verarbeiten sind.

Wie sieht Ihre Zukunftsplanung aus?

Härtinger: Für September habe ich mich schon in der Fleischerschule Augsburg für den Meisterkurs angemeldet. Außerdem will ich mich noch auf dem Gebiet des Verkaufs weiterbilden. Mein Ziel ist es, einmal eine Aufgabe in der staatlichen Lebensmittelkontrolle zu übernehmen. 

Katrin Härtinger
Foto: nik
Katrin Härtinger
Was sagen Ihre Freunde zu Ihrer Berufswahl?

Härtinger: Meine engere Verwandtschaft zeigte sich begeistert, viele Freunde hingegen waren anfangs geschockt. Manche meinten, Metzgerin sei doch kein Beruf für eine Frau. Andere äußerten ziemlich negativ. Nachdem ich die Kritik an mir abprallen ließ und vielerlei Positives über den Metzgeralltag erzählte, wurde meine Berufswahl größtenteils akzeptiert.

Was sollte das Handwerk Ihrer Meinung nach unternehmen, um sein Image zu verbessern?

Härtinger: Teilweise wird Auszubildenden die Lehrzeit aufgrund schlechter Behandlung sehr schwer gemacht. Das führt dazu, dass sie bei ihren gleichaltrigen Freunden kaum für den Beruf werben. So habe ich schon oft von anderen Lehrlingen gehört, dass gesetzliche oder vertragliche Bestimmungen nicht eingehalten werden.

Insgesamt sollte das Metzgerhandwerk die Produktionsräume für alle Interessenten öffnen – insbesondere für Kinder und junge Leute – und aufzeigen, wie dort gearbeitet wird. Der Fleischerberuf ist den meisten Leuten weitgehend unbekannt. Viele von ihnen verbreiten dennoch immer wieder Negatives über das Metzgerhandwerk, und ganz schlimm: über Dinge, die angeblich in der Wurst enthalten sind.

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