Bundesleistungswettbewerb 2016 Die Finalisten für Freiburg

Donnerstag, 17. November 2016
Die Teilnehmer des Bundesleistungswettbewerbs 2016.
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Die Teilnehmer des Bundesleistungswettbewerbs 2016.
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Bundesleistungswettbewerb


Wer ist der beste Geselle und wer die beste Fachverkäuferin des Jahres? Diese beiden Titel werden jährlich vergeben – und zwar an Nachwuchskräfte aus dem Fleischerhandwerk, die gerade ihre Ausbildung beendet und bei der Abschlussprüfung besonders gut abgeschnitten haben.

Der Status als Innungsbeste oder Innungsbester ist jeweils die Grundvoraussetzung für die Zulassung als Teilnehmer an den nächsten Stufen der Leistungswettbewerbe, bis schließlich die Landessieger zum Finale fahren dürfen, das diesmal in Freiburg stattfindet.

Nominiert für die Endrunde 2016 sind neun Fachverkäuferinnen und ein Fachverkäufer sowie elf Fleischer und eine Fleischerin. Diese 22 Anwärter auf Titel und Trophäen starten in ihrer Berufssparte für das Bundesland, in dem ihr Ausbildungsbetrieb ansässig ist. Sechs von ihnen werden mit Pokalen zurückkehren, die jeweils für die ersten drei Plätze bereitstehen. Doch bevor es soweit ist, müssen sie in zwei Wettkampftagen ihr Können in verschiedenen Disziplinen beweisen. Hier stellt sich die Elite des aktuellen Jahrgangs vor, sowohl von der privaten als auch von der beruflichen Seite.

Unsere Fragen an die jungen Talente

1. Welche Hobbys und Interessen hast du?
2. Was alles macht deinen Beruf attraktiv?
3. Welche Ideen hast du, für die Berufe im Fleischerhandwerk aktiv zu werben?
4. Findest du, dass die Berufsbezeichnung geändert werden sollte? Wenn ja, welche würdest du vorschlagen?
Um diese Trophäen wird beim Bundesleistungswettbewerb gekämpft.
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Um diese Trophäen wird beim Bundesleistungswettbewerb gekämpft.

Die Teilnehmer 2016

Celine Vogel, Fachverkäuferin, Hessen

1 Sport, Reisen, Zeit mit der Familie verbringen.

2 Umgang mit verschiedenen Kundentypen, das kreative Arbeiten und die Teamarbeit.

3 Die Vielfältigkeit unseres Berufs.

4 Nein.

Jana-Rachel Sebald, Fachverkäuferin, Bayern

1 Backen, kochen, stricken, Rad fahren mit meiner Tochter.

2 Er ist sehr vielseitig und abwechslungsreich. Man lernt die verschiedensten Persönlichkeiten kennen.

3 Man sollte jungen Menschen einen richtigen Einblick in den Beruf geben.

Nadine Klupp, Fachverkäuferin, Schleswig-Holstein

1 Reiten, kreativ sein.

2 Kunden fachkompetent beraten, kreative Tresengestaltung, neue Kreationen ausprobieren im Fleisch- und Wurstsektor.

3 Projektwochen in den Schulen anbieten – zum Beispiel „Wie kommt die Wurst in den Darm?“, Berufsmessen, Tag der offenen Tür.

4 Nein

Hannah Gehring, Fachverkäuferin, Baden-Württemberg.

1 Neben dem Spaß am Beruf spiele ich gerne Klavier und lese viel. Außerdem gehört das Joggen zu meinen Hobbys, und ich bin ein sehr großer Fan von Reisen.

2 Der Beruf ist für mich deshalb so interessant, weil man seiner Kreativität freien Lauf lassen kann. Es wird Fingerfertigkeit und das Fachwissen eines sehr breiten Sortiments gefragt. Außerdem ist es eine sehr abwechslungsreiche und nie langweilig werdende Tätigkeit, bei der man stets in Kontakt zu Kunden steht.

3 Es sollte mehr öffentliche Werbung gemacht werden. Wie erreichen wir die jungen Leute ab besten? Internet?! Veranstaltungen wie der Bundesleistungswettbewerb sind meiner Meinung nach perfekt für die Werbung geeignet. Es muss weg von dem typischen Klischee…“100 g. Lyoner – darf’s ‘ne Scheibe mehr sein?“ und hin zur Kreativität und der Vielfalt unseres Berufs.

4 Ich persönlich finde die derzeitige Bezeichnung: „Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk – Schwerpunkt Fleischerei“ sehr gut und um einiges besser als die Bezeichnung „Fleischerei-Fachverkäuferin“.

Julia Houschka, Fachverkäuferin Sachsen

1 Kochen, backen, lesen, reiten.

2 Abwechslungsreich, Kreativität, Kontakt mit Menschen, Büfetts planen und herrichten.

3 Mehr Gehalt, mehr Schnuppertage, gute Beziehung im Betrieb zwischen Chef und Azubi, mehr Aufklärung über Weiterbildung.

