Lidl-Kampagne Rechtlich einwandfrei

Dienstag, 28. April 2015
Foto: Screenshot: www.lidl-lohnt-sich.de
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Qualitätsattribut DFV Lidl


„Woran erkennt man eigentlich gutes Fleisch?“ Mit dieser Frage hat Lidl bei den Fleischern regelrecht in ein Wespennest gestochen. Dass sich ausgerechnet der Billigheimer aus Neckarsulm in seiner neuen Kampagne als Experte in Sachen Qualität, Herkunft und Tierwohl aufspielt, geht den Handwerksmetzgern gehörig gegen den Strich.

Juristisch lässt sich dagegen jedoch nicht vorgehen, wie eine wettbewerbsrechtliche Bewertung des Deutschen Fleischer-Verbands (DFV) jetzt ergab.

Trotz fachlich fragwürdiger Werbeaussagen und verzerrender Darstellung des Bedienverkaufs könne nach herrschender Rechtsprechung nicht von einer gerichtsverwertbaren Verbrauchertäuschung ausgegangen werden, teilte der Verband dazu mit. Entscheidend in der rechtlichen Bewertung ist der Begriff des mündigen Verbrauchers, dem die Gerichte üblicherweise sehr wohl zutrauen, solch überzogene Werbeaussagen richtig einzuordnen.

„Aus unserer Sicht ist das dreister Etikettenschwindel. Hätten wir juristisch eine realistische Chance gesehen, hätten wir sie genutzt“, betont DFV-Pressesprecher Gero Jentzsch gegenüber der afz und verweist auf eine ähnliche Auseinandersetzung mit Aldi vor einigen Jahren. Jentzsch zeigt große Sympathie für den Protest der Mitglieder. Viele von ihnen hatten ihren Frust in pfiffige Aktionen gegenüber den Kunden umgesetzt und dabei die Stärken des Fachgeschäfts klar herausgehoben.

Unterdessen reitet schon die nächste Handelskette auf der Handwerkswelle: Real wirbt offensiv mit „Ihre Stadtmetzgerei“ und Märkten mit zertifizierten Metzgermeistern.

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