Berufsbildungsbericht Azubi-Flaute hält an

Dienstag, 18. April 2017
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Berufsbildungsbericht DFV


Wenn der Bildungsbericht für das Jahr 2016 erneut ein Plus bei den Ausbildungsverträgen im Handwerk ausweist, gilt das leider weder für die Fleischer noch für die Fachverkäuferinnen.

Nach wie vor bleibt in beiden Sparten ein Drittel der Ausbildungsplätze unbesetzt. „Die Leute wissen immer noch zu wenig über unsere Berufe, über die heutige berufliche Realität.“ Hierin vermutet DFV-Hauptgeschäftsführer Martin Fuchs den Hauptgrund für das geringe Interesse an einer Ausbildung im Fleischerhandwerk. Um das langfristig zu ändern, sieht er viele Ebenen gefragt: Schulen, Verbände, jeder einzelne Betrieb. Fuchs: „Das ist eine große Herausforderung für alle.“ Dazu erweitert der DFV Zug um Zug sein Engagement wie aktuell mit einer Kampagne mit Youtubern.

„Die Leute wissen immer noch zu wenig über unsere Berufe, über die heutige berufliche Realität.“
Martin Fuchs, Hauptgeschäftsführer des DFV
Die Fleischer sind aber längst nicht die einzigen, die Schwierigkeiten haben, neue Azubis zu finden. Sieben der zehn Berufe mit starken Besetzungsschwierigkeiten kommen aus dem Handwerk.

Rein rechnerisch standen im vergangenen Jahr 100 ausbildungsplatzsuchenden Schulabgängern 104,2 Ausbildungsangebote gegenüber. Die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge blieb mit 520.300 gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant. Gerade kleinere Betriebe haben zunehmend Probleme, Nachwuchs zu finden. Dass die Betriebe des Fleischerhandwerks darüber generell die Lust an der Ausbildung verlieren, das beobachtet Fuchs nicht.

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Erfreulich ist die gestiegene Zahl der Azubis mit Abitur. Das Argument „Karriere mit Lehre“ zieht also. Allerdings verfügt immer noch der Großteil der Berufsstarter im Handwerk über einen Haupt- (43,4 Prozent) oder Realschulabschluss (40,5 Prozent).

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