Sarah Heinz, Fachverkäuferin, Rheinland-Pfalz

1 Kochen, backen, shoppen und Platten legen.

2 Kontakt zu den Kunden, ihnen immer wieder neue Produkte anzubieten und zu erklären. Die Vielseitigkeit des Berufs – sei es beim Plattenlegen, Geschenkideen herstellen, beim Verkaufen oder dem Herstellen von Fleischprodukten.

3 Mehr Einblicke in das Berufsleben geben und zeigen, dass der Beruf nicht so schlimm ist, wie er dargestellt wird. Ebenfalls sollte man zeigen, wie abwechslungsreich und vielseitig der Beruf ist und dass es eben nicht „nur“ um die Wurst und den Fleischverkauf geht.

4 Fleischerei-Fachverkäuferin.

Sarah Faber, Fachverkäuferin, Nordrhein-Westfalen

1 Freunde treffen, kochen, zeichnen, mit meinem Dackel spazieren gehen, die Natur genießen.

2 Für mich ist es wichtig, dem Kunden mit einem köstlichen Produkt ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Durch fachliche Beratung und schöne Präsentation der Ware erhält man viel Anerkennung. Das ist die beste Motivation

3 Durch Social Media und genaue Aufklärung könnte man junge Leute erreichen. Vor allem, wenn auch jüngere Fachkräfte als Vorbild dienen, denn somit wirkt der Job modern und man spricht eine Sprache.

4 Man könnte uns „Fleischveredelungstechniker“ nennen, so haben wir uns im Fleischer-Meisterkurs genannt.

Angelo Cellura, Fachverkäufer, Saarland

1 Fußball spielen, trainieren im Fitnessstudio, verbringe gern Zeit mit meiner Familie.

2 Der Umgang mit Menschen. Ich interessiere mich dafür, was man alles mit dem Fleisch herrichten kann. Der Erfolg, wenn ein Kunde wieder kommt und sagt: „Das war ein toller Braten!“

3 Unseren Beruf in der Öffentlichkeit präsentieren (Vorführungen bei Veranstaltungen).

4 Fachmann für Fleisch- und Wurstwaren.

Maren Uhlenhake, Fachverkäuferin, Niedersachsen

1 Ich unternehme gerne etwas mit Freunden, koche gern und gehe gern mit Freundin ins Stadion, um Fußball zu schauen.

2 Der Kontakt mit Menschen, Plattenlegen. Allgemein ist der Beruf sehr vielseitig. Das gefällt mir.

Selma Top, Fachverkäuferin, Berlin

1 Unternehmungen mit Familie und Freunden, Musik hören, kochen, schwimmen, das Backen von Torten.

2 Abwechslungsreiche Aufgaben, Umgang mit Menschen, Theken-Gestaltung, aktives Verkaufen, Fachwissen weitergeben an den Endverbraucher.

3 Den Beruf durch junge Leute aus dem Fleischerhandwerk präsentieren lassen – bei öffentlichen Projekten wie zum Beispiel „Tag der offenen Tür“ oder in Presseberichten sowie TV-Reportagen.

4 Nein, ich finde die Berufsbezeichnung genau richtig.

Jammy Grevé, Fleischer, Rheinland-Pfalz

1 Ins Fitnessstudio gehen, Fußball spielen, großer Eishockey-Fan.

2 Die Vielfalt der Arbeiten, die Entwicklung innerhalb des Berufs (vom reinen Schlachten und Zerlegen zum Fleisch designen) und die Liebe zum Handwerk.

3 Tariferhöhung; den Leuten die Vielfalt des Berufes zu zeigen und nicht nur das Schlachten und Zerlegen. Und ihnen klar machen, dass es ein Beruf mit Zukunft ist.

4 Nein

Kenneth Kurtz, Fleischer, Hessen

1 Sport, Musik hören, mein Beruf.

2 Es macht mir Spaß, meine Kreativität einzusetzen, um Fleisch zu veredeln.

3 Wettbewerbe sind immer gut, um junge Leute zu begeistern.

4 Unsere Berufsbezeichnung soll nicht geändert werden.

Max Peter Steffen, Fleischer, Schleswig-Holstein

1 In der Freizeit gehe ich gerne mit auf die Jagd. Mein Hobby, die Landwirtschaft, mache ich gerade zum Beruf und lerne Landwirtschaft.

2 Den Weg vom Tier zum küchenfertigen Fleischstück oder zur Wurst: kreative und vielfältige Verarbeitungsschritte.

3 und 4 Die Berufsbezeichnung sollte man überdenken; oft wird Fleischer oder Schlachter sofort gleichgesetzt mit Tiere töten; in manchen Fachrichtungen wird jedoch das Schlachten gar nicht gelehrt. Berufsmessen der öffentlichen Schulen nutzen, um den Beruf vorzustellen.

Patrick Gollasch, Fleischer, Nordrhein-Westfalen

1 Freunde treffen, kochen, reisen, Auto fahren.

2 Mein handwerkliches Geschick und meine Kreativität werden jeden Tag gefordert. Man sammelt jeden Tag neue Erfahrungen und wird von Tag zu Tag besser.

