Kommunikation Reißerische Titel fallen auf

Dienstag, 07. März 2017
Fleisch beziehungsweise Tierhaltungsfragen sind am häufigsten Gegenstand von Berichten über Lebensmittel.
Foto: Engel & Zimmermann
Fleisch beziehungsweise Tierhaltungsfragen sind am häufigsten Gegenstand von Berichten über Lebensmittel.

Eine Auswertung von TV-Sendungen über Lebensmittel zeigt: Öffentlich-Rechtliche titeln besonders kritisch. Großteil der Negativ-Schlagzeilen trifft nach wie vor die Fleischwirtschaft.

Reißerische Titel sind bei Fernsehsendungen über die Lebensmittelbranche inzwischen gang und gäbe, allerdings nur bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Unternehmensberatung Engel & Zimmermann

Demnach stand jede dritte der im Jahr 2016 analysierten 419 Sendungen auf öffentlich-rechtlichen und weitere 79 auf privaten Kanälen unter einer tendenziösen Überschrift. Auffällig sei gewesen, dass sämtliche Beiträge mit Aufregertiteln von öffentlich-rechtlichen Sendern ausgestrahlt worden seien, allen voran von NDR, ARD, WDR und SWR. Hingegen sei unter den Beiträgen der privaten Kanäle kein einziger mit kritischem Titel gewesen.

Engel & Zimmermann vermutet den Grund für den Unterschied in dem „Selbstverständnis des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, der sich ‚ausschließlich dem Gemeinwohl verpflichtet‘ und ‚insbesondere starke Informationsangebote als Markenzeichen‘ betrachtet“.

Zwar stand auch im Jahr 2016 die Fleischwirtschaft wieder am häufigsten im Fokus der Berichterstattung, die Anzahl der Beiträge zu Fleisch- und Fleischersatzprodukten beziehungsweise Tierhaltungsfragen ging mit 71 jedoch deutlich zurück (Vorjahr: 88). Zahlenmäßig stark aufgeholt hat dagegen Obst und Gemüse.
Eine Auswertung von TV-Sendungen über Lebensmittel zeigt: Öffentlich-Rechtliche titeln besonders kritisch.
Foto: Engel & Zimmermann
Eine Auswertung von TV-Sendungen über Lebensmittel zeigt: Öffentlich-Rechtliche titeln besonders kritisch.
Ob Würstchen, Tee oder Schokopudding, Fastfood oder Bio-Produkte – alles wird für den Verbraucher getestet und verglichen. So standen nach Beobachtung der PR-Experten in 2016 Qualitäts-Checks wieder mit großem Abstand an erster Stelle. Im Gegensatz zum Vorjahr folgten auf Platz zwei allerdings nicht Verbrauchertäuschungen, sondern kritische Inhaltsstoffe und Produktbelastungen, etwa Antibiotika im Schweinefleisch.

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