Belgian Meat Office Entfremdung begegnen

Donnerstag, 01. September 2016
Diskutierten in Brüssel über Fleischtraditionen und Qualitätsansprüche (von links): René Maillard (Belgian Meat Office), Prof. Dr. Fréderic Leroy (Uni Brüssel), Sharon Lagast (Belpork) sowie Michael Gore (Febev).
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Diskutierten in Brüssel über Fleischtraditionen und Qualitätsansprüche (von links): René Maillard (Belgian Meat Office), Prof. Dr. Fréderic Leroy (Uni Brüssel), Sharon Lagast (Belpork) sowie Michael Gore (Febev).
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Belpork


Die Kommunikation ist der Schlüssel zu Kunden, Verbrauchern und Politik. Das ist das Ergebnis des elften Gedankenaustauschs des Belgian Meat Office (BMO) mit Fachjournalisten aus acht Nationen.

Damit unterscheiden sich die Herausforderungen der belgischen Fleischwirtschaft nicht von denen in anderen westeuropäischen Ländern.

Das Round-Table-Gespräch in Brüssel setzte an der Geschichte der Beziehung zwischen Fleisch und Mensch an. Professor Dr. Fréderic Leroy von der Freien Universität Brüssel (VUB) führte aus, dass die Tradition des Fleischkonsums bis heute in Verhaltensformen verankert ist. Der Verzehr spiele immer noch eine zentrale Rolle, beispielsweise zu Feiertagen, Familienfeiern oder hohen religiösen Festen. Die Betrachtung von Tierhaltung und Schlachtung hingegen habe sich deutlich verändert und zwar in Abhängigkeit von der Entfremdung der Lebensmittelerzeugung. Moderne, geschlossene Mastanlagen sowie die Verbannung der Schlachthöfe aus den Städten führten zu dieser Entfernung der Produktion von der Gesellschaft. 

„Man hat das Tierische vom Fleisch genommen. So wurde es zum kalten Produkt“, so Leroy, „und dabei vergessen zu erklären, warum man was macht.“ Für die meisten Verbraucher habe das wertvolle Lebensmittel zwar nichts an seiner magischen Anziehungskraft verloren, doch immer mehr Menschen reagierten verstört auf Bilder aus Ställen und Schlachtstätten.

Sharon Lagast von Belpork betonte, dass das belgische System für Qualitätsfleisch hier ansetze, indem es Mehrwerte in der Produktionskette schafft. „Gleichwohl müssen wir uns neu erfinden, um den Erwartungen der Verbraucher zu entsprechen“, sagte Lagast mit Blick auf das Ende der betäubungslosen Ferkelkastration und die steigende Nachfrage nach Halal-Produkten. Michael Gore vom Verband der Belgischen Fleischindustrie (Febev) wünscht sich hier mehr Unterstützung durch die Politik, die auf höhere Tierschutzstandards pocht. Auch dieses Beispiel offenbart die hohe Bedeutung einer professionellen Branchenkommunikation, an der es auch in Deutschland fehlt.

Weblink Belgian Meat Office - Vlam

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