3 In dem ich Berufsschullehrer werde und den Schülern vermittle, wie toll der Beruf ist.

4 Fleischveredler. Das hört sich richtig elegant an!

Niels Brandt, Fleischer, Niedersachsen

1 Fußball, Automobile.

2 Viele verschiedenen Aufgaben und Verarbeitungsmöglichkeiten.

3 Mehr Werbung und Anregungen zum Fleischerhandwerk (die Scheu vor dem Beruf nehmen).

4 Nein

Dominik Deppe, Fleischer, Thüringen

1 Die Jagd mit allem, was dazugehört, der elterliche Betrieb.

2 Vielseitigkeit, das Experimentieren mit Gewürzen und Rezepturen, Umsetzung von Theorie in die Praxis und anschließend die Anerkennung vom Verbraucher.

3 Durch anschauliche Kommunikation– zum Beispiel Praktika für Schüler, aber eben auch für Jugendliche, die direkt von der Schule kommen und noch keine Orientierung haben. Kooperationen zwischen Industrie und Handwerk, um die Vielfalt und die regionalen Traditionen zu wahren und zu vermitteln.

4 Nein, weil weitere Bezeichnungen irreführend wären.

Leonie Baumeister, Fleischerin, Baden-Württemberg

1 Spaß im Umgang mit Lebensmitteln, der Familienbetrieb, Familie und Freunde.

2 Man lernt nie aus und gewinnt immer wieder neue Erkenntnisse hinzu. Zudem hat man in unserer Branche eine gute Zukunftsperspektive. Es ist ein Beruf voller Abwechslung, ob handwerklich kreativ durch den geschätzten Umgang mit den Kunden oder die täglichen Herausforderungen im Betrieb.

3 Den modernen Beruf des Fleischers und der Fachverkäuferin den jungen Leuten näher bringen – dass es nicht mehr das gleiche wie vor 30 Jahren ist. Informationen über Weiterbildungschancen und -möglichkeiten weiter verbreiten, Facebook-Auftritt ist sehr gut.

Pascal Dreher, Fleischer, Saarland

1 Funfall, PC, Fahrrad fahren.

2 Kreatives Arbeiten und die Möglichkeit, aus Lebensmitteln etwas Schmackhaftes herzustellen, die Vielfalt an Rohstoffen.

3 Aufstiegsmöglichkeiten zeigen, mehr Gehalt generell für alle Handwerksberufe.

4 Fleischer ist ganz ok.

Tim Neumann, Fleischer, Sachsen

1 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, das Kochen für die Familie.

2 Kundenkontakt, Umgang mit Tieren und der Fleischgewinnung, familiärer Umgang im Betrieb, Vielseitigkeit im Beruf.

3 Öffentliche Medien nutzen, um Praktikumsplätze anzubieten und damit das Interesse junger Leute zu gewinnen.

4 Nein.

Stefan Weishaupt, Fleischer, Bayern

1 Fitnessstudio, jagen, snowboarden und kochen.

2 Die vielseitige, kreative Arbeit mit edlen Lebensmitteln. Die Herausforderung, Gutes noch besser zu machen und zu vollenden.

3 Mehr Öffentlichkeitsarbeit leisten, zum Beispiel bei Lehrlingsbörsen. Jungen Leuten mit Stolz erklären, dass man Fleischer ist und wie vielseitig und interessant der Beruf ist.

4 Nein!

Gideon Montgomery Roeingh, Fleischer, Hamburg

1 Jägerei und Falknerei, Landleben und das Beschäftigen mit meinen Tieren (Echsen, Hund, Pferde).

2 Umgang mit Fleisch und das Herstellen besonderer Gerichte; etwas Neues entwickeln und herstellen.

3 Es sollte der Beruf gezeigt werden, wie er ist. Er ist kein brutaler, sondern zum Teil ein sehr empfindsamer Beruf. Man braucht auch Feingefühl, um Dinge herzustellen. Tage der offenen Tür oder Vorträge vor Schulklassen könnten helfen.

Christopher Juhasz, Fleischer, Sachsen-Anhalt

1 Mein Beruf und – derzeitig – viel Neues über unser Fach in der Meisterschule lernen.

2 Es gibt eigentlich keinen Tag, an dem man nicht vor neue Herausforderungen gestellt wird. Diese zu bewältigen, macht mir Spaß.

3 Man müsste mehr über die Medien machen. Es gibt diesen schönen Werbefilm vom Deutschen Fleischer-Verband, dieser müsste auch öffentlich ausgestrahlt werden.

4 Dieses Thema habe ich kürzlich in meiner Meisterklasse diskutiert. Wir sind auf die Berufsbezeichnung „Fleischdesigner“ gekommen. Trotzdem finden wir die Berufsbezeichnung „Fleischer“ besser, da hinter dieser Berufsbezeichnung Ehre, Stolz und eine sehr lange Tradition stehen.

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