Davor Irsevic

„Mein Leben hat sich positiv verändert“

Freitag, 12. Januar 2018

Aufgewachsen im ehemaligen Jugoslawien kam Davor Irsevic nach seinem Linguistikstudium nach Mannheim, wo seine Mutter in der Küche der Metzgerei Trautmann arbeitete. Als es für den jetzt 30-Jährigen mit einer Arbeitsgenehmigung haperte, entschloss er sich zu einer Fleischerlehre bei den Trautmanns und schloss sie als Innungsbester ab. fleischwirtschaft.de sprach mit ihm über die zurückliegende Lehrzeit und die vor ihm liegende Zukunft.

von Oskar Sand

Wie unterstützten Sie Ausbildungsbetrieb und Berufsschule?

Davor Irsevic: Mein Chef Horst Trautmann hat mich als Fleischermeister und Jäger in allen Betriebsbereichen sorgfältig ausgebildet. Ein großer Vorteil war, dass alle Fleischwaren selbst hergestellt werden.

Mein Ausbilder ist überzeugt, dass die Verwendung von Naturgewürzen ein Alleinstellungsmerkmal ist. Ich durfte eigene Ideen einbringen und Varianten mit unterschiedlichen Gewürzen ausprobieren.

Meine Fachlehrer waren sehr engagiert und legten großen Wert auf praxisbezogenen Unterricht. Außerdem förderte die Teilnahme an Wettbewerben den Zusammenhalt.

Wie sieht Ihre Zukunftsplanung aus?

Irsevic: Selbstverständlich will ich mich beruflich weiterbilden. Vorerst werde ich der Metzgerei Trautmann als Mitarbeiter treu bleiben. Die Möglichkeiten im Ernährungsbereich sind vielfältig, und bei entsprechender Qualifikation habe ich gute Aufstiegschancen. Denn Wurst und Fleisch werden trotz bestimmter Trends immer zu einer ausgewogenen Ernährung dazu gehören.

Was sagen Freunde zu Ihrem Beruf?

Irsevic: Als ich als Sprachwissenschaftler keine Anstellung bekam und ein Informatikstudium abbrach, wurde mir das Leben schwer gemacht. Doch aufgrund meines Realitätsbezugs begann ich die Lehre und werde mein Weg gehen.

Wie kann das Handwerk sein Image verbessern?

Irsevic: Dem Verbraucher muss vermittelt werden, was Qualität bedeutet und wie sie sich von Discounterware abhebt. Wir als Fleischexperten müssen fachlich beraten und die Kunden aufklären. Persönliche Empfehlungen sind die beste Werbung, aber auch Webauftritte, „gläserne Produktion“ oder Kontakte zu Kindergärten und Schulen sollten künftig verstärkt werden. Damit kann man unser modernes und vielfältiges Berufsbild kommunizieren. Qualifizierte Metzger werden weltweit gesucht.

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